Test Monitor NEC LCD2690WUXi2-BK
3/8

0
4193

NaviSet Screenmanager

Das mitgelieferte Tool „NaviSet“ bildet die Screenmanager-Software von NEC. Es besteht aus mehreren Registerkarten, die Zugriff auf einige wichtige Monitorfunktionen (RGB-Gain-Regler, Helligkeit, Kontrast) bieten. Nicht erreicht wird der Funktionsumfang des normalen und erweiterten Menüs.

GammaComp

Beim NEC2490WUXi konnte uns „GammaComp“ voll überzeugen, erlaubte es doch, die Gradation über eine Mehrpunkt-Gammakorrektur bzw. direkten Zugriff auf die Bildschirm-LUT zu verändern. Leider gelang es uns auch mit aktueller Version des Tools nicht, eine Verbindung zum NEC 2690WUXi2 über DDC/CI herzustellen. Damit konnte diese Möglichkeit leider nicht genutzt werden.

Bildqualität

Auch im NEC 2690WUXi2 kommt ein IPS-Panel zum Einsatz. Die H-IPS Variante verzichtet, im Gegensatz zum Vorgängermodell, auf den A-TW Polarisator, der laut NEC nicht mehr hergestellt wird (und deswegen auch beim NEC 2490WUXi2 nicht mehr verbaut wird). Wir erhoffen uns dennoch gute Ergebnisse in Bezug auf den Blickwinkel.

Die Elektronik ist mit einer 12-Bit-LUT und einer internen Rechengenauigkeit von 16 Bit sehr leistungsfähig. In der Werkseinstellung ist in Farbverläufen keinerlei Banding auszumachen. Analog zum NEC 2490WUXi zeigt sich auch in den Bildmodi, d. h. in von der Werkseinstellung abweichenden Einstellungen, nur minimales Banding in einigen wenigen Bereichen. Der Tonwertumfang bleibt also hoch, auch wenn „extreme“ Einstellungen gewählt werden.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Grauverlauf
Vorbildlicher Graustufenverlauf: keinerlei Banding in der Werkseinstellung.

Keine Klagen gibt es in Bezug auf die Ausleuchtung, die über die gesamte Panelfläche sehr homogen bleibt. Minimale Aufhellungen im oberen und unteren Bereich sind auch für anspruchsvolle User absolut unkritisch und werden erst bei Aufnahmen mit längerer Belichtungszeit etwas deutlicher sichtbar. Wolkenbildungen bleiben völlig aus. In der Werkseinstellung liegt der Schwarzpunkt bei 0,37 cd/m². Die Backlight-Helligkeit ist standardmäßig auf maximalem Niveau. Eine Reduzierung der Backlight-Helligkeit erlaubt die Absenkung des Schwarzpunktes bis auf 0,16 cd/m². Der Regelungsbereich des Backlights ist bei etwa 140 cd/m² erreicht, was für die meisten Umgebungen durchaus ausreichend ist. Eine darüber hinausgehende Verringerung der Helligkeit senkt den Schwarzpunkt nicht mehr weiter ab.

In Bezug auf den Schwarzpunkt ist das Ergebnis, besonders für ein Gerät mit IPS-Panel, sehr gut, und kann auch von vielen Bildschirmen mit VA-Panel keineswegs unterboten werden. Die geringere Maximalhelligkeit macht sich hier im Vergleich zum Vorgängermodell (400 cd/m² vs. 320 cd/m²) sehr positiv bemerkbar.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Schwarz1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Schwarz2
Links: 3,2 Sekunden Belichtungszeit, rechts: 8 Sekunden Belichtungszeit.

Die Bildhomogenität ist mit dem Zuschalten von „ColorComp“ über die gesamte Fläche des Panels sehr gut. Die leichte Streifenbildung, die wir zum Beispiel beim NEC 2490WUXi in dunklen Tonwerten bzw. aus extremen Blickwinkeln feststellen konnten, bleibt hier aus. Das gilt auch für Glitzereffekte, die sich aus der Beschichtung des Panels ergeben könnten.

Helligkeitsverteilung

Bislang haben wir bei NEC-Bildschirmen mit „ColorComp“ je eine Messreihe mit aktivierter (Stufe 3) und deaktivierter Funktion durchgeführt. Wir nehmen für diesen Test noch die maximale Kompensationsstufe (5) auf, da „ColorComp“ nur wenig negative, dafür aber umso mehr positive Effekte hat.

Deutlich ist der insgesamt abgesenkte Weißpegel (und damit ein verringerter Kontrast), der der Funktionsweise dieser Schaltung (Angleichung während der Herstellung ausgemessener Bildschirmbereiche) geschuldet ist.

