Test TV Samsung UE46D7090
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Deinterlacing

Da ein LC-Display immer vollbildbasiert (progressiv) arbeitet, muss ein eingebauter Deinterlacer aus eingehenden Halbbildern (interlaced) eine Vollbildfolge erstellen. Weitere Informationen bietet unsere Reportage: „Aus 2 mach 1“ – Deinterlacing.

Leider gibt es nach wie vor Geräte auf dem Markt, die insbesondere mit den in Europa üblichen 2:2 Signalen (Filminhalte nach PAL-Speedup) Probleme haben. Oft ist die Auslegung aus Sicherheitsgründen sehr „videolastig“, damit unschöne Kammbildungen sicherer vermieden werden. Damit verschenkt man bei Filmmaterial aber vertikale Auflösung und Bildruhe.

Die Testsequenzen unserer NTSC-DVD werden einwandfrei und schnell erkannt. Das gilt nicht nur für die wichtigen 3:2- und 2:2-Bildfolgen, sondern für beliebige Halbbildsequenzen.

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2:2-Signale werden erkannt (abseits dieser Tests allerdings nicht stabil)…
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…genau wie 3:2 Signale…
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…und sogar andere Bildfolgen.

Mit realen 50Hz-Signalen (2:2) verschlechtert sich die Erkennung deutlich. Der Deinterlacer „fällt“ immer wieder in den Videomode, feine horizontale Strukturen beginnen zu flimmern. 60Hz-Signale (3:2) werden dagegen stabiler verarbeitet.

Das Deinterlacing von Videomaterial, d.h. Signalen mit diskreten Halbbildern war bislang immer eine Achillesferse der integrierten Deinterlacer. Auch beim Samsung UE46D7090 ist die Umsetzung nicht ideal, aber gegenüber früheren Lösungen sichtbar verbessert. Mit leichter Treppenstufenbildung und dem Flimmern feiner Details muss man jedoch weiterhin leben. Deutlich bessere Ergebnisse erzielt man erst mit aufwändiger Verarbeitung vor dem Bildschirm.

Aufgrund seiner Auslegung kommt der Deinterlacer auch in schwierigen Szenen (schlechtes Material, wenig Im-Bild-Bewegung) fast nie aus dem Tritt. Im Ernstfall kann man über die Option „Film Mode“ die Kadenzerkennung für Halbbilder deaktivieren (Off). Kammartefakte bleiben so immer aus.

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Samsung UE46D7090: Test des Video-Mode-Deinterlacing.

Die Deinterlacing-Tests liefern also ein gemischtes Ergebnis, obwohl Samsung sogar gewisse Steuerungsoptionen anbietet (Auto1, Auto2, Off).

Juddertest

Um die vom Samsung UE46D7090 unterstützten Frequenzen und Wiedergabeeigenschaften zu testen, haben wir ihn an einen Videoprozessor angeschlossen. Der iScan VP50 bietet unter anderem variable Ausgabefrequenzen und ein Testmuster in Form eines durch das Bild laufenden Balkens an, mit dem ein einfacher Juddertest durchgeführt werden kann.

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Juddertest am Samsung UE46D7090.

Der Test offenbart zunächst keine Kritikpunkte. Unsere Testsignale mit 24Hz, 50Hz und 60Hz werden problemlos unterstützt. Die Darstellung ist immer judderfrei. Mehr noch: Der Samsung UE46D7090 implementiert sogar eine Kadenzerkennung für progressive Signale. Stellen wir den Blu-ray Player auf 1080p60 um, bleiben die typischen 3:2-Ruckler aus. Die ursprünglichen 24 Bilder pro Sekunde werden also von der Elektronik aus dem Signal extrahiert und korrekt an das Panel weitergereicht.

