Test Kurzdistanz-Projektor Sanyo PDG-DWL2500
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Aufstellung

An die Position des PDG-DWL2500 muss man sich erst einmal gewöhnen: er will unmittelbar vor der Leinwand stehen. Wenn die kleinen Abstandhalter an der Projektorfront die Leinwand berühren, ist das Bild schon 1,50 Meter breit.

Sehr schnell lernt man die beschränkten Einstellmöglichkeiten kennen: nur die beiden verstellbaren Füße lassen eine kleine Winkelkorrektur zu. Die zeigt aber wegen des extrem kurzen Projektionsabstands enorme Wirkung. Überhaupt gilt dies für jede noch so kleine Lagekorrektur am Projektor: alles hat sofort gigantische Auswirkungen.

Auch eine andere Eigenschaft der Ultraweitwinkeloptik bemerkt man sofort: die Leinwand muss absolut flach sein, wenn ein ebenmäßiges Projektionsbild gewünscht ist. Jede noch so kleine Unebenheit oder Verwerfung zeichnet sich als unübersehbare Störung im Bild ab. Der Versuch, einmal auf eine Raufaserwand zu projizieren, bringt einen beinahe künstlerisch wirkenden Kontureffekt, der an Ölmalerei erinnert: für die Projektion ist solch eine Wand selbst als Notlösung völlig unbrauchbar.

Sanyo Pdg Dwl2500 Beamer Fuesse
Die verstellbaren Füße sind das einzige Korrekturelement.

Die elektronische Keystone-Korrektur wirkt nur in der Vertikalen, sie bringt zudem die bekannten Interpolationsverluste mit sich. Letztlich wird also das Gerät selber viel gerückt und geschoben, bis die beste Position gefunden ist – im Millimeterbereich wie gesagt.

Bildgröße

Die Distanztabelle zeigt, dass bei knapp 16 Zentimetern Projektionsabstand schon die größtmögliche Bildbreite von 2,37 Meter erreicht wird. Um die kleinste mögliche Bildbreite von 1,29 Meter einzustellen, muss der Projektor unter die Leinwand geschoben werden. Der Projektionsabstand, den Sanyo nicht ab Objektiv, sondern ab Gehäusevorderkante angibt, beträgt in dieser Position minus 6,6 Zentimeter.

Sanyo Pdg Dwl2500 Beamer Distanztabelle
Die Distanztabelle erläutert die extrem kurzen Entfernungen.

Das Bild kann per Setup horizontal und/oder vertikal gespiegelt werden, Deckenprojektion und Rückprojektion sind also möglich. Zwei verschiedene Deckenhalterungen bietet Sanyo als Sonderzubehör an.

Sehr hilfreich bei der Einstellung der passenden Bildgröße wären ein Zoomobjektiv und ein Lens Shift, was der PDG-DWL2500 aber beides leider nicht hat. So bleibt nur das Verschieben auf dem Projektionstisch, bis das Bild passt. Für Präsentationen oder im Schulungsraum kann diese Ausstattung ausreichen, wenngleich sie nicht gerade komfortabel ist. Im Heimkino fehlt jedoch die entscheidende Flexibilität, und die maximale Bildbreite dürfte für zahlreiche Interessenten zu knapp bemessen sein.

Gerätesicherung

Der Projektor kann mit einem vierstelligen PIN Code gesperrt werden, um eine unbefugte Benutzung zu verhindern. Der Projektor startet zwar, schaltet sich aber ohne Eingabe oder bei Fehleingabe der PIN nach kurzer Zeit automatisch ab.

Auch mechanische Sicherungsmöglichkeiten sind vorgesehen: neben dem obligatorischen Kensington-Schloss, das für diese Geräteklasse eigentlich zu leicht ist, hat Sanyo eine stabile Metallverankerung in der Bodenwanne vorgesehen, durch die man auch deutlich kräftigere Sicherungen führen kann.

Inbetriebnahme

Das Betriebsgeräusch gibt Sanyo mit 36 dB im Normalmodus an, der Projektor ist also ziemlich laut. Der Lüfter rauscht sehr vernehmlich, aber ohne lästige Nebengeräusche wie Pfeifen oder Zirpen. Im Eco-Modus wird der PDG-DWL2500 mit nur noch 28 dB konferenz- oder klassenraumtauglich, neben dem (stark verminderten) Rauschen wird dann auch ein leises Dröhnen hörbar.

Positiv anzumerken ist, dass die Lärmquelle weiter als sonst üblich von den Zuschauern entfernt steht und dadurch leiser wirkt als der dB-Wert vermuten lässt. Das hilft auch etwas im Heimkino, doch dort wünscht man sich in der Regel noch deutlich weniger Lärm. Ein Vortragender an der Leinwand bekommt die Lärmkulisse voll zu Ohren.

Sanyo Pdg Dwl2500 Beamer Luftstrom
Der Luftstrom wird quer durch den Projektor geführt.

Die Abluft strömt an der rechten Seite horizontal aus dem Gerät, das Lüftergeräusch wird daher nicht in Richtung der Zuschauer getragen. Dort abgelegte Gegenstände (wie Berichtsunterlagen oder auch die Fernbedienung) können ganz erheblich aufgeheizt werden.

Der mehrlagige Staubfilter wird nicht gereinigt, sondern als Ersatzteil ausgetauscht. Die Filterpatrone befindet sich im Inneren des Gerätes, zum Austausch muss die Lampenabdeckung auf der Oberseite des Gerätes geöffnet werden. Die Lebensdauer des Filters wird mit einer einstellbaren Zähluhr gemessen, deren Warnschwelle auf 2000 / 3000 / 4000 Stunden gesetzt oder auch ausgeschaltet werden kann. Hinweise, welches Wechselintervall in welcher Betriebsumgebung gewählt werden sollte, werden nicht gegeben. Im amerikanischen Datenblatt nennt Sanyo die Voreinstellung 4000 Stunden. Sehr oft fällt ein Filterwechsel also nicht an. Trotz des effizienten Filtersystems – und der bei DLP-Projektoren eigentlich üblichen Kapselung des optischen Systems – warnt Sanyo im Handbuch vor dem Einsatz in staubigen oder rauchigen Räumen.

Im Betrieb fällt von den Zu- und Abluftöffnungen einiges Streulicht zur Seite und nach vorne, es bleibt links knapp und rechts mit großem Abstand unterhalb der Bildfläche. Auch für seitlich versetzte Zuschauer ist dieses Streulicht teilweise sichtbar, es blitzt aber an keiner Stelle auf. Im Präsentationsbetrieb bei nur leicht abgedunkelter Umgebung stört dies nicht, im dunklen Heimkino fällt es dagegen deutlich auf.

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