Test Monitor Hyundai W220S
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Reaktionsverhalten

Der folgende Abschnitt soll nur auf allgemeine Spieleeigenschaften hinweisen. Auf den 3D-Effekt wird in einem späteren Abschnitt eingegangen. Der Herstelle beziffert die Reaktionszeit des W220S auf 5 Millisekunden. Mit diesem theoretischen Wert reicht das Gerät nicht an die Herstellerangaben vieler Konkurrenzmodelle heran. Die Gamingfähigkeit eines Monitors ist aber auch abhängig von Faktoren wie dem kontrovers diskutierten Inputlag und eines möglicherweise auftretenden Koronaeffektes. Abhängig sind alle Faktoren von der Implementierung der Overdrivefunktion, die über das OSD an- und abgeschaltet werden kann.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Spiel 1
Bild aus dem sehr schnellen Shooter „Quake 3“.

Das Ein- und Ausschalten des Overdrives zeigte aber während unseres Tests keine Veränderung in Bezug auf Reaktionszeit, Inputlag oder Koronaeffekt: Die Steuerung ist stets sehr direkt, Koronaeffekte treten nicht auf, nur die langsame Reaktionszeit äußert sich durch eine überdurchschnittliche Schlierenbildung, die nicht nur auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass es sich beim W220S um ein Hold-Type Display handelt.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Spiel 2
Bild aus dem Spiel „Anno 1404“.

Die Bildqualität kann in Spielen nicht immer überzeugen. Wegen der schlechten Grauauflösung kommt es besonders in dunklen Szenen zu Farbabrissen. Als Beispiel sei der Nachthimmel im Shooter „Crysis“ genannt.

Inputlag

Wegen der geringen Verzögerung im Windows-Betrieb und der direkten Steuerung in Spielen liegt die Vermutung auf einen niedrigen Inputlag nahe. Unser umfangreiches Testprocedere sollte aber jede noch so geringe Latenz aufdecken.

Für die Messung wurde ein neues Tool namens SMTT eingesetzt, welches eine hardwarebeschleunigte Bildausgabe über Direct3D verwendet, um mehrere hochpräzise Counter gleichzeitig anzuzeigen und sonstige Verzögerungen, die die Messung beeinflussen könnten, zu minimieren.

Dazu wurde das Bild vom Hyundai W220S auf einem Röhrenmonitor geklont und fotografiert. Die neusten dargestellten Werte können so miteinander vergleichen werden, um ein Urteil über das Ausmaß des Lags zu fällen.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Inputlag
Inputlag-Test am Hyundai W220S.

Die Messungen ergaben einen durchschnittlichen Inputlag von 5 Millisekunden. Mit einem Maximalwert von 11 Millisekunden können wir beruhigt sagen, dass jegliche Verzögerung unter einem Frame (ca. 16,7 ms) liegt. Häufigste Werte unserer Messung waren 4 und 7 Millisekunden. Der Minimalwert von 1 Millisekunde und der Maximalwert von 11 Millisekunden stellten in unserer Messreihe einmalige Ausreißer dar.

Input-Lag-Messungen, basierend auf der Fotomethode, sind prinzipiell ungenau und können keine exakten Ergebnisse liefern. Mit einem gemittelten Inputlag von acht Millisekunden fällt der Monitor aber in die Kategorie der Geräte, die höchstwahrscheinlich null, maximal ein Bild Latenz aufweisen.

Der Inputlag des W220S kann also überzeugen. Hardcorespieler die sich hauptsächlich auf den 2D-Betrieb beschränken, können bei einem Monitor mit 2 ms Bildaufbauzeit noch optimalere Ergebnisse erzielen.

3D-Technik

Die 3D-Fähigkeit des Hyundai W220S stellt ein besonderes Feature dar, welches auch die hohen Anschaffungskosten rechtfertig.

Grundsätzlich entsteht ein stereoskopisches – also räumliches – Bild dann, wenn jedem unserer Augen ein unterschiedliches Bild zugeteilt wird. Nur weil unsere Augen in der Realität einen gewissen Abstand voneinander haben und sich deren Winkel beim Fokussieren auf einen weit oder nah entfernten Gegenstand ändert, sind wir in der Lage, einen dreidimensionalen Raum aus zwei Perspektiven wahrzunehmen. Das Gehirn fügt anschließend beide Informationen zusammen und erzeugt eine räumliche Ansicht, durch die der Mensch insbesondere Entfernungen besser abschätzen kann.

