BRANDHEISS

Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität
5/8

LED-Projektor mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) in einem pflegeleichten und schmucken Design, der sogar einen USB-C-Anschluss besitzt und zudem ein tolles Preis-Leistungsverhältnis aufweist

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt ViewSonic mit 1200 LED-Lumen an. Erst der Blick in das zum Download verfügbare Datenblatt verrät es genauer: Gemessen nach ANSI sind es nur 500 Lumen. Die Nennung von LED-Lumen ist aber nach unseren Erfahrungen durchaus gerechtfertigt. Die wahrgenommene Helligkeit ist bei LED-Beamern bekanntlich aufgrund der Farbdarstellung erheblich besser, als es die reine Messung der Leuchtkraft bei einem weißen Testbild vermuten lässt. Weniger realistisch erscheint uns dagegen die Herstellerangabe zum Kontrast: 3 000 000:1.

Auf die Stärke des Lichtstroms wirkt sich beim M2 primär die Einstellung „Lampenleistung“ (Normal/Sparmodus) aus. Für die Messungen haben wir ansonsten primär die Werkseinstellung mit dem Bildmodus „Film“ verwendet.

Den höchsten Lichtstrom messen wir erwartungsgemäß mit 282 Lumen in der Bildmitte und mit 268 ANSI-Lumen wie üblich gemittelt über die gesamte Bildfläche. Etwas näher an die Herstellerangabe kommen wir im Bildmodus „Am hellsten“ heran. Hier messen wir 329 Lumen in der Bildmitte und 314 ANSI-Lumen gemittelt über die gesamte Bildfläche.

Den Modus „Am hellsten“ kann man aber nicht wirklich empfehlen, da es hier zu deutlich sichtbaren Farbverschiebungen bereits in den Graustufen kommt. Eine entsprechende Abbildung zeigen wir zum besseren Vergleich erst weiter unten. Für den Einsatz bei Restlicht oder gar Tageslicht ist der ViewSonic M2 so oder so nicht geeignet.

Mit der Lampenleistung „Öko“ kann man zwar Energie sparen, bekommt dann aber auch noch weniger Licht. Laut Hersteller sollen es 70 % der „normalen“ Leistung sein. Nach unseren Messungen bleibt mit gut 75 % sogar etwas mehr übrig.

Die scheinbar geringen Messwerte sollten einen aber nicht dazu verleiten, den M2 zu unterschätzen. Die Herstellerangabe von 1200 LED-Lumen erscheint uns subjektiv zum Vergleich mit Projektoren mit herkömmlichen UHP-Lampen durchaus gerechtfertigt. In unserer Testumgebung (90-Zoll-Leinwand mit GAIN-Faktor 1) war die Lichtleistung bei normaler Lampenleistung für einen vollständig abgedunkelten Raum durchaus ausreichend. Selbst in der Öko-Einstellung könnte man noch einen Film anschauen. Empfehlen würden wir das aber nicht mehr.

In Verbindung mit einer Powerbank kann man den M2 auch unterwegs und ohne Steckdose betreiben. Angeschlossen wird der Akku über den USB-C-Eingang. Allerdings reduziert sich dann die Lichtleistung bereits im Normalbetrieb auf nur 50 %. Dann muss man auf jeden Fall auch bei der Größe der Projektionsfläche entsprechende Abstriche machen.

Die Effizienz ist mit 4,5 Lumen/Watt im Modus „Film“ sehr gut, wenn auch im Vergleich zu anderen LED-Projektoren nicht rekordverdächtig.

Weniger gut sieht es dagegen beim Schwarzwert aus. Der ViewSonic M2 lässt hier so einiges an Restlicht durch. Schwarze Flächen erscheinen somit subjektiv eher wie ein dunkles Grau und sind im Vergleich zum (wirklich) schwarzen Rahmen der Leinwand stark aufgehellt. Zudem zeigt sich im Schwarzbild-Test (Abbildung weiter unten) eine deutliche rötliche Einfärbung, die zudem nicht gerade gleichmäßig verläuft.

Beim statischen Kontrastverhältnis erreicht der M2 mit 378:1 auch nur ein mäßiges Ergebnis. Für unsere Kontrastwahrnehmung ist allerdings nicht nur der Schwarz-Weiß-Kontrast entscheidend, sondern auch der Farbkontrast. Doch hier kann der M2 ebenfalls nicht im gleichen Maße überzeugen wie andere LED-Beamer, die wir bereits im Test hatten.

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Modus „Film“
bei voller Lampenleistung
268,42 0,7093 378:1 4,5

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm: Gleichmäßige Helligkeitsverteilung
Gleichmäßige Helligkeitsverteilung

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei sehr guten 95 %. Nennenswerte Abweichungen sind nur in den Ecken oben zu messen. Auch für das bloße Auge ist das Weißbild sehr gleichmäßig. Weder bei der Helligkeit noch bei der Farbhomogenität sind ernsthafte Abweichungen zu erkennen.

