Test Monitor HP L1955 (s)
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Bildqualität

Das Gerät liefert auf den ersten Blick ein ausgezeichnetes Bild und kann neben dem Samsung 193P, welcher ebenfalls ein Panel mit ähnlichen Werten (1000:1 Kontrast, Helligkeit 250 cd/qm und 178° Blickwinkel) einsetzt, problemlos bestehen. Lediglich die Bildaufbauzeit ist beim Samsung mit angegebenen 25 ms deutlich höher. Das sehr ausgewogene und farbenprächtige Bild kann bei subjektiver Betrachtungsweise überzeugen.

Die Farbdarstellung ist ausgezeichnet und lässt keine Wünsche offen, eine Farbkalibrierung ist auch dann möglich, wenn das Gerät digital mit der Grafikkarte verbunden ist. Das schafft der Samsung 193P beispielsweise nicht, obwohl dieser subjektiv auch ein ausgezeichnetes Bild liefert. Die Wiedergabe von Farbverläufen ist ebenfalls als perfekt anzusehen.

Graustufen stellt das Gerät gut dar. Lediglich in den ganz dunklen Farbabstufungen könnte es noch geringfügig besser sein, allerdings ist auch hier die Leistung ansprechend. Die Ausleuchtung des Panels wird bei absoluter Dunkelheit getestet und diese ist perfekt. Selten hatten wir ein Modell auf dem Tisch, was so gleichmäßig ausgeleuchtet war. Selbst im Randbereich gibt es keinerlei Aufhellungen. Besser kann man es nicht machen.

 

Höchste Stellung
Höchste Stellung

 

Schräge Ansicht
Schräge Ansicht

Der Schwarzwert wurde bei entsprechender Umgebungsbeleuchtung bewertet und ist ebenfalls als optimal einzustufen. Bei einem solch hohen Kontrastwert ist dies allerdings auch nicht verwunderlich. Der Weißwert steht dem Schwarzwert in nichts nach und kann ebenso überzeugen.

Beim Scrollen wird die Schrift deutlich unschärfer und ein großer Unterschied zum Samsung 193P ist dabei nicht auszumachen. Dies schaffen aber auch Geräte mit TN oder S-IPS nicht wesentlich besser. In diesem Punkt sind die TFTs den Röhrengeräten leider immer noch nicht ebenbürtig. Der Blickwinkel von 176° lässt dagegen keinen Unterschied zu einem CRT-Gerät mehr erkennen.

Der HP L1955 bietet bei der Helligkeitsregelung nicht viel Spielraum. Das Gerät kann weder sehr dunkel geregelt werden, noch bietet das Modell größere Helligkeitsreserven nach oben. Die Helligkeit ist aber für eine optimale Bildeinstellung absolut ausreichend.

Mit der Interpolation anderer Auflösungen kommt der HP L1955 gut zurecht, eine spezielle Optimierung der Schriftschärfe fehlt dem Gerät aber. Der L1955 interpoliert immer vollflächig, eine seitengerechte oder 1:1 Darstellung kann nur über entsprechende Optionen im Menü des Grafikkartentreibers erzielt werden.

Reaktionsverhalten

Ein VA Panel mit 16 ms Bildaufbauzeit lässt natürlich auf eine optimale Spieletauglichkeit hoffen. Nachdem wir das Gerät verkabelt und mit der Steckdose verbunden hatten, wurde als erstes der Prad.de Schlierentest gestartet. Bei dieser Flashanimation zeigen VA Panel in der Regel deutliche Schwächen und ziehen einen mehr als 1 cm langen Schlierenschweif hinter sich her. Durch höhere Kontrastwerte oder ein helleres Bild, kann das Schlierenverhalten positiv beeinflusst werden. Dies geht allerdings zu Lasten der Bildqualität. Alle in diesem Test gemachten Erfahrungen und getroffenen Aussagen beziehen sich auf ein optimal für den Alltagseinsatz eingestelltes Gerät.

Die ersten Bilder des Schlierentests waren ernüchternd. Kein Zweifel dass wir ein VA Panel vor uns haben. Das rote Quadrat zieht einen ca. 1 cm langen roten Schlierenschweif hinter sich her. Dieser ist nur minimal kürzer und schwächer ausgeprägt als im direkten Vergleich mit dem Samsung 193P.

