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Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität
7/8

LED-Projektor mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) in einem pflegeleichten und schmucken Design, der sogar einen USB-C-Anschluss besitzt und zudem ein tolles Preis-Leistungsverhältnis aufweist

Reaktionsverhalten

Hinsichtlich Reaktionsverhalten waren im Praxistest bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Beides macht mit dem M2 gleichermaßen Spaß. Gerade für Spieler ist die DLP-Technik mit ihren blitzschnellen Reaktionszeiten gut geeignet.

Bei schnellen Spielen sind die 120 Hz sicher von Vorteil. Erfreulicherweise kann der M2 das auch in der nativen Auflösung. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass ebenso der Input-Lag eine Rolle spielt. ViewSonic gibt die Eingangslatenz mit 125 ms an. Für besonders reaktionsschnelle Spiele ist der M2 damit nicht geeignet.

Positiv zu erwähnen ist beim ViewSonic M2 noch die zuschaltbare Zwischenbildberechnung. Auch bei der Filmwiedergabe hat sie in Actionszenen zu einem deutlich ruhigeren Bild geführt.

3D-Wiedergabe und HDR

Mit 3D und HDR10 hat der ViewSonic M2 noch zwei Features in petto, die man vielleicht eher als Gimmick im Sinne von „kann er auch“ betrachten sollte. Maßgeblich für die Kaufentscheidung sollten sie aus unserer Sicht jedenfalls hier nicht sein.

Die einst gehypte 3D-Wiedergabe ist ohnehin schon wieder aus der Mode gekommen. Hier mag dem M2 die 120-Hz-Fähigkeit zugutekommen, die Lichtleistung ausgleichen kann sie aber nicht.

Eine 3D-Brille ist im Lieferumfang nicht enthalten. Das kann man bei dem Preis aber ohnehin nicht erwarten. Welche Brille benötigt wird, lässt das Handbuch offen. Wir gehen davon aus, dass alle 3D-Brillen vom Typ DLP-LINK (DLP-Ready) geeignet sind. Dabei handelt es sich um eine aktive Shutter-Brille. Das ist im Vergleich zu einfachen Polarisationsbrillen die technisch erheblich bessere Umsetzung.

Da die Brille im Lieferumfang nicht enthalten ist, haben wir die 3D-Wiedergabe des M2 auch nicht getestet.

Interessanter ist da heute schon das Thema HDR. Unter Windows 10 wurde der M2 anstandslos als HDR-Wiedergabegerät erkannt. An dem oben bereits gezeigten nativen Kontrastverhältnis kann das aber nichts ändern. Bei den Messungen zum Modus „Am hellsten“ ist uns aufgefallen, dass der M2 bei dunklen Bildinhalten einfach nach wenigen Sekunden „das Licht ausschaltet“. Die dünnen Linien für unsere Messquadranten sind dann natürlich auch schwarz. Das ist in etwas so sinnvoll, als würde man gleich den Stecker ziehen und sich dann über den tollen Schwarzwert freuen. Mit dem Dynamikumfang in realen Szenen hat das nichts zu tun.

Während die integrierte Netflix-App das Thema HDR von Haus aus totschweigt, ist uns am PC dann doch die HDR-Wiedergabe am M2 gelungen. Dazu haben wir passende Szenen der Serie „Marco Polo“ verwendet. Einen nennenswerten Unterschied zwischen der SDR- und der HDR-Wiedergabe konnten wir dabei nicht feststellen. Angesichts der oben genannten Kontrastwerte war das ohnehin nicht zu erwarten. Bezüglich Farbraum sind 125 % Rec. 709 auch nicht wirklich viel, um die Vorteile von HDR10 zur Geltung zu bringen.

Sound

Integrierte Lautsprecher sind für einen Projektor eher ungewöhnlich. Bei einem mobilen Beamer ergeben sie aber definitiv Sinn. Der ViewSonic M2 hat daher auch zwei Stereo-Lautsprecher mit je 3 Watt Ausgangsleistung an Bord. Das hört sich nicht gerade nach viel an, umso mehr hat uns erstaunt, was ViewSonic mithilfe von Harman Kardon daraus gemacht hat.

Harman-Kardon-Lautsprecher mit 2 x 3 Watt
Harman-Kardon-Lautsprecher mit 2 x 3 Watt

Besonders auffällig ist dabei, dass der M2 auch den Ton regelrecht räumlich auf die Leinwand projiziert. In den meisten Szenen hat man daher das Gefühl, der Sound würde direkt von der Leinwand und nicht aus dem in nächster Nähe stehenden Projektor kommen.

