Test Monitor NEC LCD2690WUXi2-BK
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Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Auch TN-Panels erreichen ähnliche Blickwinkel auf dem Papier, dies aber bei einem Restkontrast von 5:1. Damit sind die Werte nicht vergleichbar.

Wichtiger als die Blickwinkelangabe unter Einbeziehung des Restkontrastes, ist daher die tatsächliche, subjektive Blickwinkelstabilität ohne sichtbare Farbverfälschungen, Negativeffekte oder Veränderung anderer Bildparameter.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Blickwinkel
Auf hohem Niveau – die Blickwinkelunabhängigkeit des NEC 2690WUXi2.

Mit dem H-IPS-Panel war der NEC 2690WUXi2 faktisch schon auf ein sehr gutes Ergebnis „programmiert“. Und tatsächlich hat er uns nicht enttäuscht. Die Blickwinkelstabilität ist auf hohem Niveau, extreme Winkel führen zu einer Kontrastverminderung aber keinen unschönen Farbveränderungen. Die wahrgenommene Gradation bleibt ebenfalls unverändert. Es kommt also nicht zum teilweise kontrovers diskutierten „Gammashift“ (ein optisches Absinken des Gammawerts zu den Rändern hin), wie ihn Displays mit VA-Panels zeigen. Insgesamt dürfte das verwendete H-IPS Panel das derzeit Machbare in Bezug auf die Blickwinkelstabilität im LC-Display-Bereich darstellen.

Der Verzicht auf den A-TW-Polarisator macht sich bei dunklen Bildinhalten bemerkbar, da es aus dem Winkel nun zu leichten Aufhellungen kommt. Das sollte aber keine wirkliche Einschränkung im Alltagsbetrieb und bei überwiegend frontaler Betrachtung darstellen.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den NEC 2690WUXi2 bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Officebetrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum ISOcoated und andererseits mit den Farbräumen sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 verglichen.

Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt. Zum Funktionieren dieser „sRGB-Kette“ ohne Farbmanagement müssen allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen erfüllen (und dürfen Sie, in Bezug auf den Farbraum, auch keinesfalls „übererfüllen“).

Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum ISOcoated-Druckfarbraum für „Normalanwender“ von Bedeutung.

Interessant ist der Vergleich zum ISOcoated-Farbraum des Offsetdrucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

ISOcoated: 99 % Abdeckung

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Iso1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Iso2
Dreidimensionaler Vergleich des Monitorfarbraums (schwarze Linie) mit dem Referenzfarbraum “ ISOcoated“ des Offsetdrucks (weiße Linie).

Weiterhin haben wir ermittelt, wie gut der NEC 2690WUXi2 verschiedene Farbräume abdeckt. Wichtig für Normalbenutzer ist die sRGB-Abdeckung. AdobeRGB ist hingegen für Grafiker und Fotografen von Interesse, ebenso wie ECI-RGB 2.0.

Erläuterung der 3D-Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Standardfarbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den tatsächlichen Farbraum dann nicht mehr darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Wenn der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

sRGB: 100 % Abdeckung

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Srgb1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Srgb2
AdobeRGB: 99 % (ICC3D: 94 %) Abdeckung
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Argb1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Argb2
ECI 2.0: 89 % (ICC3D: 83 %) Abdeckung
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Eci1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Eci2
 

Der ISOcoated-Farbraum wird mit 99 Prozent nahezu vollständig abgedeckt. Da der sRGB-Farbraum komplett vom Monitorfarbraum eingeschlossen wird, ist, bei korrektem Monitorprofil, eine sehr exakte Darstellung von entsprechenden Inhalten unter farbmanagementfähiger Software möglich.

Auch AdobeRGB wird mit rund 99 Prozent fast vollständig abgedeckt. Dieses Ergebnis basiert auf der Angabe im UGRA-Test. Ihm stehen deutlich mehr Messergebnisse zur Verfügung als dem Tool „ICC3D“, das wir zur Visualisierung des Farbraumvergleiches in Lab nutzen (und das letztlich mit den drei Primärvalenzen auskommen muss). Die Ermittlung der Schnittmenge in ICC3D ergibt eine Abdeckung von 94 Prozent – ist aber, wie angedeutet, tendenziell ungenauer.

ECI-RGB wird laut UGRA-Test zu 89 Prozent abgedeckt. Die aus ICC3D berechnete Schnittmenge ist mit 83 Prozent wiederum geringer.

Im Ergebnis erlaubt der NEC 2690WUXi2 ein sinnvolles Arbeiten in AdobeRGB. Mit ECI-RGB als Arbeitsfarbraum gibt es kleinere Einschränkungen, d. h., je nach Bildinhalt kann es zu leichten Farbabrissen und etwas größeren Farbabweichungen, besonders im Rotbereich, kommen. Allerdings gibt es auch unter den Bildschirmen mit erweitertem Farbraum derzeit nur wenige Exemplare, die bezüglich ECI-RGB wirklich besser abschneiden.

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