Weißbild: Keine nennenswerten Abweichungen bei Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität
Weißbild: Keine nennenswerten Abweichungen bei Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Beim Schwarzbild sieht es dann nicht ganz so rosig aus. Zum einen ist es nicht wirklich schwarz. Den Unterschied sieht man sehr gut im Vergleich zum (wirklich) schwarzen Rahmen der Leinwand. Zum anderen zeigt das Schwarzbild eine deutliche rötliche Einfärbung. Auch bei der Helligkeitsverteilung ist mit bloßem Auge ein Hotspot in der Mitte unten zu erkennen.

In normalen Filmszenen ist uns in dunklen Bereichen von der rötlichen Einfärbung aber nichts aufgefallen. Sehr erfreulich ist in dieser Preisklasse ferner, dass wir beim M2 keinerlei unerwünschtes Streulicht feststellen konnten.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

Interessante Themen

8 Gedanken zu „Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität“

  1. Hallo,

    hier steht das der Beamer mit einem Abstand 3,7 Meter auf eine 2 Meter Leinwand projeziert wurde. Ich habe gelesen, dass es keinen optischen Zoom gibt und das Verhältnis 1:1.2 ist. Gibt es also doch eine Möglichkeit zum Zoomen. Weil bei 3,7 und Verhältnis 1:1.2 ergibt sich ja eine Bildfläche von 3,083 Metern. Ich frage weil meine Wand tatsächlich 3,8 Meter entfernt ist und daher die Möglichkeit des Zooms (digital oder optisch) essentiell wäre.

    Danke für die Antwort,
    Christian

    Antworten
    • Das ist ein Fehler im Text, den wir korrigieren. Im Test steht, dass kein Zoom vorhanden ist und wir haben die Tabelle des Herstellers eingefügt, die Daten stimmen. Wir ändern das noch ab.

      Antworten
  2. Habe mich nun mit dem Beamer fast zwei Wochen lang beschäftigt. Kurz gesagt sobald die trapezkorrektur ausgeschaltet ist, ist das Bild 1A mit sauberen 60fps sichtbar( ohne stottern)

    Antworten
  3. Liebes Prad-Team,

    ich habe den M2 nun ein halbes Jahr. Ausschließlich für Spielfilme. Bislang nutzte ich hochwertige Heimkino Beamer z. B. von Mitsubishi.

    Das größte Problem sehe ich in dem extrem stotternden Bild. Ihr schreibt, dass durch eine ‚zuschaltbare Zwischenbildberechnung‘ alles flüssiger wird.

    Nach meinem bisherigen Wissen, gibt es hier nichts zuschaltbares. Das Stottern wird auch in den internationalen Foren als negativ dargestellt. Auf deutschen Seiten habe ich darüber noch nichts gelesen.

    Wo ist denn diese Einstellung (versteckt)? Bei welcher Firmware?

    Viele Grüße
    Matthias

    Antworten
    • Hallo Matthias,

      schau mal im Testbericht unter „Bedienung und OSD“ auf die Abbildung „OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb“. Dort siehst Du auch den Schalter „Frame interpolation“. Wie der Name sagt, sind diese Einstellungen nur im laufenden Betrieb zugänglich und abhängig von der Signalquelle.
      Dass man einen auf Portabilität getrimmten Beamer für 633 EUR nicht mit ausgewachsenen Heimkino-Projektoren für 2.000 EUR und mehr vergleichen kann, sollte sich eingentlich auch ohne die Erwähnungen im Fazit von selbst verstehen.

      Antworten
      • Hallo Manuel,

        Danke für die flotte Antwort. Meine Anfrage war ungenau. Bei der ‚Zuschaltung‘ ging es mir eigentlich um die komplette Abschaltung der Frame Interpolation.

        Eine kurze Recherche hat ergeben, dass es seit der Firmware v0.57 nun endlich auszuschalten ist. Aber zu speichern scheint der M2 das nicht. Wenn ich wieder ins Menü gehe, erscheint ‚Hoch‘ als Einstellung.

        Ich hoffe, dass an der Firmware noch weiter gearbeitet wird. Die Spezifikationen des Beamers passen für mich nach wie vor.

        Antworten
  4. Könnt ihr etwas vergleichbar teures oder günstigeres empfehlen, dass aber grade im Bereich feiner Details wirklich erwähnenswert ist? Ich suche noch so einen kleinen, handlichen und bezahlbaren Beamer für Vorzeichnungen schnell und effizient auf Leinwand übertragen zu können.

    Antworten
    • Wir haben bei der Bilddarstellung ja einen Vergleich mit dem ASUS F1 gemacht, hast Du das Bild gesehen? Der ist aber deutlich teurer. Das Preis-Leistungsverhältnis des ViewSonic M2 ist richtig gut.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!