Test Monitor Eizo S2242WH-GY
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Bildqualität

Eizo setzt beim S2242WH auf die Stärken eines S-PVA Panels mit 10-Bit-LUT (Look Up Table) und erweitertem Farbraum. 350 cd/m² an Helligkeit und ein Kontrast von 1.200:1 klingen zumindest auf dem Papier sehr vielversprechend. Tatsächlich ist der subjektive Bildeindruck sehr gut. Die Farben (werksseitige Einstellung von Rot: 98, Grün: 98 und Blau: 99 Prozent) sind sehr gesättigt und wirken dadurch etwas knallig – nichts Ungewöhnliches für ein Display mit erweitertem Farbraum. Die werksseitig eingestellte Helligkeit von 100 Prozent sorgt für eine klare und kontrastreiche Bilddarstellung, ist aber für den Dauerbetrieb – zumindest in Räumen, die nicht von Sonnenlicht durchflutet sind – zu hell.

Je nach Anwendung kann mit einem Tastendruck einer von fünf Bildmodi gewählt werden. Diese nehmen sichtbaren Einfluss in die Farb- und damit Bilddarstellung. Werksseitig ist der Bildmodus „Custom“ eingestellt, welcher die ausgewogenste Farbdarstellung zeigt. Anhand verschiedener Testbilder haben wir die subjektive Bildqualität des Eizo S2242WH geprüft. Graustufen kann der S2242WH gut darstellen. Mit Hilfe eines Graustufen-Testbildes haben wir festgestellt, dass Grauwerte ab der Stufe acht bis etwa 252 differenziert werden können. Auch Farbverläufe sind kein Problem für den Eizo S2242WH. Interessant ist, dass leichtes Banding bei einem Farbverlauf von Grün oder Gelb nach Schwarz zu beobachten ist. Testbilder mit anderen Farbverläufen zeigen diesen Effekt nicht.

Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Graustufen
Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Farbverlauf
Graustufen und Farbverläufe des Eizo S2242WH.

Zusätzlich haben wir die Farbstufendarstellung des Eizo S2242WH unter die Lupe genommen. Entsprechende Testbilder haben gezeigt, dass Grünstufen von sechs bis 248 noch eindeutig vom Hintergrund unterschieden werden können. Bei Blau sieht es schon nicht mehr so gut aus: Erst ab Stufe 16 bis 248 können Farbstufen eindeutig voneinander unterschieden werden. Ganz schlecht ist das Ergebnis in Bezug auf Rot. Der Darstellungsbereich ist hier am kleinsten und reicht nur von sechs bis etwa 192. Dieses Ergebnis bestätigt die subjektive Empfindung, dass Bildinhalte mit viel Rotanteil dominant und übersättigt wirken, jedoch ist kein Rotstich in der Bilddarstellung zu beobachten.

Wie schon erwähnt, stehen fürs Ändern der Bilddarstellung im OSD des Eizo S2242WH mehr Einstellungen zur Auswahl als üblich. Neben Helligkeit, Kontrast und den RGB-Kanälen können Farbtemperatur, Gammawert, Farbsättigung und Farbton beeinflusst werden. Besonders durch Reduzierung der Farbsättigung kann der knalligen Bilddarstellung ein wenig entgegengewirkt werden. Leider hat diese Maßnahme ihrerseits den Effekt, dass bei Farbverläufen sehr schnell deutliches Banding sichtbar wird.

Auch die voreingestellten Bildmodi können den Verlust von Farbstufen nicht ausgleichen. Im Gegenteil. Der Bildmodus „Movie“ lässt auch Blau- und Grünstufen im oberen Wertebereich wegfallen, während im Bildmodus „Text“ die Helligkeit auf 35 Prozent reduziert wird und die Bilddarstellung einen gelblich, grauen Farbstich bekommt und Farbverläufe deutlich sichtbares Banding zeigen. Dieser Modus empfiehlt sich wirklich nur zum Lesen von Text; deutlich besser ist die Bildqualität, wenn im Bildmodus „Costum“ einfach die Helligkeit reduziert wird.