Mit „ColorComp“ auf Stufe 5 liegt die gemessene Helligkeitsabweichung zum oberen Bildschirmrand bei maximal sechs Prozent, während die entsprechende Abweichung zum unteren Bildschirmrand maximal fünf Prozent erreicht. Im Durchschnitt sind es etwa drei Prozent. Im zentralen Blickfeld ergibt sich keine deutliche Verbesserung dieser ohnehin guten Werte.

In der Standardeinstellung von „ColorComp“ (Stufe 3) steigen die Abweichungen nur minimal. In Bezug auf den oberen Bildschirmrand verbessert sich das Ergebnis mit maximal vier Prozent sogar leicht. Zum unteren Bildschirmrand sind es nun maximal neun Prozent. Der Durchschnittswert steigt leicht auf 3,2 Prozent. Im zentralen Blickfeld liegt das Maximum bei vier Prozent, der Durchschnittswert bei lediglich 2,5 Prozent.

Ohne „ColorComp“ steigt die gemessene Helligkeitsabweichung zum oberen Bildschirmrand auf maximal elf und zum unteren Bildschirmrand auf bis zu 19 Prozent. Durchschnittlich sind es 5,8 Prozent. Im zentralen Blickfeld liegt das Maximum nun bei sechs Prozent und der Durchschnittswert bei knapp 2,8 Prozent.

Nach einer Kalibrierung mit einem Zielgamma von 2,2 wird dieser Wert in jeder Einstellung über die gesamte Panelfläche gehalten. Allerdings sind diese Werte nur bedingt aussagekräftig, da sie sich auf einen Durchschnittswert beziehen und damit die tatsächliche Gradation nicht exakt abbilden.

Mit „ColorComp“ liegt der NEC 2690WUXi2 damit im tiefgrünen Bereich. Die Abweichungen sind auf geringem Niveau und übertreffen den NEC 2490WUXi klar. Die Serienstreuung spielt in diesem Bereich allerdings eine große Rolle.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Helligkeit1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Helligkeit2
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Helligkeit3
An 15 Messpunkten wurden die Helligkeitswerte ermittelt (links: ColorComp aus; mitte: ColorComp Stufe 3; rechts: ColorComp Stufe 5).
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Ftemp1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Ftemp2
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Ftemp3
An 15 Messpunkten wurde die Farbtemperatur ermittelt (links: ColorComp aus; mitte: ColorComp Stufe 3; rechts: ColorComp Stufe 5).

Das Kontrastverhältnis liegt laut NEC für den 2690WUXi2 bei 1000:1, während der Vorgänger mit maximal 800:1 beworben wird. In der Werkseinstellung (100 Prozent Helligkeit) messen wir mit gut 870:1 einen etwas geringeren Wert, der aber keinen Anlass zur Kritik gibt. Nach der Kalibrierung auf eine Helligkeit von 140 cd/m² sinkt der Kontrast auf weiterhin gute 777:1 ab.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Kontrast
Die Differenzierung heller und dunkler Graustufen wurde mittels entsprechender Testbilder überprüft.

Kontrast- und Blacklevel-Regler liegen in der Standardeinstellung bei 50 Prozent. Bei einer Zuspielung in PC-Leveln (d. h. einem RGB-Wertebereich von 0-255) sind diese Vorgaben fast ideal. Eine leichte Anhebung des Blacklevel-Reglers auf 52 Prozent macht Tonwerte ab der ersten Stufe sichtbar. Der Schwarzpunkt leidet unter dieser sanften Erhöhung kaum. Am anderen (hellen) Ende des Spektrums werden lediglich die drei hellsten Tonwerte nicht mehr differenzierbar dargestellt. Wie bereits beim NEC 2490WUXi vermag eine Verringerung des Kontrastes keine weiteren Tonwertstufen sichtbar zu machen.

Bei 100 Prozent Helligkeit messen wir eine Leuchtdichte von knapp 323 cd/m². Die Werksangabe wird damit fast exakt getroffen. Diese Einstellung dürfte nur unter extremen Bedingungen überhaupt nutzbar sein, hinterlässt aber das beruhigende Gefühl, genügend Reserven in Bezug auf etwaige Alterungsvorgänge zu haben.

Eine Absenkung auf null Prozent Helligkeit führt zu einer Leuchtdichte von gut 36 cd/m². Der Regelungsbereich des Backlights ist hier weit überschritten (minimal kamen wir im Test auf knapp 139 cd/m²). Der Kontrast liegt, aufgrund des Schwarzpunktes von 0,16 cd/m², entsprechend bei nur noch gut 225:1.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen