Test Monitor NEC LCD2490WUXi-BK
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Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt.

Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum Isocoated-Druckfarbraum für „Normalanwender“ von Bedeutung.

Interessant ist der Vergleich zum Isocoated-Farbraum des Offset-Drucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Standard-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den tatsächlichen Farbraum dann nicht mehr darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Wenn der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

Isocoated: 91 % Abdeckung

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Iso1
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Iso2
 

sRGB: 95 % Abdeckung

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Srgb1
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Srgb2
 

Der sRGB Farbraum wird mit 95 Prozent gut abgedeckt. Die Schnittmenge mit dem Isocoated-Farbraum liegt mit 91 Prozent für ein Gerät ohne erweiterten Farbraum ebenfalls auf solidem Niveau.

deltaE Abweichung

Erläuterung der deltaE Abweichung: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE Wert von 1 entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge wahrnehmen kann. Bei den Farben erkennen die meisten Menschen ab einem Wert von 3 einen Unterschied. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, so dass bei diesen bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte unter 3 dE liegen, das Maximum unter 10 dE, besser unter 6 dE. Bis 10 dE haben zwei Farben aber noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB Standard

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 6744
140 395
0,00 0,51
Nativ 775
sRGB (~2,2) 2,12
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Standard Zu Srgb
 

In der Werkseinstellung liegen Helligkeit und Schwarzpunkt mit knapp 400 respektive 0,51 cd/m² zu hoch. Der angestrebte Weißpunkt wird um knapp 250 Kelvin verfehlt. Kaum Anlass zur Kritik geben die Abweichungen der Grauwerte. Ausgehend vom erreichten Weißpunkt, weisen sie faktisch keine farblichen Abweichungen auf. Das Bildschirmgamma sinkt über die Grauachse um etwa 0,1 und bleibt damit relativ stabil. Die Abweichungen in den Farbwerten zeigen, im positiven Sinne, deutlich, dass es sich um ein Gerät ohne erweiterten Farbraum handelt. Der sRGB-Modus führt zu keinen signifikanten Änderungen.

Da die Werkseinstellung als Ausgangspunkt für die meisten Benutzer sehr wichtig ist, haben wir mit HCFR noch eine genauere Darstellung aufbereitet:

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Hcfr1
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Hcfr2
 
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Hcfr3
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Hcfr4
Links: Gammaverlauf in der Werkseinstellung; rechts: Monitorfarbraum im zweidimensionalen CIE xy Diagramm.

Vergleich des Bildmodus „1“ mit dem sRGB Standard

Bildmodus „1“ sRGB-Standard Erreicht
6500 9979
140 298
0,00 0,51
Nativ 583
sRGB (~2,2) 2,14
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Modus1 Zu Srgb
 

Stellvertretend für die vordefinierten (und frei veränderbaren) Bildmodi, haben wir noch den Bildmodus „1“ vermessen. Bis auf eine um ca. 100 cd/m² niedrigere Helligkeit und einen Weißpunkt von rund 10.000 Kelvin, ist das Ergebnis mit den vorigen Messwerten vergleichbar. Insbesondere die Grautöne werden wieder sehr gut reproduziert. Etwas rätselhaft bleibt, warum der Schwarzpunkt, trotz der verringerten Helligkeit, nicht absinkt. Das legt den Schluss nahe, dass nicht die Backlight-Helligkeit, sondern nur der Weißpegel reduziert wurde. Aus den Werkseinstellungen heraus, erreichen wir bei einer Helligkeit von knapp 290 cd/m² einen Schwarzpunkt von 0,36 cd/m², was einem Kontrast von etwa 800:1 entspricht.

Profilgenauigkeit sRGB

Kalibriert sRGB-Standard Erreicht
6500 6504
140 140
0,00 0,23
Nativ 608
sRGB (~2,2) 2,17
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Profilvergleich
 

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Geringe Abweichungen lassen darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (ColorManagementModule) farbmanagementfähiger Software kann damit ein möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideales Tonwertmapping, gemäß dem ausgewählten Rendering-Intent, durchführen.

Der NEC 2490WUXi gibt sich hier keine Blöße. Das erstellte Profil beschreibt den Monitor sehr exakt und die Abdeckung von sRGB ist hoch genug, um in diesem Farbraum vernünftig arbeiten zu können.

Vergleich des kalibrierten Profils mit dem sRGB Standard

Kalibriert sRGB-Standard Erreicht
6500 6535
140 140
0,00 0,23
Nativ 608
sRGB (~2,2) 2,17
Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Cmm Zu Srgb
 

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem sRGB Profil versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz, mit dem Rendering-Intent „perzeptiv“. Da der Quellfarbraum nur an einigen Stellen etwas größer als der Monitorfarbraum ist (siehe 3D Farbraumvergleich) und somit kaum Farben außerhalb des Zielfarbraums liegen, sollten die Abweichungen durch nur geringe Kompression niedrig ausfallen – was sie auch tun. Nur im Blau- und Magentabereich, treten etwas höhere Abweichungen auf.n n

Nec Lcd2490wuxi Bk Monitor Nec 2490 Korrekturkurve Srgb
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der sRGB-Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Im OSD haben wir für die Kalibrierung mit einem Weißpunkt von 6500K und einer Helligkeit von 140 cd/m² folgende Einstellungen abweichend von der Werkseinstellung gewählt: Helligkeit: 14.9%, Kontrast: 50%, Blacklevel: 50%, Rot: 243, Grün: 255, Blau: 224.

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... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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