Test TV Samsung UE46D7090
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Bildqualität

Samsung schweigt sich auch nach expliziter Nachfrage über das verwendete Panel aus. Für den Hersteller birgt die Beschränkung auf grobe technische Daten den großen Vorteil, verschiedene Panels einsetzen zu können. Im Ergebnis kann die Bildqualität damit deutlich schwanken, denn Angaben zu Blickwinkel, Kontrast und Helligkeit bieten keine Gewähr für annähernd identische Eigenschaften.

Mit Sicherheit wird aber immer ein VA-Panel zum Einsatz kommen. Die spiegelnde „Ultra Clear“ Ausführung, d.h. der Verzicht auf eine starke Antireflex-Beschichtung, ist Geschmackssache.

Die Hintergrundbeleuchtung mit weißen LEDs führt zu einem deutlich kleineren Farbumfang als bei Bildschirmen mit WCG-CCFL oder RGB-LED Ausführung. Das ist für einen TV-Bildschirm kein großer Nachteil. Der native Farbumfang tendiert so in Richtung ITU-R BT.709 (der Definition für HDTV). Andere Farbräume im Consumer-Videobereich weisen eine sehr ähnliche Charakteristik auf.

Keine Angaben erhielten wir auch zu Details der Elektronik. Die interne Rechengenauigkeit wird sicherlich über 8bit pro Kanal liegen. Potentiell sollten damit Tonwertverluste durch die Transformationen des Eingangssignals vermieden werden können. Dennoch ist bereits in der Werkseinstellung leichtes Banding auszumachen. Es verstärkt sich nach der Kalibration, d.h. nach stärkeren Eingriffen in das OSD, noch einmal etwas. