Test Monitor Iiyama ProLite E2710HDS-1
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Bildqualität

Der Hersteller Iiyama verbaut beim E2710HDS-1 ein klassisches TN-Panel mit CCFL-Backlight. Das Display arbeitet trotz seiner Größe mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten und einem Seitenverhältnis von 16:9.

Erwartungsgemäß zeigen sich schon beim ersten Start des Monitors klassische TN-Panel-Merkmale wie eingeschränkter Blickwinkel, etwas blasse Farben und eine ab Werk viel zu hoch eingestellte Helligkeit. Der Monitor stand während des Tests in einem Raum mit gedämpfter Beleuchtung. Die Helligkeit des Geräts in Verbindung mit der Bildschirmgröße war so stark, dass zunächst die Augen schmerzten und ein Herunterregeln unabdingbar war.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Graustufen
Testbild des Grauverlaufs.

Der Grauverlauf zeigt an einigen Stellen gut sichtbares Banding. Dithering war hingegen selbst mit Testbildern nicht zu erkennen.

Bildhomogenität

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Test Schwarz
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Test Weiss
Testbilder für Schwarztöne (links) und Weißtöne (rechts).

Schwarzstufen können ab einem Wert von 4 klar differenziert wahrgenommen werden. Weißstufen sind bis zum Wert 251 gut erkennbar.

Über das OSD kann der Kontrast in 100 Einzelschritten gewählt werden. Werksseitig ist hier ein Wert von 50 eingestellt. Bei einer Änderung dieses Wertes kommt es direkt zu Verlusten bei den Grenzwerten von hell beziehungsweise dunkel.

Ab Wert ist der Monitor auf 100 Prozent Helligkeit eingestellt. Hier wird eine Leuchtdichte von 424 cd/m² und analog dazu ein Schwarzwert von 0,44 cd/m² gemessen. Weder der sehr schlechte Schwarzwert, noch die schmerzenden Augen sind angesichts dieser Helligkeit verwunderlich. Dieser Wert ist selbst bei direkter Einstrahlung von Sonnenlicht zu hoch.

Bei minimaler Helligkeit beträgt die Leuchtdichte noch 34 cd/m² bei einem Schwarzwert von 0,04 cd/m². Hier bietet sich dem Anwender ein sehr großer Justierbereich von 390 cd/m².

Kalibriert man den Monitor auf den Vorgabewert von 140 cd/m², erreicht der Monitor einen Schwarzwert von 0,16 cd/m².

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Schwarz Kurz
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Schwarz Lang
Komplett schwarzer Bildschirm mit kurzer (links) und sehr langer (rechts) Belichtungszeit.

Bei vollständig schwarzem Bild erkennt man besonders im unteren Bereich des Bildschirms eine leichte Aufhellung. Die Momentaufnahme mit langer Belichtungszeit zeigt den Effekt recht gut. Insgesamt kann man mit dem Ergebnis aber zufrieden sein. Eine direkte Wolkenbildung tritt nicht auf.

Helligkeit

Iiyama gibt für den E2710HDS-1 eine typische Helligkeit von 400 cd/m² an. Der Monitor überschreitet diesen Wert sogar noch um 24 cd/m². Das Bild ist bei dieser Einstellung definitiv zu hell. Um ein vernünftiges Maß an Helligkeit zu erhalten, muss man den Monitor mindestens auf 70 Prozent herunter regeln. Bei diesem Wert bleibt das Gerät knapp unter 300 cd/m². Den kalibrierten Zielwert von 140 cd/m² Leuchtdichte erreicht man bei einer Helligkeitseinstellung von 36.

Helligkeit Hersteller Gemessen
400 cd/m² 424 cd/m²
k.A. 292 cd/m²
k.A. 213 cd/m²
k.A. 140 cd/m²
k.A. 130 cd/m²
k.A. 60 cd/m²
k.A. 34 cd/m²

Helligkeitsverteilung

Im Folgenden wird die Helligkeitsverteilung über die gesamte Bildfläche ermittelt. Dazu wird an 15 Messpunkten die Abweichung von Helligkeit und Farbtemperatur zur Bildschirmmitte gemessen.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Homogenitaet DeltaC
Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Homogenitaet Hell
Abweichungen der DeltaC-Abweichungen (links) und Leuchtdichte in Prozent (rechts).

Der Iiyama E2710HDS-1 fällt bei der Helligkeitsverteilungs-Messung auf zwei Arten negativ auf. Zum einen gibt es im linken unteren Bereich eine starke Abweichung von knapp 20 Prozent. Zum anderen schwanken die Abweichungen zu benachbarten Werten teilweise sehr stark. Rechts unten gibt es beispielsweise zwei Messungen mit einer Abweichung von minus 5 Prozent und recht direkt daneben von fast plus 7 Prozent. Die durchschnittliche Abweichung liegt bei satten 14 Prozent. Kein schönes und mit bloßem Auge deutlich sichtbares Ergebnis.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Weiss
Weiß-Ausleuchtung bei minimaler Helligkeit.

Das Gamma lässt sich in drei Stufen wählen. Mode1 ist Standart und liegt in der nähe von 2,2. Mit Mode2 steigt das Gamma auf 2,62 an. Mode3 senkt das Gamma auf 1,82 ab.

Blickwinkel

Der Iiyama E2710HDS-1 arbeitet mit einem TN-Panel. Entsprechend schlecht sind deshalb die Blickwinkel. Die Herstellerangaben von 170 Grad horizontal und 160 Grad vertikal kann man nicht wörtlich nehmen. Zwar sieht man das Bild aus den genannten Winkeln noch, jedoch nicht ohne die üblichen optischen Beeinträchtigungen wie stark absinkender Kontrast und Helligkeit (vertikal) und Farbveränderungen (horizontal). Zumindest halten sich diese Abweichungen in gewissen Grenzen.

Iiyama Prolite E2710hds 1 Monitor Blickwinkel
Blickwinkelübersicht des Iiyama E2710HDS-1.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den Iiyama E2710HDS-1 bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum ISOcoated und andererseits mit dem sRGB-Farbraum verglichen. Den Vergleich mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 führen wir nur bei Bildschirmen durch die über einen erweiterten Farbraum verfügen. Dies ist beim E2710HDS-1 nicht der Fall.

Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe- und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt. Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum ISOcoated-Druckfarbraum für „Normalanwender“ von Bedeutung.

Interessant ist der Vergleich zum ISOcoated-Farbraum des Offset-Drucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

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