Die Klangqualität ist dabei für so ein kleines Gerät bemerkenswert. Die Lautstärke muss man aber schon fast bis auf das Maximum erhöhen. Für Serien, einfache Spielfilme und ein schnelles Spiel zwischendurch können die integrierten Lautsprecher dennoch durchaus schon ausreichen. Für Blockbuster wird man sich aber sicher eine richtige Surround-Anlage wünschen.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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8 Gedanken zu „Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität“

  1. Hallo,

    hier steht das der Beamer mit einem Abstand 3,7 Meter auf eine 2 Meter Leinwand projeziert wurde. Ich habe gelesen, dass es keinen optischen Zoom gibt und das Verhältnis 1:1.2 ist. Gibt es also doch eine Möglichkeit zum Zoomen. Weil bei 3,7 und Verhältnis 1:1.2 ergibt sich ja eine Bildfläche von 3,083 Metern. Ich frage weil meine Wand tatsächlich 3,8 Meter entfernt ist und daher die Möglichkeit des Zooms (digital oder optisch) essentiell wäre.

    Danke für die Antwort,
    Christian

    Antworten
    • Das ist ein Fehler im Text, den wir korrigieren. Im Test steht, dass kein Zoom vorhanden ist und wir haben die Tabelle des Herstellers eingefügt, die Daten stimmen. Wir ändern das noch ab.

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  2. Habe mich nun mit dem Beamer fast zwei Wochen lang beschäftigt. Kurz gesagt sobald die trapezkorrektur ausgeschaltet ist, ist das Bild 1A mit sauberen 60fps sichtbar( ohne stottern)

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  3. Liebes Prad-Team,

    ich habe den M2 nun ein halbes Jahr. Ausschließlich für Spielfilme. Bislang nutzte ich hochwertige Heimkino Beamer z. B. von Mitsubishi.

    Das größte Problem sehe ich in dem extrem stotternden Bild. Ihr schreibt, dass durch eine ‚zuschaltbare Zwischenbildberechnung‘ alles flüssiger wird.

    Nach meinem bisherigen Wissen, gibt es hier nichts zuschaltbares. Das Stottern wird auch in den internationalen Foren als negativ dargestellt. Auf deutschen Seiten habe ich darüber noch nichts gelesen.

    Wo ist denn diese Einstellung (versteckt)? Bei welcher Firmware?

    Viele Grüße
    Matthias

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    • Hallo Matthias,

      schau mal im Testbericht unter „Bedienung und OSD“ auf die Abbildung „OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb“. Dort siehst Du auch den Schalter „Frame interpolation“. Wie der Name sagt, sind diese Einstellungen nur im laufenden Betrieb zugänglich und abhängig von der Signalquelle.
      Dass man einen auf Portabilität getrimmten Beamer für 633 EUR nicht mit ausgewachsenen Heimkino-Projektoren für 2.000 EUR und mehr vergleichen kann, sollte sich eingentlich auch ohne die Erwähnungen im Fazit von selbst verstehen.

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      • Hallo Manuel,

        Danke für die flotte Antwort. Meine Anfrage war ungenau. Bei der ‚Zuschaltung‘ ging es mir eigentlich um die komplette Abschaltung der Frame Interpolation.

        Eine kurze Recherche hat ergeben, dass es seit der Firmware v0.57 nun endlich auszuschalten ist. Aber zu speichern scheint der M2 das nicht. Wenn ich wieder ins Menü gehe, erscheint ‚Hoch‘ als Einstellung.

        Ich hoffe, dass an der Firmware noch weiter gearbeitet wird. Die Spezifikationen des Beamers passen für mich nach wie vor.

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  4. Könnt ihr etwas vergleichbar teures oder günstigeres empfehlen, dass aber grade im Bereich feiner Details wirklich erwähnenswert ist? Ich suche noch so einen kleinen, handlichen und bezahlbaren Beamer für Vorzeichnungen schnell und effizient auf Leinwand übertragen zu können.

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    • Wir haben bei der Bilddarstellung ja einen Vergleich mit dem ASUS F1 gemacht, hast Du das Bild gesehen? Der ist aber deutlich teurer. Das Preis-Leistungsverhältnis des ViewSonic M2 ist richtig gut.

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