Test Monitor Iiyama ProLite E2710HDS-1
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Kalibrierung – Teil 2

Darüber hinaus bereiten wir die Gradation des Testgerätes grafisch auf. Im unkalibrierten Zustand ist ein über die gesamte Grauachse stabiles Gamma von etwa 2.2 oder eine sRGB-Gradation, wünschenswert. Sie ist bei den entsprechenden Grafiken als Soll-Zustand hinterlegt. Damit erreicht man schon ohne Kalibration eine in Bezug auf die Helligkeitsverteilung korrekte Anzeige von sRGB-Inhalten. Gleichzeitig fallen die Korrekturen während der Kalibrierung (bei Zielwerten von sRGB oder 2.2) gering aus. Ein klarer Pluspunkt ist in diesem Zusammenhang eine Gamma-Einstellung am Gerät, insbesondere wenn neben Zahlwerten auch sRGB und L* auswählbar sind. Im kalibrierten Zustand sollte der Bildschirm die vor der Kalibrierung festgelegte Charakteristik erreichen (der Soll-Zustand ist auch hier hinterlegt).

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Standard

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6502) 6328
140 416,5
Nativ 0,44
Nativ 947
sRGB (~2,2) ~2,23 (avr.)
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaE Werk
 
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaC Werk
 

In Werkseinstellung beträgt die Helligkeit 416 cd/m². Diese viel zu starke Helligkeit bewirkt auch die viel zu starken Abweichungen der Farben und Graustufen. Der Schwarzwert ist hier mit 0,44 cd/m² ebenfalls recht hoch. Der Kontrast liegt bei knapp 950:1.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Grau Werk
Vergleich der „Internet“ Farbeinstellung mit dem sRGB Standard
Internet Ziel Erreicht
D65 (6502) 7727
140 245,0
Nativ 0,33
Nativ 742
sRGB (~2,2) ~2,21 (avr.)
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaE Internet
 
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaC Internet
 

Das Profil, welches dem Zweck des sRGB-Profils am nächsten kommt, ist wohl das Internet-Profil. Die Werte sind hier aber kaum besser, als mit der Werkseinstellung. Interessant ist auch das Verhalten der jeweiligen Grauachsen.

Leider scheinen sowohl die Werkseinstellung als auch das Internet-Profil kaum für grafische Arbeiten geeignet. Um eine Kalibrierung führt somit kein Weg herum.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Grau Internet
 

Profilgenauigkeit sRGB

Parameter Ziel Erreicht
6518 6517
141 140,0
sRGB (~2,2) ~2,20 (avr.)
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Profil
 

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (ColorManagementModule) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst ideal in Monitor-RGB transformieren. Die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den während der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bei einem hardwarekalibrierbaren Bildschirm wird die Monitor-LUT modifziert), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Wir beschränken uns nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die Empfehlungen für sRGB erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben.

Die Referenzwerte ergeben sich entsprechend aus dem Monitorprofil.

Vergleich der „Internet“ Farbeinstellung mit dem sRGB Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
D65 (6502) 6504
140 140,0
Nativ 0,16
Nativ 878
sRGB (~2,2) ~sRGB (2,2)
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaE Profil
 
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor DeltaC Profil
 

Mit einer Kalibrierung lassen sich die vorhergegangenen, schlechten Ergebnisse größtenteils ausbessern. Alle Werte werden sehr gut getroffen. Auch die deltaE- und deltaC-Abweichungen halten sich in Grenzen. Insgesamt ist das Ergebnis annehmbar.

Bei den hellsten Grauwerten kippt das Gamma etwas ab. Der Kontrast beträgt nun knapp 850:1.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Grau Profil
 

Die Softwarekalibrierung und anschließende Profilierung basierte auf den weiter unten aufgeführten Parametern (Helligkeit: Sofern mit Bordmitteln erreichbar). Die Anführungszeichen sollten deutlich machen, dass es im Rahmen der Kalibrierung keinesfalls zu einer zielgerichteten Farbraumemulation kommt, sondern lediglich die in Klammern aufgeführten Vorgaben und eine möglichst hohe Neutralität bzw. Linearität sichergestellt werden. Die „Farbechtheit“ wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software und der im Profil erfassten Monitorcharakteristik erreicht.

Insbesondere der Weißpunkt ist dabei keine fixe Größe, sondern sollte sich im Idealfall nach (konstanten!) Umgebungs- bzw. Abmusterungsbedingungen richten. Die Gradation ist zwar fix mit dem jeweiligen Arbeitsfarbraum verknüpft, aber im Rahmen des Farbmanagement wird durch die Transformationen des CMM auch bei monitorseitig abweichender Gradation (sofern sie korrekt im Bildschirmprofil vermerkt ist) eine gemäß dem Quellfarbraum und seinen Parametern korrekte Darstellung sichergestellt. Sofern der Bildschirm über eine leistungsstarke Elektronik (LUT > 8-Bit) verfügt, macht es aber in jedem Fall Sinn, die für seinen bevorzugten Arbeitsfarbraum vorgesehene Gradation zu wählen, sofern dies mit Bordmitteln möglich ist.

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes – im Falle des Iiyama E2710HDS-1 dem sRGB Profil – versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz.

Die folgenden Einstellungen wurden für das kalibrierte sRGB-Farbprofil im OSD des Bildschirms gewählt (Helligkeit: 140 cd/m², Gamma: sRGB, Weißpunkt: D65):

Rot 100, Grün 97, Blau 99, Helligkeit 36 Prozent

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Korrekturgraph
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach sRGB Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

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