Zur Produktion von 3D- Filmen oder –Bildern werden daher zwei Kameras verwendet, die ungefähr den Abstand zweier Augen haben. Bei der Wiedergabe muss jedem Auge des Betrachters das entsprechende Bild der jeweiligen Kamera zugeteilt werden um einen 3D-Effekt zu erzeugen. Überträgt man dieses Verfahren auf dreidimensionale Computerspiele, so müssten in der Spielewelt zwei virtuelle Kameras vorhanden sein, welche ihr „Bild“ an das jeweilige Auge des Betrachters weitergeben.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Brille
Hyundais modische 3D-Brille mit Verwendung von zirkularen Polarisationsfiltern.

In Hinblick auf die verwendete Technik setzt Hyundai auf ein anderes Konzept als die anderen Marktteilnehmer. Der bekannteste 3D-Monitor dürfte der Samsung 2233RZ mit 120 Hertz Technik sein. Der 3D-Effekt wird hier durch eine Shutterbrille vom Grafikkartenhersteller Nvidia erzeugt, welche die Augen abwechselnd abdunkelt und somit die Bilder den beiden Augen des Betrachters korrekt zuordnet. Nachteil dieser Technik ist die Zwangsbindung sowohl an Nvidias Grafikkarten als auch an die Microsoft Betriebssysteme Windows 7 oder Vista.

Im Gegensatz dazu setzt Hyundai auf eine eigene Verglasungstechnologie, welche die geraden Pixelzeilen des Panels anders polarisiert als die ungeraden. Mit Hilfe der mitgelieferten 3D-Brille wird das entsprechende Material mittels eines zirkularen Polarisationsfilters beiden Augen korrekt zugeordnet. Im Gegensatz zur 120-Hertz-Technologie geht für jedes Auge damit die Hälfte der Auflösung verloren. Der Vorteil ist allerdings, dass aufgrund der Reaktionszeigen, die bei jedem TFT vorhanden sind, keine Geisterbilder mehr auftreten.

Die beiden folgenden Bilder soll die Filterungstechnik der Brille verdeutlichen:

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Cod6 Brille
Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Anno Brille
Call of Duty 6 und Anno 1404 in 3 Dimensionen: Die Brille filtert für jedes Auge das entsprechende Bild heraus.

Als Software für den PC dient das mitgelieferte „Tridef“. Laut Hersteller werden insgesamt 120 Spiele unterstützt. Die Software erlaubt es, im Spiel ein OSD aufzurufen, mit dessen Hilfe Einstellungen an Augenabstand, Fokus und anderen Parametern vorgenommen werden können. Die Steuerung ist sehr komfortabel und erlaubt es, den 3D-Effekt je nach Belieben zu intensivieren. Der 3D-Effekt selbst scheint auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftig. Nach einer kleinen Einspielzeit und Optimierungen an den Einstellungen erlebt man aber ein äußerst räumliches Bild, welches scheinbar in den Monitor hineinragt. So verspürt man in Aufbauspielen wie Anno 1404 oder wie in Google Earth nahezu den Drang, in den Monitor hineinzugreifen und Häuser zu verschieben: Die Miniaturwelt gleicht einem Modellbaukasten.

Auch Actionshooter erhalten durch den 3D-Effekt eine intensivere Atmosphäre. Explosionen sprengen dem Spieler Splitter und Staubwolken entgegen, Schüsse schwirren nah am Kopf vorbei und die Umgebung erscheint plastisch und echt. Erfreulich positiv: Die Augen ermüden in der dreidimensionalen Betrachtung kaum und ein mehrstündiges Spielen ist problemlos möglich.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Googleearth 1
Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Googleearth 2
Softwareseitig wird auch Google Earth unterstützt: Die Nahaufnahme (rechts) zeigt die Verschiebung der Ansicht bei geraden und ungeraden Zeilen.

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