Die Dominanz der Farbe Rot kann durch Kalibrierung auf sRGB oder AdobeRGB verringert, jedoch nicht ganz unterdrückt werden. Die Bilddarstellung wirkt danach sichtbar natürlicher, der Rotbereich zeigt nun immerhin bis zu 232 Farbstufen. Für Anwender, die keine Möglichkeit haben, den Eizo S2242WH zu kalibrieren, empfehlen wir die folgenden RGB-Einstellungen. Rot: 93, Grün: 94, Blau: 100.

Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Rotstufen
Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Farbstufen
Farbstufen-Testbilder: Schlechte Rotstufendarstellung des Eizo S2242WH.

Der Kontrast ist beim Eizo S2242WH werkseitig auf 50 Prozent und damit optimal eingestellt. Bereits eine Erhöhung auf 52 Prozent lässt Weißwerte wegfallen. Mit werksseitiger Einstellung kann auf unserem Testbild lediglich der Weißwert 254 nicht mehr vom Hintergrund unterschieden werden. Im Test der Schwarzwertdarstellung schneidet der Eizo S2242WH aber wieder schlechter ab und kann Werte erst ab der Stufe vier darstellen. Das ist nicht optimal, aber auch hier kann nach Kalibrierung auf den sRGB-Farbraum eine Verbesserung erzielt werden. Dann nämlich werden Weiß- und Schwarzwerte ab Stufe zwei dargestellt.

Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Weissstufen
Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Schwarzstufen
Weißwert- und Schwarzwert-Tabelle.

Technisch bedingt haben Bildschirme mit IPS- oder PVA-Panel den Vorteil, einen besseren Schwarzpunkt zu erreichen als Bildschirme mit TN-Panel. Bereits werksseitig schafft der Eizo S2242WH mit 0,19 cd/m² einen guten Schwarzpunkt. Mit dem Bildmodus „Text“ kann er auf 0,08 cd/m² reduziert werden. Ausgezeichnet ist das Ergebnis mit null Prozent Helligkeit. Mit dieser Einstellung erreicht der S2242WH einen Schwarzpunkt von unter 0,05 cd/m².

Das Ergebnis ist ein komplett schwarzes Display. Zwar sind in der linken und rechten oberen Displayecke minimale Aufhellungen zu beobachten, jedoch so gering, dass sie nur mit sehr langer Belichtungszeit auf einem Foto abgebildet werden. Der ausgezeichnete Schwarzpunkt trägt zur sehr guten Bildqualität des Eizo S2242WH bei; besonders beim Genießen von Filmen oder Bildern fällt ein guter Schwarzpunkt sofort positiv auf.

Eizo S2242wh Gy Monitor S2242WH Schwarz
Minimale Aufhellungen in den oberen Ecken.

Helligkeit

Helligkeit Hersteller Gemessen
350 cd/m² 321 cd/m²
k.A. 191 cd/m²
k.A. 140 cd/m²
k.A. 67 cd/m²

Eizo gibt für den S2242WH eine maximale Helligkeit von 350 cd/m² an. Nach Einschalten des Displays und maximaler Helligkeitseinstellung von 100 Prozent werden 339 cd/m² erreicht. Diesen Wert kann das Display aber auf Dauer nicht halten. Mit konstanten 321 cd/m² wird die vom Hersteller genannte Helligkeit zwar nicht ganz erreicht, das Display ist aber mehr als ausreichend hell ausgeleuchtet. Weiters gibt der Hersteller einen Kontrast von 1.200:1 an. Durch den guten Schwarzpunkt von 0,19 cd/m² bei einer Helligkeit von 321 cd/m² wird dieser mit 1.688:1 sogar deutlich übertroffen.

Auch hier bestätigen unsere Messergebnisse den subjektiv sehr guten Eindruck eines kontrastreichen Bildes. Der Bildmodus „Text“ erreicht bei einer Helligkeit von 109 cd/m² immer noch ein Kontrastverhältnis von 1.362:1. Mit Herunterfahren der Helligkeit auf null Prozent haben wir noch 67 cd/m² gemessen. Daraus ergibt sich ein Regelungsbereich der Helligkeit von 254 cd/m². Dieser Wert ist ausreichend groß, um die Bilddarstellung des Eizo an nahezu alle Lichtverhältnisse anpassen zu können.

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