Test Monitor Hyundai W220S
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Bedienung

Das Bedienelement platzierte Hyundai in der rechten unteren Ecke. Im Gegensatz zur konventionellen Bedienung über Tasten, erfolgt eine Steuerung des OSDs hier über Berührungsflächen. So innovativ dieses Konzept erscheinen mag, so unausgereift zeigt es sich in der Praxis: Die Sensoren reagieren anscheinend nur auf Berührung und Druck zusammen. Somit reicht es nicht, mit seinem Finger die zu bedienende Taste zu berühren, sondern es muss auch ein leichter Druck ausgeübt werden. Für das doppelte Betätigen einer Taste reicht ein wiederholter Druck nicht aus. Stattdessen muss die Berührung unterbrochen und der ganze Vorgang wiederholt aufgenommen werden. In der Praxis zeigte sich die Bedienung deshalb sehr unkomfortabel.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Bedienung
Edel aber unausgereift erscheint das Bedienelement des W220S

Die Bedienung in weniger hell beleuchteten Räumen ist beim W220S aufgrund der schlechten Lesbarkeit der Tasten unmöglich. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass das OSD eine sehr geringe Latenzzeit aufweist und der Monitor bei jedem erfolgreichem Tastendruck einen Piepton von sich gibt.

OSD

Das OSD wurde insgesamt sehr übersichtlich gestaltet und ist auch für Anfänger selbsterklärend. Ein ständiger Blick aufs Manual ist somit nicht von Nöten.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Osd
Das OSD des W220S ist in 5 Submenüs unterteilt.

Folgende Einstellungen können im OSD des Hyundai W220S vorgenommen werden: Helligkeit, Kontrast, Auswahl zwischen drei vordefinierten und einem Anwenderfarbprofil, Lautsprechereinstellungen wie Lautstärke, Equalizer, Balance und Mute, OSD-Einstellungen (Anzeigedauer und Position) umschließen, Wahl der Eingangsquelle, Skalierungsmodi, Regelung des dynamischen Kontrasts und der Overdriveschaltung, ein Zurücksetzen in die Werkseinstellung sowie die Auswahl der Menü-Sprache.

Bildqualität

Für die Bilddarstellung des Hyundai W220S kommt ein schnelles aber kostengünstiges TN-Panel zum Einsatz. Technologiebedingt können diese Panels in der Regel nur eine Farbtiefe von 6 Bit wiedergeben. Farben, die nicht unterstützt werden, simuliert der Monitor mittels Dithering.

Die Implementierung dieser Simulation kann entweder korrekt erfolgen, dann wirken Farbverläufe sehr gleichmäßig. Im anderen Fall ist beispielsweise ein Jeansmustereffekt oder ein Flimmern bei bestimmten Farben erkennbar.

Der W220S machte sich jedoch anscheinend gar nicht die Mühe, nicht darstellbare Farben zu simulieren. Folglich kam es weder zu Jeansmustern noch zu Flimmern, aber stattdessen zu starken Farbabrissen – auch Banding genannt. Dieses Problem macht sich insbesondere bei Farbverläufen bemerkbar.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Bq 1
Mittels Testbilder wurde der Graustufenverlauf geprüft.

In der Graustufendifferenzierung leistete der W220S auch keine Bestwerte: So konnte er die zwei dunkelsten sowie die vier hellsten Graustufen nicht von reinem Schwarz und Weiß differenziert darstellen.

Hyundai selbst beziffert den dynamischen Kontrast des W220S auf 10.000:1. Dies ist aber ein Wert, der das Kontrastverhältnis von zwei aufeinander folgenden Bildern wiedergibt. Wir konnten diesen Wert in unserem Test nicht verifizieren. In unserem Test erreichte unser Testgerät einen guten statischen Kontrast von 840:1. Nach der Kalibrierung sank dieser auf einen vertretbaren Wert von 759:1 beziehungsweise 786:1.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Bq 3
Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Bq 2
Testbilder zur Graustufendifferenzierung.

Farben wirken insgesamt etwas überzogen und knallig, was am erweiterten Farbraum liegt. Ein Monitor mit erweitertem Farbraum hat zwar den Vorteil, mehr Farben darstellen zu können als Monitore mit sRGB-nahem Farbraum, kann diesen Vorteil aber nur in farbmanagementfähiger Software ausspielen.

Spiele und Mediaplayer sind jedoch nicht in der Lage dies korrekt zu nutzen und deshalb kommt es hier zu knalligen oder auch „Bonbon-Farben“. Die Verwendung eines erweiterten Farbraumes wirkt für den W220S als Spielemonitor daher etwas ungünstig aus.

Verstärkt wird dieser Effekt durch die Verwendung einer leicht spiegelnden Glossyschicht auf der Paneloberfläche. Eine spiegelnde Bildschirmoberfläche ist sicherlich eine Geschmacksfrage, dennoch möchten wir potentielle Käufer warnen, die eine starke Lichtquelle wie zum Beispiel ein Fenster hinter sich haben. Dies kann äußerst störend wirken und zu einer schnelleren Ermüdung der Augen führen.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Ausleuchtung 1
Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Ausleuchtung 2
Ausleuchtung einer komplett schwarzen und grauen Fläche. Belichtungszeit 4 Sekunden (links) und 2 Sekunden (rechts); Zur Betrachtung dieser Bilder benötigen Sie einen Monitor mit guter Differenzierung dunkler Grautöne

Einen Patzer erlaubte sich Hyundai in der Ausleuchtung schwarzer und grauer Flächen. Hier sind starke Unregelmäßigkeiten an Ecken und Kanten deutlich sichtbar zu erkennen. Besonders an der unteren Kante zeigte sich ein unschöner heller Lichthof, der bis zur Bildmitte reicht. Auch wenn dieser Punkt sicherlich von Gerät zu Gerät einer gewissen Serienstreuung unterliegt, unser Testgerät kann uns in diesem Punkt nicht überzeugen.

Helligkeit

Mit einer Maximalhelligkeit von 250 cd/m² erreichte der W220S den vom Hersteller genannten Wert nicht. Das vorliegende Helligkeitsspektrum sollte aber jeder Arbeitsumgebung gerecht werden und stellt keinen Anlass zur Kritik dar.

Helligkeit Hersteller Gemessen
300 cd/m² 250 cd/m²
k.A. 140 cd/m²
k.A. 120 cd/m²
k.A. 52 cd/m²

 

Helligkeitsverteilung

Die Helligkeitsverteilung haben wir an 15 Messpunkten ermittelt, nachdem wir die Helligkeit auf 58 Prozent abgesenkt und somit knapp 139 cd/m² in der Mitte des Displays als Optimalwert erreicht haben.

Hyundai W220s Monitor Hyundai W220s Helligkeitsverteilung
Die Helligkeitsverteilung beim Hyundai W220S, gemessen an 15 Punkten.

Entgegen unseres subjektiven Eindrucks zeigte sich das stabile Ergebnis der objektiven Vermessung der Helligkeitsverteilung. Die Maximalabweichung von knapp 9 Prozent befindet sich in der unteren Mitte und stellt ein sehr gutes Ergebnis dar. Die Durchschnittsabweichung von 4,1 Prozent liegt auf hohem Niveau. Leider kann der subjektive Bildeindruck dieses Ergebnis nicht bestätigen, da der Lichthof bei bestimmten Bildinhalten weiterhin auszumachen ist.

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