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Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität
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LED-Projektor mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) in einem pflegeleichten und schmucken Design, der sogar einen USB-C-Anschluss besitzt und zudem ein tolles Preis-Leistungsverhältnis aufweist

Bildgröße

Für eine Projektion im nativen 16:9-Format kann man den Projektionsabstand zwischen 0,82 und 2,72 m variieren und erhält damit Diagonalen von 76,2 cm (30 Zoll) bis zu gigantischen 2,54 m (100 Zoll). Ob Letzteres für eine ausreichende Lichtleistung noch sinnvoll ist, untersuchen wir bei der Bildqualität.

Bei einer typischen Leinwand mit 2 m Breite (90-Zoll-Diagonale) benötigt man einen Projektionsabstand von genau 2,45 m.

Die Distanztabellen unten zeigen die Aufstellungsmöglichkeiten detailliert für eine Projektion im 16:9-Format. Aufgrund des Projektionsverhältnisses wird der ViewSonic M2 in der Regel vor dem und sehr nahe beim Zuschauer stehen. Sofern man aus Qualitätsgründen auf eine Neigung nach oben verzichten möchte, versperrt das Gerät also möglicherweise teilweise die Sicht, und man sitzt in jedem Fall sehr nahe an den Lüftern.

Übersicht Projektionsgrößen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
Übersicht Projektionsgrößen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Das Fehlen von Zoom und Lens-Shift kann man einem auf Portabilität getrimmten Gerät eigentlich kaum verübeln. Der ViewSonic M2 ist primär dafür gedacht, schnell an praktisch beliebigen Orten aufgestellt zu werden und ein Bild an die Wand zu werfen. Das klappt bei einer niedrigen Tisch-Aufstellung am besten.

Allerdings sind hier in normalen Wohnräumen in der Regel Möbel, Lautsprecher etc. im Weg. Für Kinoflair will man normalerweise mittig vor einem Bild sitzen, das in Kopfhöhe beginnt. Dann hat man schnell den Projektor selbst in der Sicht. Erfreulicherweise stellen dabei Lüftergeräusch und Abwärme nach hinten kaum ein Problem dar.

Für eine gute Wertung reicht es in dieser Disziplin aus den genannten Gründen aber nicht. Dennoch macht es zweifellos Spaß, dass man mit dem Gerät schon handgehalten mittels Autofokus und Auto-Perspektivkorrektur jederzeit fast beliebig ein passables Bild an die Wand oder an die Decke werfen kann.

Inbetriebnahme

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Auf- und Abkühlphase. Dass sich solche Gerätschaften bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit lassen, ist also durchaus normal.

LED-Projektoren lassen sich meistens nahezu verzögerungsfrei ein- und ausschalten. Den ViewSonic M2 muss man da im Vergleich leider schon fast als „lahme Ente“ bezeichnen. Zunächst passiert 10 Sekunden scheinbar gar nichts, sodass man bereits zweifelt, den Button richtig gedrückt zu haben. Dann macht das Gerät zumindest mit einer kleinen Projektion des ViewSonic-Logos auf sich aufmerksam. In den Werkseinstellungen vergehen insgesamt ca. 50 Sekunden, bis man endlich loslegen kann. Abschalten kann man den M2 während dieser Zeit im Fall eines versehentlichen Einschaltens auch nicht.

Wir empfehlen daher, den Autofokus in den OSD-Einstellungen abzuschalten, da er sonst zu Beginn jedes Mal erneut durchgeführt wird. Wenn das Gerät gar nicht bewegt wurde, kostet das nur unnötig Zeit. Den Autofokus kann man jederzeit über eine entsprechende Taste der Fernbedienung selbst auslösen. Die Startzeit lässt sich so zumindest auf ca. 44 Sekunden reduzieren.

Selbst das Abschalten erfolgt nicht so prompt, wie man es von LED-Projektoren gewohnt ist. Beim betriebswarmen Gerät dauert es ca. 7 bis 12 Sekunden, bis die nachlaufenden Lüfter verstummen und man den M2 erneut einschalten kann.

Bereitschaftszeiten

Startzeit bis Bildwiedergabe10 Sekunden
Startzeit bis Anzeige Projektormenü50 Sekunden
Startzeit bis Anzeige HDMI-Quelle44 Sekunden
Abkühlzeit7–12 Sekunden

Betriebsgeräusch

Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller 26 dB(A) im Normalmodus und 24 dB(A) im Eco-Modus.

Soweit für uns ersichtlich, hängt die Lüfterlautstärke primär mit der gewählten Lampenleistung zusammen, die unabhängig vom gewählten Bildmodus in zwei Stufen (Normal/Sparmodus) geregelt werden kann. Die Lüfter werden dabei jeweils abhängig von der Gerätetemperatur geregelt.

Nach dem Einschalten beginnt der M2 fast lautlos und regelt dann die Lüfter sukzessiv höher. Auch nach ein paar Minuten ist ein gleichbleibendes Rauschen zu hören, das dann konstant bleibt. Unangenehm hohe Frequenzen sind uns dabei nicht aufgefallen. Im Film- und Spielebetrieb geht das Betriebsgeräusch auch bei normaler Zimmerlautstärke in der Klangkulisse praktisch komplett unter.

Der M2 gehört hier insgesamt zu den leisesten und unauffälligsten Projektoren, die wir bislang im Test hatten.

Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Die Stromversorgung ist beim M2 in einem externen Netzteil untergebracht. Dadurch entsteht im Projektor selbst weniger Abwärme, die über einen Lüfter abgeführt werden muss. Das Netzteil ist zwar nicht das kleinste seiner Art, aber dennoch recht handlich und relativ leicht. Außerdem ist es stark genug, um auch externe Geräte mit Strom versorgen zu können. Im normalen Betrieb wird es gut handwarm.

Externes Netzteil des ViewSonic M2 Projektors
Externes Netzteil

Der Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal 90 Watt angegeben. Der typische Verbrauch soll 74 Watt und im Standby weniger als 0,5 Watt betragen.

Unsere Messungen bleiben hier erfreulicherweise noch deutlich unter der Herstellerangabe. Im Normalbetrieb messen wir nur knapp 60 Watt. Neben dem Soft-off bietet der ViewSonic M2 die Option, nur die Lichtquelle abzuschalten. Dann sinkt die Leistungsaufnahme auf 19,7 Watt. Beim Reaktivieren ist das Gerät dann sofort und ohne jeden Vorlauf betriebsbereit. Richtig überzeugen kann diese Option aber nicht, denn schließlich ist der Hauptenergiefresser die Lichtquelle. Beim M2 scheint aber auch das Betriebssystem ordentlich Energie zu verbrauchen, ohne über vernünftige Energiesparmechanismen zu verfügen.

Überrascht hat uns zunächst der hohe Verbrauch im Standby, der mit rund 18 Watt kaum niedriger liegt. Die Herstellerangabe erreicht man erst, wenn man die Sprachsteuerung im Menü deaktiviert. Dann messen wir nur 0,25 Watt.

ModusStromverbrauch in Watt/h
Lampenleistung: Normal59,2
Lampenleistung: Sparmodus43,25
3D-Modus (Lampenleistung: Normal)19,7
Standby (Sprachsteuerung an)18
Standby0,25
Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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8 Gedanken zu „Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität“

  1. Hallo,

    hier steht das der Beamer mit einem Abstand 3,7 Meter auf eine 2 Meter Leinwand projeziert wurde. Ich habe gelesen, dass es keinen optischen Zoom gibt und das Verhältnis 1:1.2 ist. Gibt es also doch eine Möglichkeit zum Zoomen. Weil bei 3,7 und Verhältnis 1:1.2 ergibt sich ja eine Bildfläche von 3,083 Metern. Ich frage weil meine Wand tatsächlich 3,8 Meter entfernt ist und daher die Möglichkeit des Zooms (digital oder optisch) essentiell wäre.

    Danke für die Antwort,
    Christian

    Antworten
    • Das ist ein Fehler im Text, den wir korrigieren. Im Test steht, dass kein Zoom vorhanden ist und wir haben die Tabelle des Herstellers eingefügt, die Daten stimmen. Wir ändern das noch ab.

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  2. Habe mich nun mit dem Beamer fast zwei Wochen lang beschäftigt. Kurz gesagt sobald die trapezkorrektur ausgeschaltet ist, ist das Bild 1A mit sauberen 60fps sichtbar( ohne stottern)

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  3. Liebes Prad-Team,

    ich habe den M2 nun ein halbes Jahr. Ausschließlich für Spielfilme. Bislang nutzte ich hochwertige Heimkino Beamer z. B. von Mitsubishi.

    Das größte Problem sehe ich in dem extrem stotternden Bild. Ihr schreibt, dass durch eine ‚zuschaltbare Zwischenbildberechnung‘ alles flüssiger wird.

    Nach meinem bisherigen Wissen, gibt es hier nichts zuschaltbares. Das Stottern wird auch in den internationalen Foren als negativ dargestellt. Auf deutschen Seiten habe ich darüber noch nichts gelesen.

    Wo ist denn diese Einstellung (versteckt)? Bei welcher Firmware?

    Viele Grüße
    Matthias

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    • Hallo Matthias,

      schau mal im Testbericht unter „Bedienung und OSD“ auf die Abbildung „OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb“. Dort siehst Du auch den Schalter „Frame interpolation“. Wie der Name sagt, sind diese Einstellungen nur im laufenden Betrieb zugänglich und abhängig von der Signalquelle.
      Dass man einen auf Portabilität getrimmten Beamer für 633 EUR nicht mit ausgewachsenen Heimkino-Projektoren für 2.000 EUR und mehr vergleichen kann, sollte sich eingentlich auch ohne die Erwähnungen im Fazit von selbst verstehen.

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      • Hallo Manuel,

        Danke für die flotte Antwort. Meine Anfrage war ungenau. Bei der ‚Zuschaltung‘ ging es mir eigentlich um die komplette Abschaltung der Frame Interpolation.

        Eine kurze Recherche hat ergeben, dass es seit der Firmware v0.57 nun endlich auszuschalten ist. Aber zu speichern scheint der M2 das nicht. Wenn ich wieder ins Menü gehe, erscheint ‚Hoch‘ als Einstellung.

        Ich hoffe, dass an der Firmware noch weiter gearbeitet wird. Die Spezifikationen des Beamers passen für mich nach wie vor.

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  4. Könnt ihr etwas vergleichbar teures oder günstigeres empfehlen, dass aber grade im Bereich feiner Details wirklich erwähnenswert ist? Ich suche noch so einen kleinen, handlichen und bezahlbaren Beamer für Vorzeichnungen schnell und effizient auf Leinwand übertragen zu können.

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    • Wir haben bei der Bilddarstellung ja einen Vergleich mit dem ASUS F1 gemacht, hast Du das Bild gesehen? Der ist aber deutlich teurer. Das Preis-Leistungsverhältnis des ViewSonic M2 ist richtig gut.

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