Test Monitor NEC LCD2690WUXi2-BK
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Das Verhalten in farbmanagementfähiger Software

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes (sRGB, AdobeRGB, ECI-RGB) versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz.

Mit der Beschränkung auf Primär- und Sekundärfarben können wir natürlich kein wirklich detailliertes Bild zeichnen. So müssen beispielsweise Unterabdeckungen überhaupt nicht ins Gewicht fallen, wenn entsprechende Tonwerte, die außerhalb des Monitorfarbraums liegen, nicht im betrachteten Bild vorhanden sind. Aufgrund des relativ farbmetrischen Rendering-Intents bleiben durch das CMM verursachte Farbraumkompressionen aus.

Vergleich des kalibrierten Profils mit dem sRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
D65 6525
140 140
0,00 0,18
Nativ 777
sRGB (~2,2) sRGB (~2,2)
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Kalibriert Zu Srgb
 

Die Abweichungen sind bei sRGB als Quellfarbraum auf sehr niedrigem Niveau. Hier macht sich die vollständige Abdeckung von sRGB sehr positiv bemerkbar.

Vergleich des kalibrierten Profils mit dem AdobeRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
D65 6526
140 140
0,00 0,18
Nativ 777
2,20 2,21
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Kalibriert Zu Argb
 

Mit AdobeRGB als Quellfarbraum steigen die Abweichungen nur leicht und bleiben damit niedrig. Auch dies ist der entsprechend hohen Farbraumabdeckung zu verdanken.

Vergleich des kalibrierten Profils mit dem ECI-RGB-2.0-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
D50 4984
120 120
0,00 0,17
Nativ 823
Lstar ~2,33
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Kalibriert Zu Ecirgb
 

Nach der Kalibrierung auf die Empfehlungen für ECI-RGB 2.0 wird die L*-Charakteristik erreicht. In den Farbwerten steigen die Abweichungen gegenüber sRGB und AdobeRGB an. Die Unterabdeckung zeigt sich besonders im Rotbereich. Gut zu erkennen ist aber, dass man mit dem NEC 2690WUXi2 auch in diesem Farbraum arbeiten kann.

Hardwarekalibrierung

Die gute Nachricht zuerst: Auch der NEC 2690WUXi2 erlaubt mit SpectraView II eine Hardwarekalibrierung. Wermutstropfen bleibt allerdings weiterhin, dass die Software in Europa nicht vertrieben wird. Hier setzt NEC nach wie vor auf separate „SpectraView“-Geräte, die mit der Software „SpectraView Profiler“ hardwarekalibriert werden können.

Wie bereits im Testbericht zum NEC 2490WUXi vermerkt, bleiben mit SpectraView II kaum Wünsche offen.

In einem ersten Schritt erstellt der Benutzer ein Kalibrierungstarget, oder wählt ein bereits vorhandenes aus. Zwischen den kalibrierten Targets kann „on the fly“ gewechselt werden. Das schließt die entsprechenden Änderungen in der Monitor-LUT genauso ein wie die korrekte Einbindung des assoziierten Monitorprofils.

Die Einstellungen für ein Target umfassen alle notwendigen Vorgaben. Der Weißpunkt kann aus einer Liste (u. a. D50 und D65) gewählt, aber in einem speziellen Dialog auch völlig frei (u. a. in CIE-Normfarbwertanteilen) definiert werden. Die Gradation wird über ein fixes Bildschirmgamma (Werte zwischen 1 und 3) oder einen benutzerdefinierten Dialog festgelegt. In diesem Fall existieren Presets für die L*- und sRGB-Charakteristik. Über eine selbsterstellte Liste kann aber, vergleichbar zu „GammaComp“, eine sehr individuelle Gradation erzeugt werden. Die fehlende Unterstützung dieses Tools fällt in Verbindung mit SpectraView II also nicht ins Gewicht. Natürlich ist auch die Helligkeit, im Rahmen der Möglichkeiten des Bildschirms, frei wählbar. Mit geeigneten Messsonden kann der Weißpunkt auch auf das aktuelle Umgebungslicht abgestimmt werden.

Die Möglichkeiten von SpectraView II sind damit noch nicht erschöpft. So existiert u. a. eine Evaluationsmöglichkeit, mit der die Qualität der Kalibrierung überprüft werden kann.