In Verbindung mit der Zwischenbildberechnung verkehrt sich der zunächst sehr positive Eindruck ins Gegenteil: Bei einer Interlaced-Zuspielung kommt es immer wieder zu deutlich sichtbaren und reproduzierbaren Bildrucklern, die den Sehgenuss deutlich schmälern. Sie treten vermehrt bei Szenenwechseln oder schnellen Bewegungsänderungen auf. Für den Benutzer ist dieses Verhalten sehr ärgerlich. SD-Signale werden auch beim DVB interlaced übertragen (576i50) und nur die Öffentlich-rechtlichen Rundfunksender strahlen ihre HD-Programme progressiv aus (720p50 statt 1080i50). Der interne Tuner ist dementsprechend kaum sinnvoll mit aktivierter Zwischenbildberechnung nutzbar.

Eine Internet-Recherche ergab, dass viele Besitzer von Bildschirmen aus Samsungs aktueller D-Serie über wiederkehrende Ruckler in der Wiedergabe klagen. Die entsprechenden Berichte beziehen sich teilweise sogar auf eine progressive Zuspielung bei deaktivierter Zwischenbildberechnung. Wir haben uns mit hohem Aufwand erfolglos bemüht, auch diese Ausprägung des (ohne Zweifel ein und desselben) Problems nachzuvollziehen. In unserem Testaufbau konnten wir aber bei progressiver Zuspielung keine Unstimmigkeiten ausmachen.

Unabhängig von den konkreten Rahmenbedingungen scheint der Deinterlacer ein zentraler Bestandteil des Problems zu sein. Samsung ist dringend gehalten, eine Lösung für die Ruckler während der Wiedergabe zu finden.

Zwischenbildberechnung

Die Zwischenbildberechnung kann beim Samsung UE46D7090 zweimal in jeweils zehn Schritten angepasst werden. Als Resultat kommt es zu einer deutlichen Reduzierung der Bewegungsunschärfe (siehe Abschnitt „Reaktionsverhalten“) und einer auf Wunsch sehr flüssigen Bewegungsdarstellung.

Es zeigen sich jedoch auch negative Auswirkungen: Dabei ist der auftretende „Videolook“ noch Geschmackssache und lässt sich bei hohen Einstellwerten auch gar nicht vermeiden. Störender sind Artefakte an bewegten Objektkanten. Stufe 3-4 sollte daher im Rahmen der „Judder Reduction“ nicht überschritten werden. Für die „Blur Reduction“ können durchaus höhere Werte ausgewählt werden.

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Samsung UE46D7090: Zwischenbildberechnung

Die Zwischenbildberechnung gefällt uns, trotz des langsameren Panels und ähnlicher Einschränkungen, insgesamt etwas besser als beim LG 47LW650S. Dennoch kann man keine der beiden Lösungen uneingeschränkt empfehlen. Der Benutzer muss hier selbst mit den für sich idealen Einstellungen experimentieren.

Postprocessing

Unter dieser Überschrift fassen wir weitere Verarbeitungsoptionen der getesteten Bildschirme zusammen.

Beim Samsung UE46D7090 beschränken sich die aus unserer Sicht sinnvollen Optionen auf zwei Rauschfilter. Der „Digital Noise Filter“ arbeitet auf zeitlicher Basis und repräsentiert damit eine sogenannte „3D-NR“ (3-Dimension Noise Reduction). Diese Option sollte mit Bedacht gewählt werden. Schon auf niedrigster Stufe („low“) zeigen sich leichte Nachzieheffekte. Noch höhere Einstellungen verstärken den Effekt und führen zu einer detailarmen Darstellung. Generell scheint eine minimale Rauschminderung auf Basis dieses Filtertyps auch bei Abschaltung der Option noch zu greifen.

Einen anderen Ansatz verfolgt der „MPEG Noise Filter“. Es handelt sich dabei um einen spatialen Filter, der sich immer nur auf jeweils ein Bild bezieht und daher auch bei Standbildern wirksam ist. Ziel ist die Verminderung von Kompressionsartefakten. Seine Eingriffe erfolgen zurückhaltend. Auch auf höchster Stufe sind Wirkung aber auch Detailverlust gering.

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Samsung Ue46d7090 Fernseher Mpgnr2
„MPEG Noise Filter“ (off/high)

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