Test Monitor NEC LCD2490WUXi-BK
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OSD – Teil 2

Die Veränderung der Sättigung ist allerdings, im Gegensatz zur Lösung von Eizo, nur rudimentär und ausschließlich in positive Richtung möglich: Die Sättigung der ausgewählten Primärfarbe bleibt unverändert (der Monitor wurde werksseitig in seinem Farbraum ja auch nicht beschnitten). Auswirkungen zeigen sich nur in weniger gesättigten Farbtönen, oder Mischungen mit dem jeweiligen Farbanteil, deren Sättigung erhöht werden kann.

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Tools

Funktionen, die keiner anderen Hauptgruppe zugeordnet werden konnten, werden hier aufgeführt. Interessant ist in erster Linie die Möglichkeit, die Schärfe der Darstellung, auch bei nativer Zuspielung, zu beeinflussen und die „ColorComp“ Funktion. Sie soll eine homogenere Farb- und Graustufendarstellung sicherstellen und hat in den bisher getesteten Modellen (NEC 2690WUXi und NEC 3090WUXi) bereits gute Ergebnisse erzielt.

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Menu Tools

Einstellungen, die das OSD betreffen, werden über diesen Menüpunkt getroffen. Neben der obligatorischen Sprachauswahl, kann die Position des OSDs verändert werden und auch die Rücksetzung in den Werkszustand wird hier durchgeführt.

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Information

Dieser Menüpunkt informiert über aktuelle Signalparameter (Horizontal- und Vertikalfrequenz, Auflösung, Signaleingang) und das eingesetzte Gerät (Modellbezeichnung und Seriennummer).

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Das erweiterte Menü/ OSD:

Das erweiterte Menü wurde bereits im Testbericht zum NEC 3090WUXi ausführlich erläutert. Der NEC 2490WUXi bietet faktisch die gleiche Funktionalität. Daher werden wir an dieser Stelle nur auf einige wichtige Funktionen und Erweiterungen gegenüber dem Standardmenü eingehen.

Menüpunkt 1

„AUTO LUMINANCE“ soll, abhängig von der getroffenen Einstellung, Helligkeit und Farbe stabilisieren. Die meisten Benutzer können hier sorgenfrei „OFF“ wählen. Im Zuge einer Hardwarekalibrierung kann man mit den Einstellungen experimentieren.

Der „LOW BRIGHT MODE“ senkt die Bildschirmhelligkeit über den Regelungsbereich der Hintergrundbeleuchtung hinaus ab. Natürlich kann auch NEC hier nicht zaubern. Der Weißpegel wird verringert und der Kontrast sinkt entsprechend ab, da der Schwarzwert unverändert bleibt.

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Menüpunkt 4

Im erweiterten Menü kann man das Skalierungsverhalten für den „Custom“-Modus festlegen. Das Eingangssignal kann horizontal und vertikal gestreckt werden. Damit ist eine individuelle Anpassung möglich.

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Menüpunkt 5

Über diesen Menüpunkt kann das Bildschirmgamma verändert werden. Die Optionen sind umfangreich. Der Regelungsbereich umfasst ein Bildschirmgamma von 0,5 – 4,0. Für individuellere Einstellungen empfehlen wir den Modus „PROGRAMMABLE“, der über u.a. über „GammaComp“ verändert werden kann (natürlich werden auch Einstellungen über „SpectraView II“ übernommen).

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Menüpunkt 7

„OVER DRIVE“ steuert die Overdrive-Implementierung des NEC 2490WUXi. „ColorComp“ kann in unterschiedlicher Stärke zugeschaltet werden. Die Helligkeit des ungenutzten Randes, der im Zuge einer seitengerechten Skalierung entstehen kann, wird ebenfalls über diesen Menüpunkt verändert.

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NaviSet Screenmanager

Das mitgelieferte Tool „NaviSet“ bildet die Screenmanager-Software von NEC. Es besteht aus mehreren Registerkarten, die Zugriff auf einige wichtige Monitorfunktionen (RGB-Gain Regler, Helligkeit, Kontrast) bieten. Der Funktionsumfang von normalem und erweitertem Menü wird nicht erreicht.

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Screenmanager-Software NaviSet.

GammaComp

Wesentlich interessanter als „NaviSet“, ist „GammaComp“, das per Zugriff auf die LUT des NEC 2490WUXi eine Anpassung des Monitorgammas erlaubt. Das Tool wirkt spartanisch und offenbart dennoch einen erstaunlichen Funktionsumfang.

Über die Optionen des erweiterten Menüs hinausgehend, kann der Benutzer eine Mehrpunkt-Gammakorrektur durchführen (max. 8 Stützstellen). Highlight ist ein direkter Zugriff auf die LUT. Zwar ist dieser auf 10-Bit pro Kanal beschränkt (die LUT des NEC 2490WUXi ist mit 12-Bit etwas breiter), was der Funktionalität aber keinen Abbruch tut. Die Werte selbst können mit einer Genauigkeit von 16-Bit verändert werden.

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Links: „Einfache“ Gammaauswahl, Mitte: Mehrpunkt-Gammakorrektur, rechts: Zugriff auf die Monitor-LUT.

Bildqualität

Der NEC 2490WUXi verbaut ein H-IPS Panel, das mit Hilfe einer programmierbaren 12-Bit LUT angesteuert wird. Die interne Rechengenauigkeit beträgt, wie in „GammaComp“ zu beobachten, 16-Bit pro Kanal. Damit hat NEC ein 24-Zoll Display für den ambitionierten Benutzer im Produktportfolio, der, zumindest auf dem Papier, selbst im Prepress-Bereich Verwendung finden könnte.

Durch die potente Elektronik bleiben Veränderungen, die über das OSD oder „GammaComp“ getroffen werden, faktisch verlustfrei. Der Tonwertumfang wird kaum bis gar nicht reduziert. So konnten wir in der Werkseinstellung kein Banding in Farb- und Grauverläufen ausmachen. In den voreingestellten Bildmodi zeigten sich höchstens vereinzelt zusammenfallende Tonwerte. Nach der Softwarekalibrierung ist diesbezüglich keine Verschlechterung festzustellen, denn es muss kaum über die 8-Bit LUT der Grafikkarte eingegriffen werden.

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Testbild für die Überprüfung von Farb- und Grauverläufen.

Die Ausleuchtung ist gut. Nur in der unteren, rechten Ecke zeigt sich eine kleine Aufhellung, die aber sehr begrenzt bleibt und selbst ohne Umgebungslicht nicht störend auffällt. Der Schwarzpunkt liegt in der Werkseinstellung bei hohen 0,51 cd/m², allerdings ist die Helligkeit auch auf maximalem Niveau. Durch Reduzierung der Backlight-Helligkeit kann der Schwarzpunkt bis auf 0,19 cd/m² gesenkt werden. Das ist noch kein Spitzenwert, aber, angesichts der hohen Maximalhelligkeit, deutlich besser, als befürchtet.

Bei einer für die meisten Umgebungen ausreichenden Helligkeit von 140 cd/m² messen wir einen Schwarzpunkt von 0,23 cd/m². Einige Display mit S-IPS Panel und fast alle Geräte mit S-PVA Panel schlagen den NEC 2490WUXi somit auf diesem Gebiet. Allerdings ist der Schwarzwert natürlich nur eine Komponente, die zu einem subjektiv guten Bild führt, zumal man auch mit dem NEC weit von einem schlechten Ergebnis entfernt ist.

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Sekunden Belichtungszeit, rechts: 2,5 Sekunden Belichtungszeit).
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... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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