Test Monitor Iiyama ProLite E2710HDS-1
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UGRA-Test

Der Vollständigkeit halber haben wir den E2710HDS-1 dem UGRA-Test unterzogen. Dazu wird der Monitor auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit 120 cd/m²) um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Erstaunlicherweise besteht der E2710HDS-1 mit seinem TN-Panel den UGRA- Test. Dies liegt daran, dass der Graustufen-Tonwertumfang nach der Kalibrierung auf die UGRA-Empfehlungen auf 95,4 Prozent ansteigt. Hier kommt dem Gerät der gut getroffene Gammawert im OSD zugute.

Für den Ugra-Test wurden folgende Einstellungen am Monitor vorgenommen: Rot 100, Grün: 88, Blau: 79, Helligkeit: 34 bei 120 cd/m².

Durch die starke Absenkung der Farbwerte musste die Helligkeit kaum nach unten justiert werden.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Ugra
Der ausführliche UGRA UDACT Report für den Iiyama E2710HDS-1 kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Sound

Über eine direkte Soundausgabe verfügt der Iiyama E2710HDS-1 nicht. Dafür fehlen entsprechende Lautsprecher. Jedoch kann der Monitor Audiosignale über den HDMI-Eingang annehmen und über den analogen Ausgang an Kopfhörer ausgeben.

Interpolation

Zu einem guten Monitor gehört unter Anderem, dass er die Fähigkeit besitzt, nicht native Auflösungen möglichst klar und unverzerrt auf dem Bildschirm darzustellen. Das kann in den verschiedensten Fällen nötig sein, ganz besonders, wenn es sich um ältere Software handelt, die nicht die native Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten unterstützt.

Interpolation Text

Die Folgenden Fotos zeigen neben der nativen Auflösung auch einige niedrigere Auflösungen zum Vergleich. Werden diese Auflösungen interpoliert dargestellt, kann es neben den zu erwartenden Verzerrungen auch du deutlichem Qualitätsverlust kommen.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol Nativ
Native Auflösung 1.920 x 1.080.
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol 1050
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol 900
Interpoliertes Bild bei 1.680 x 1.050 (links) und bei 1.440 x 900 (rechts).
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol 1024
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol 720
Interpoliertes Bild bei 1.280 x 1.024 (links) und bei 1.280 x 720 (rechts).
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Interpol 768
Interpoliertes Bild bei 1.024 x 768.

Der E2710HDS-1 zeigt bei allen getesteten Auflösungen ein durchweg gutes Ergebnis. Keine der Auflösungen wird nennenswert schlecht dargestellt. Einzig bei einer Auflösung von 1.280 x 1.024 wirkt das Bild etwas verschwommen, was aber auch an der starken Bildverzerrung liegt.

Im OSD gibt es die Möglichkeit, das Anzeigeverhalten solcher abweichenden Bildformate zu beeinflussen. Dazu stellt man den Anzeige-Modus von „Full“ auf „Aspect“. Hier korrigiert der Monitor das Bild, indem der Inhalt mit seinem ursprünglichen Seitenverhältnis auf maximale Größe gestreckt wird. Somit kann der E2710HDS-1 alle Bildformate korrekt darstellen.

Interpolation Spiele

Bei einer nativen Auflösung des Bildschirms von 1.920 x 1.080 Bildpunkten kann es gerade bei aktuellen Spielen selbst mit potenter Hardware zu starken Leistungseinbußen kommen. Um ein ungetrübtes Spielvergnügen genießen zu können, sind viele Anwender gezwungen, niedrigere Auflösungen zu wählen. Zeigt hier die Interpolierung des Monitors Schwächen, wird wiederum der Spielspaß gebremst.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Game Nativ
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Game 1024
Szene aus „GRID“ mit nativer Auflösung (links) und 1.280 x 1.024 (rechts).

Deutlich zu erkennen ist die starke Verzerrung durch das falsche Bildverhältnis. Jedoch bleibt die Darstellung scharf und erkennbar.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Game Korrekt
Interpolierte Auflösung von 1.280 x 1.024 mit Korrektur.

Wie bereits erwähnt, gelingt es dem E2710HDS-1 durch die Art, wie er Bildformate korrigiert anzeigt, die Verzerrungen komplett zu neutralisieren.

Über eine Funktion oder Einstellung zur Veränderung des Schärfegrades verfügt der Iiyama E2710HDS-1 nicht.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, einem eventuellen Overdrive und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den E2710HDS-1 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Bildaufbauzeit
Typische Schaltzeiten für ein TN-Panel.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Schwarz-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild abrupt von Schwarz (RGB 0) zu Grau umschaltet (Anstiegszeit, Rise Time) und wieder zurück (Abfallzeit, Fall Time). Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß), der 100 %-Wert entspricht also dem alten Normwert schwarz-zu-weiß. Diese Reihe trifft am ehesten auf Bildmaterial mit starken Kontrasten zu.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Grau-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild zwischen zwei Grauwerten umgeschaltet wird. Die beiden Grauwerte liegen jeweils nur um 30 Prozent auseinander (100 %: RGB 178 zu 255, 90 %: RGB 153 zu 230, 80 %: RGB 128 zu 205, usw.). Diese Reihe trifft eher auf Bildmaterial mit geringeren Kontrasten zu. Die so ermittelten Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

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