Test Kurzdistanz-Projektor Sanyo PDG-DWL2500
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Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor im Wesentlichen von den Schaltzeiten, einem eventuellen Overdrive und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den PDG-DWL2500 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten und Overdrive

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird das Bild von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Bei DLP-Projektoren wie dem PDG-DWL2500 ist diese Messung nicht sinnvoll. Die Mikrospiegel auf dem Chip reagieren in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal, eine derart kurze Schaltzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Auch ein Overdrive, bei dem der zögerliche Helligkeitswechsel der Bildpunkte durch eine Überspannung beschleunigt werden kann, erübrigt sich aus demselben Grund.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Projektors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Projektoren oder Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Bei LCD-Chips muss der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen, deshalb addieren wir in diesem Fall noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu. DLP-Chips hingegen reagieren in weniger als 0,1 Millisekunden auf das Steuersignal.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als einem Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Sanyo Pdg Dwl2500 Beamer Latenz
Das Bild wird um einen Frame verzögert dargestellt.

Die Untersuchung zeigt, dass dieser Projektor eine Verzögerungszeit von 1 Frame aufweist. Dies ist für viele Spieler noch akzeptabel.

DVD und Video

Der PDG-DWL2500 kann über HDMI mit einem digitalen Mediaplayer verbunden werden. Multimediafunktionen wie eine Bild-in-Bild-Funktion fehlen. Spielekonsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der Projektor aufgrund der HDCP-Unterstützung problemlos wiedergeben.

Am PC sollte er nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden automatisch skaliert und mit schwarzen Randstreifen aufgefüllt.

Sanyo Pdg Dwl2500 Beamer Dvd
Szene aus „Inglorious Basterds“.

Der PDG-DWL2500 bietet mehrere Presets an, die eine bestimmte Bildcharakteristik betonen sollen. Nach der Analyse im Kapitel „Bildqualität“ haben wir uns für die Einstellung Natürlich entschieden, mit um 2 Punkte abgesenktem Kontrast. Eine Kalibrierung kann dies natürlich nicht ersetzen. Allerdings ist die Projektion von Videos auch nicht das bevorzugte Einsatzgebiet dieses Projektors.

Wir haben die DVD mit dem PDG-DWL2500 am PC betrachtet. Das scharf wirkende Bild bietet natürlich wirkende und kräftige Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Der Schwarzwert ist angesichts der großen Bildhelligkeit gut, dennoch wirkt das Bild in den unteren und mittleren Helligkeitsstufen etwas kontrastschwach. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

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