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Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität
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LED-Projektor mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) in einem pflegeleichten und schmucken Design, der sogar einen USB-C-Anschluss besitzt und zudem ein tolles Preis-Leistungsverhältnis aufweist

Kühlung und Wartung

„Straight Forward“ beschreibt das Kühlkonzept sehr treffend. Die Luft wird vorn angesaugt und hinten neben den Anschlüssen wieder aus dem Gehäuse geblasen. Die Erwärmung der Abluft ist durchaus spürbar, aber nur, wenn man die Hand direkt hinter das Gehäuse hält. Zum Haareföhnen auf dem Campingplatz ist der M2 also nicht geeignet. Dafür hält sich im Wohnzimmer auch an Sommertagen die „Zusatzheizung“ beim Filmschauen sehr in Grenzen.

Bei Projektoren mit Hochdrucklampe muss die Lampe regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem nimmt bis zum Ende der Lebensdauer die Lichtleistung merklich ab und beträgt letztlich nur noch etwa der Hälfte des Ursprungswerts. Bei regelmäßiger Nutzung muss man alle zwei bis drei Jahre die Lampe und den Lüftungsfilter erneuern, und das ist durchaus kostspielig.

Bei LED-Projektoren dagegen ist ein Austausch von Filtern oder Lampe in der Regel gar nicht vorgesehen. Auch beim M2 finden sich dazu weder eine Öffnung am Gerät noch ein Hinweis im Handbuch. Die Lebensdauer der Lichtquelle gibt ViewSonic mit 30 000 Betriebsstunden an. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Proband selbst diesen Wert erleben wird.

Wie lange die LED-Technik tatsächlich hält, kann heute aber niemand sagen. Ist die Lichtquelle nach der Garantiezeit kaputt, wird eine Reparatur wohl kaum rentabel sein. Die Herstellergarantie beträgt zwei Jahre (Pickup, Repair, Return (inkl. Lichtquelle)).

Bedienung und OSD

Am Projektor selbst gibt es nur eine Taste, um das Gerät ein- und auszuschalten. Alle anderen Funktionen lassen sich dann über die Fernbedienung aufrufen. Alternativ kann man mit der vRemote-App von ViewSonic auch das Smartphone zur Fernbedienung machen.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist genauso wie der M2 selbst ein „Handschmeichler“. Die schlanke Fernbedienung hat eine passende Größe und liegt dank abgerundeter Kanten und Soft-Feel-Finish angenehm in der Hand.

Bedienmöglichkeiten des ViewSonic M2 Projektors
Bedienmöglichkeiten
Fernbedienung des ViewSonic M2 Projektors
Fernbedienung

Auf eine Tastenbeleuchtung muss man zwar verzichten. Mit etwas Eingewöhnung gelingt die Bedienung aber dank der logischen und gut zu erfühlenden Tastenanordnung auch blind im Dunklen. Im Gegenzug dürften außerdem die Batterien der Fernbedienung recht ausdauernd sein.

Infrarotsensoren hat der M2 vorn und hinten. In einem Winkel von 30° soll die Reichweite laut Hersteller bis zu 8 m betragen. Sofern man einigermaßen hinter oder vor dem Gerät steht und mit der Fernbedienung in dessen Richtung zeigt, hat das im Test sehr gut funktioniert.

OSD: Klar strukturiert und ausreichend groß
OSD: Klar strukturiert und ausreichend groß

Nach dem ersten Einschalten wird man zunächst durch das Initial-Setup geführt. Dabei werden Sprache, Projektionsart und Netzwerkeinstellungen festgelegt. Hat man das Gerät in sein WLAN eingebunden, erfolgt ggfls. auch gleich eine Aktualisierung der Firmware. Danach kann es losgehen, und man gelangt zum Einstiegsmenü des OSDs.

Das OSD des ViewSonic M2 macht gleich beim Einstieg einen guten Eindruck und lässt seine Android-Basis erkennen. Über den Menüpunkt „Aptoide“ gelangt man in den App-Store und kann zahlreiche Anwendungen nachladen. Die geladenen Apps kann man dann später über das App-Center aufrufen und die vier wichtigsten Anwendungen auch gleich im Grundmenü ablegen.

OSD: Untermenü „Einstellungen“
OSD: Untermenü „Einstellungen“

Nicht mehr ganz so aufgeräumt sieht es aus, wenn man bei den Einstellungen in die Details geht. Hier muss man erst vertikal scrollen, um alle Funktionen zu sehen. Diese sind noch dazu auf „Grundeinstellungen“ und „Erweiterte Einstellungen“ verteilt. Die Logik dahinter war uns bis zum Schluss nicht so ganz klar. Der Aufruf und die Navigation wirkten ferner manchmal etwas verzögert und träge.

Über den Funktionsumfang und die Einstellmöglichkeiten kann man sich aber nicht beklagen. Wer seinen Projektor tunen bzw. kalibrieren möchte, findet auch wichtige Einstellungen wie Gamma, Farbtemperatur und RGB-Gain, die sogar recht professionell jeweils als Zahlenwerte angegeben werden können.

OSD: Grundeinstellungen
OSD: Grundeinstellungen
OSD: Erweiterte Einstellungen
OSD: Erweiterte Einstellungen

Die eigentlichen Bildeinstellungen findet man aber nicht über das Hauptmenü, sondern erst im laufenden Betrieb. Das ist zwar, ohne das Handbuch zu Rate zu ziehen, etwas verwirrend, ergibt aber insofern Sinn, da diese Einstellungen spezifisch für eine bestimmte Signalquelle getroffen werden.

