Test Monitor NEC LCD2490WUXi-BK
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Die Bildhomogenität kann auch ohne expliziten Eingriff durch die Elektronik überzeugen. Von unschönen Verfärbungen bleibt der Benutzer verschont. Wir konnten allerdings bereits bei einigen Geräten mit IPS-Panel (siehe Testbericht zum Fujitsu Siemens P24W-5) eine leichte Streifenbildung in dunklen Tonwerten, oder aus extremen Blickwinkeln, feststellen. Das betrifft auch den NEC 2490WUXi. Allerdings ist dieser Effekt im normalen Arbeitsabstand nicht zu sehen und fällt auch in Spielen und bei der Videowiedergabe nicht auf. Die Beschichtung des Panels vermeidet einen starken Glitzereffekt, der besonders bei älteren IPS-Panels zu beobachten war.

NEC verzichtet beim 2490WUXi auf einen erweiterten Farbraum. Diese Entscheidung hat zwei Auswirkungen: Ein vernünftiges Arbeiten in größeren Quellfarbräumen (z.B. AdobeRGB) ist nicht möglich. Dafür kann man durchaus auch in ungemanagten Umgebungen mit sRGB als Quellfarbraum arbeiten. Auch die Videowiedergabe profitiert vom kleineren Monitorfarbraum.

Helligkeitsverteilung

Mit „ColorComp“ auf Stufe 3 (Standardeinstellung), liegt die gemessene Helligkeitsabweichung zum oberen Bildschirmrand bei maximal 6 Prozent, während die entsprechende Abweichung zum unteren Bildschirmrand maximal 17 Prozent erreicht. Im Durchschnitt sind es etwa 6 Prozent. Im zentralen Blickfeld liegt das Maximum bei 11 Prozent und der Durchschnittswert bei knapp 5 Prozent. Nach einer Kalibrierung mit einem Zielgamma von 2,2 wird dieser Wert über die gesamte Panelfläche gehalten. Allerdings sind diese Werte nur bedingt aussagekräftig, da sie sich auf einen Durchschnittswert beziehen.

Ohne „ColorComp“ steigt die gemessene Helligkeitsabweichung zum oberen Bildschirmrand auf maximal 10 Prozent. Noch deutlicher ist die Verschlechterung zum unteren Bildschirmrand hin. Hier liegt die Abweichung bei maximal 22 Prozent. Im zentralen Blickfeld liegt das Maximum nun bei 14 Prozent und der Durchschnittswert bei knapp 6 Prozent.

Mit entsprechender Kompensationsfunktion erreicht der NEC 2490WUXi damit ein gutes Ergebnis, wobei wir uns noch etwas mehr erhofft hätten.

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Ausleuchtung1
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Farbtemp1
An 15 Messpunkten wurden die Helligkeitswerte (linkes Bild) und die Farbtemperatur (rechtes Bild) ermittelt – ColorComp Stufe 3; gut zu erkennen ist die verringerte Leuchtdichte.
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Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Farbtemp2
An 15 Messpunkten wurden die Helligkeitswerte (linkes Bild) und die Farbtemperatur (rechtes Bild) ermittelt – ColorComp ausgeschaltet.

Das Kontrastverhältnis für den 2490WUXi liegt laut NEC bei 800:1. In der Werkseinstellung (100 % Helligkeit) können wir diese Angabe bestätigen und messen einen Kontrast von 775:1. Nach der Kalibrierung auf eine Helligkeit von 140 cd/m² sinkt der Kontrast auf 608:1 ab.

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Kontrast
Die Differenzierung heller und dunkler Graustufen wurde mittels entsprechender Testbilder überprüft.

Kontrast- und Blacklevel-Regler liegen in der Standardeinstellung bei 50 Prozent. Bei einer Zuspielung in PC-Leveln (d.h. einem RGB-Wertebereich von 0-255) sind diese Vorgaben fast ideal. Eine leichte Anhebung des Blacklevel-Reglers auf 51,25 Prozent macht einen weiteren Tonwert sichtbar, ohne dass der absolute Schwarzpegel verändert wird.

In diesen Einstellungen sind Tonwerte ab der ersten Stufe sichtbar. Am anderen (hellen) Ende des Spektrums werden die drei hellsten Tonwerte nicht mehr differenzierbar dargestellt. Eine Verringerung des Kontrastes senkt nur den Weißpegel weiter ab, ohne weitere Tonwertstufen sichtbar zu machen.

Bei 100 Prozent Helligkeit messen wir eine Leuchtdichte von 396 cd/m². Die Werksangabe von 400 cd/m² wird damit fast exakt erreicht, auch wenn ein praktischer Nutzen kaum möglich scheint.

Bei 0 Prozent Helligkeit erreichten wir (mit „ColorComp“) eine Leuchtdichte von 124 cd/m². Das Kontrastverhältnis liegt in dieser Einstellung noch bei 652:1. Eine weitere Verringerung der Leuchtdichte ist mit Bordmitteln möglich, kann aber nicht mehr über ein weiteres Dimmen der Hintergrundbeleuchtung erreicht werden. Mit dem „Low Bright Mode“ erzielten wir in der aggressivsten Einstellung 33 cd/m². Da nur der Weißpegel entsprechend abgesenkt wird, bleibt der Schwarzwert unverändert bei 0,19 cd/m². Damit ergibt sich ein flauer Kontrast von 173:1.

Blickwinkel

Der maximale Blickwinkel des NEC 2490WUXi beträgt laut Hersteller 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Wichtiger als die Blickwinkelangabe unter Einbeziehung des Restkontrastes, ist die tatsächliche subjektive Blickwinkelstabilität ohne sichtbare Farbverfälschungen, Negativeffekte oder Veränderung anderer Bildparameter.

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Blickwinkel
Blickwinkel des NEC 2490WUXi.

Das H-IPS Panel des NEC 2490WUXi zeigt sich hier von einer seiner besten Seiten. Viel besser geht es derzeit nicht. Die Blickwinkelstabilität ist sehr hoch und auch aus extremen Winkeln kommt es nur zu einem Kontrastverlust. Sichtbare Farbveränderungen bleiben aus.

Zwar erreichen aktuelle S-PVA Panels ebenfalls ansprechende Ergebnisse, allerdings kommt es bei Frontalansicht hier zu einem leichten „Gamma-Shift“. Dieser äußert sich in ein für den Betrachter sinkendes Gamma zu den seitlichen Bildschirmrändern hin. Nun sollte man solche Effekte nicht überbewerten (Bildbearbeitung wird man ohnehin eher in der Bildschirmmitte betreiben), allerdings bleibt das H-IPS Panel des NEC 2490WUXi von solchen Effekten praktisch vollständig verschont.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den NEC 2490WUXi bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum Isocoated und andererseits mit dem sRGB-Farbraum verglichen.

Den Vergleich mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 verwenden wir nur bei Geräten, die über einen erweiterten Farbraum verfügen. Der NEC 2490WUXi deckt hier gerade einmal 79 bzw. 75 Prozent ab.

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... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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