Mit einem speziellen sRGB-Target kann der NEC 2690WUXi2 auch im sRGB-Modus hardwarekalibriert werden. In diesem Fall ist die Gradation auf ein Gamma von 2,2 festgesetzt und als Weißpunkt D65 vorgesehen. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wird hier auch tatsächlich auf diesen Weißpunkt kalibriert, also nicht einfach nur ein Preset aufgerufen und danach eine Profilierung durchgeführt.

Da sich am sRGB-Modus selbst nichts ändert, bleiben die Ergebnisse sehr bescheiden. Verschlimmernd kommt hinzu, dass das erstellte Monitorprofil in diesem (und glücklicherweise nur diesem) Fall den Farbraum des Bildschirms und seine Gradation, die trotz eines voreingestellten Gammawerts von 2,2 tatsächlich etwa eine sRGB-Charakteristik erreicht, nicht korrekt beschreibt.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Icc
Unrealistisch: die von SpectraView II erfaßte Primärvalenz Blau in der sRGB Emulation.

Damit ist ein Arbeiten noch weniger sinnvoll möglich, als bei „purer“ Auswahl des sRGB-Bildmodus ohne Kalibrierung und Profilierung durch SpectraView II. „Irgendwo ist da der Wurm drin“, bleibt als Quintessenz in Bezug auf die sRGB-Emulation übrig.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Sv1
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Sv2
Hardwarekalibrierung per SpectraView II – links: Hauptfenster; rechts: Einstellungen für ein Target.
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Sv3
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Sv4
Hardwarekalibrierung per SpectraView II – links: Übersichtsfenster; rechts: Individuelle Einstellungen für die Gradation.

UGRA-Test

Abschließend haben wir den NEC 2690WUXi2 auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800 K, Gamma 1,8), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Das Ergebnis ist gut, obwohl die Zertifizierung nicht erreicht werden konnte. Der Tonwertumfang ist auch nach der Softwarekalibrierung ausreichend hoch und bis auf eine Ausnahme werden auch die anderen Vorgaben erfüllt. Nur die farblichen Abweichungen der Graustufen untereinander sind, wie schon beim NEC 2490WUXi, etwas zu hoch. Die Grauachse ist dennoch ziemlich neutral.

Leider können wir den UGRA-Test nur im „Bundle“ mit einer Softwarekalibrierung ausführen, daher müssen wir ein Ergebnis mit Hardwarekalibrierung schuldig bleiben. Da die Vorgabe des UGRA-Tests nur knapp verfehlt wurde, würde der NEC 2690WUXi2 die Zertifizierung im Rahmen einer Hardwarekalibrierung aber höchstwahrscheinlich erreichen.

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Ugra
Der ausführliche UGRA-UDACT-Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Da in Sachen Elektronik keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Vorgänger- und Schwestermodelle vorliegen, verfügt natürlich auch der NEC 2690WUXi2 über eine ausgereifte Lösung zur Skalierung. Die geht qualitativ deutlich über einfaches Pointsampling hinaus, das, ungeachtet des Quellseitenverhältnisses, immer noch viele Bildschirme zur Skalierung nutzen. Bei Zuspielung durch den PC ist man also grundsätzlich nicht darauf angewiesen, die Skalierung von der Grafikkarte übernehmen zu lassen.

Die folgenden Bilder geben einen groben Eindruck über die Qualität der Skalierung wieder. Der Schärferegler stand auf 26,2 Prozent (Regelungsbereich: 0 – 100 Prozent). Dies entspricht der werksseitig getroffenen Voreinstellung. Der Abstand der Kamera zum Bildschirm ist stets identisch und es wird immer seitengerecht auf Vollbild skaliert.

Text:

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 1200
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 1050
Links Auflösung 1.920 x 1.200 und rechts Auflösung 1.680 x 1.050.
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 1024
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 768
Links Auflösung 1.280 x 1.024 und rechts Auflösung 1.024 x 768.

Um die Skalierung in Spielen zu verdeutlichen, haben wir identische Auflösungen in „Civilization IV – Beyond the Sword“ genutzt.

Spiele:

Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Game 1200
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Game 1050
Links Auflösung 1.920 x 1.200 und rechts Auflösung 1.680 x 1.050.nn
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Game 1024
Nec Lcd2690wuxi2 Bk Monitor Nec 2690 Game 768
Links Auflösung 1.280 x 1.024 und rechts Auflösung 1.024 x 768.nn

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