OSD: Grundeinstellungen im laufenden Betrieb
OSD: Grundeinstellungen im laufenden Betrieb
OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb
OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb

Über den App-Store kann man zahlreiche Apps nachrüsten. Der ViewSonic M2 verfügt dazu über einen lokalen Speicher (16 GB, 10 GB davon verfügbar). Das Installieren geht schnell und unkompliziert. Wir konnten im Rahmen unseres Tests natürlich nicht alle Apps testen und haben uns hier auf die Netflix-App konzentriert.

Während das Einrichten problemlos verlief, hat die App leider im Betrieb trotzdem nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Die Suchfunktion war zwar sichtbar, ließ sich aber über die Navigation der Fernbedienung nicht erreichen. Bei der laufenden Wiedergabe das Gleiche: Tonspur und Untertitel-Icons sind sichtbar, lassen sich jedoch nicht aufrufen. Bei Serien war auch das Anwählen einer anderen Folge nicht möglich. Die HDR-Fähigkeiten des Beamers werden von der App ganz offensichtlich ebenfalls ignoriert.

OSD: App-Store
OSD: App-Store
OSD: App-Center mit geladenen Apps
OSD: App-Center mit geladenen Apps

In Summe hat der ViewSonic M2 zwar bei Funktionsumfang und Konnektivität bis hin zur Sprachsteuerung mit Alexa und Google Assistant viel zu bieten. Bei der tatsächlichen Ausgestaltung wirkt der Proband aber stellenweise noch etwas unausgegoren.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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8 Gedanken zu „Test ViewSonic M2: Mobiler Projektor mit hoher Konnektivität“

  1. Hallo,

    hier steht das der Beamer mit einem Abstand 3,7 Meter auf eine 2 Meter Leinwand projeziert wurde. Ich habe gelesen, dass es keinen optischen Zoom gibt und das Verhältnis 1:1.2 ist. Gibt es also doch eine Möglichkeit zum Zoomen. Weil bei 3,7 und Verhältnis 1:1.2 ergibt sich ja eine Bildfläche von 3,083 Metern. Ich frage weil meine Wand tatsächlich 3,8 Meter entfernt ist und daher die Möglichkeit des Zooms (digital oder optisch) essentiell wäre.

    Danke für die Antwort,
    Christian

    Antworten
    • Das ist ein Fehler im Text, den wir korrigieren. Im Test steht, dass kein Zoom vorhanden ist und wir haben die Tabelle des Herstellers eingefügt, die Daten stimmen. Wir ändern das noch ab.

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  2. Habe mich nun mit dem Beamer fast zwei Wochen lang beschäftigt. Kurz gesagt sobald die trapezkorrektur ausgeschaltet ist, ist das Bild 1A mit sauberen 60fps sichtbar( ohne stottern)

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  3. Liebes Prad-Team,

    ich habe den M2 nun ein halbes Jahr. Ausschließlich für Spielfilme. Bislang nutzte ich hochwertige Heimkino Beamer z. B. von Mitsubishi.

    Das größte Problem sehe ich in dem extrem stotternden Bild. Ihr schreibt, dass durch eine ‚zuschaltbare Zwischenbildberechnung‘ alles flüssiger wird.

    Nach meinem bisherigen Wissen, gibt es hier nichts zuschaltbares. Das Stottern wird auch in den internationalen Foren als negativ dargestellt. Auf deutschen Seiten habe ich darüber noch nichts gelesen.

    Wo ist denn diese Einstellung (versteckt)? Bei welcher Firmware?

    Viele Grüße
    Matthias

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    • Hallo Matthias,

      schau mal im Testbericht unter „Bedienung und OSD“ auf die Abbildung „OSD: Erweiterte Einstellungen im laufenden Betrieb“. Dort siehst Du auch den Schalter „Frame interpolation“. Wie der Name sagt, sind diese Einstellungen nur im laufenden Betrieb zugänglich und abhängig von der Signalquelle.
      Dass man einen auf Portabilität getrimmten Beamer für 633 EUR nicht mit ausgewachsenen Heimkino-Projektoren für 2.000 EUR und mehr vergleichen kann, sollte sich eingentlich auch ohne die Erwähnungen im Fazit von selbst verstehen.

      Antworten
      • Hallo Manuel,

        Danke für die flotte Antwort. Meine Anfrage war ungenau. Bei der ‚Zuschaltung‘ ging es mir eigentlich um die komplette Abschaltung der Frame Interpolation.

        Eine kurze Recherche hat ergeben, dass es seit der Firmware v0.57 nun endlich auszuschalten ist. Aber zu speichern scheint der M2 das nicht. Wenn ich wieder ins Menü gehe, erscheint ‚Hoch‘ als Einstellung.

        Ich hoffe, dass an der Firmware noch weiter gearbeitet wird. Die Spezifikationen des Beamers passen für mich nach wie vor.

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  4. Könnt ihr etwas vergleichbar teures oder günstigeres empfehlen, dass aber grade im Bereich feiner Details wirklich erwähnenswert ist? Ich suche noch so einen kleinen, handlichen und bezahlbaren Beamer für Vorzeichnungen schnell und effizient auf Leinwand übertragen zu können.

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    • Wir haben bei der Bilddarstellung ja einen Vergleich mit dem ASUS F1 gemacht, hast Du das Bild gesehen? Der ist aber deutlich teurer. Das Preis-Leistungsverhältnis des ViewSonic M2 ist richtig gut.

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