Irgendwie war diese Vorstellung enttäuschend und die Vermutung dass hier anscheinend wieder mal mit der Bildaufbauzeit gemogelt wurde lag nahe. Allerdings wollen wir uns mit diesem Ergebnis nicht abfinden und haben den Test nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten wiederholt. Auch ein TFT Monitor braucht zur optimalen Bildanzeige eine entsprechende Temperatur. HP selbst nennt im Handbuch eine Aufwärmzeit von 20 Minuten.

Nach erneutem Start der Animation trauten wir unseren Augen kaum. Die Schlieren waren tatsächlich verschwunden. Es gab absolut keinen roten Schlierenschweif mehr. Allerdings war ein etwa 2 mm breiter hellgrauer Schatten erkennbar. Man mag dies auch als Schlieren oder Nachziehen bezeichnen, dennoch war das Ergebnis erstaunlich. Im Verlauf der vergangenen 2 Jahre haben wir eine Vielzahl von 19“ TFTs mit VA Panel getestet und zwischen dem HP und den bisher getesteten Geräten liegen, was das Schlierenverhalten bei diesem Test angeht, tatsächlich Welten.

Ob sich der HP L1955 nun auch tatsächlich zum Spielen eignet, wollen wir anhand verschiedener Demoversionen testen.

In diesem Fall trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen und so gerne wir hier das erste Gerät mit S-MVA und absoluter Spieletauglichkeit präsentiert hätten, so zeigt der HP L1955 doch auch wo seine Grenzen sind. Der oben bereits erwähnte hellgraue Schatten ist nämlich auch in fast allen Anwendungen zu sehen, sobald es um sehr schnelle Bewegungen geht.

Schlieren sind in Sequenzen von Doom 3 sowohl beim HP L1955 als auch beim Samsung 193P erkennbar. Allerdings stellen beide Geräte diese Schlieren grundverschieden dar. Während der L1955 in hell nachzieht, schliert der 193P in der jeweiligen Farbe des Objekts nach. Bei der hier gewählten Farbkonstellation unterscheiden sich beide Geräte bezüglich der Schlierenlänge kaum.

Auf dem linken Bild ist das Ergebnis des HP L1955 zu sehen. Der helle Schatten ist deutlich zu erkennen und hebt sich vom dunklen Gegenstand stark ab. Auf dem rechten Bild ist das Schlierenverhalten des Samsung 193P zu besichtigen.

Auffällig ist, dass es nur bei bestimmten Farbkombinationen so deutlich erkennbar ist. Während es in UT 2003 nur sehr gering auffällt, so ist es in Doom 3 bei gewissen Farbkombinationen extrem störend. Auch bei Need for Speed Underground 2 ist das Schlieren deutlich zu erkennen, wenn man horizontale Positionsänderungen durchführt. Ganz stark sichtbar ist das Nachziehen bei den Palmenblättern, die alle einen leuchtenden hellen Kranz bekommen, fast wie einen Heiligenschein.

Um dieses Nachleuchten zu demonstrieren, wurde eine ganz kurze Spielesequenz als AVI-File gespeichert und dann ein Screeshot eines Ausschnitts zur Veranschaulichung erstellt. Wir glauben dass Sie sich anhand dieser Bilder, auch wenn Sie qualitativ nicht optimal sind, ein besseres Bild vom Schlierenverhalten machen können. Das AVI-File des HP1955 und des Samsung 193P können Sie von unserem Server laden.

In dem von unserem Moderator Wilfried Welti entwickelten Test PixPerAn bestätigt der HP L1955 seine schnellere Bildaufbauzeit deutlich. Die 16 ms scheinen zumindest möglich, allerdings entsprechen alle im Test verwendeten Farbkombinationen nicht denen, mit dem der L1955 seine Probleme hat. Insofern ist hier eine konkrete Aussage kaum zu treffen. Im direkten Vergleich mit dem Samsung 193P schlägt er sich jedoch besser. Beim Lesbarkeitstest erreichen beide Geräte die Schnelligkeitsstufe 7 und lassen in der Kombination schwarze Schrift auf weißem Hintergrund keinen sichtbaren Unterschied erkennen.

Auf dem linken Bild sehen Sie den USB 2.0 Hub auf der linke Rahmenseite und auf dem rechten Bild die Anschlüsse auf der Gehäuseunterseite.

Obwohl der Bildaufbau des L1955 schneller ist als beim Samsung 193P, so kann dieser zumindest im Bereich Spiele diesen Vorteil nicht immer ausspielen. Die hellen Randbereiche ziehen zwar weniger nach als beim 193P, fallen aber trotzdem deutlich auf. Aus diesem Grund kann man den L1955 nicht als wirklich spieletauglich ansehen.

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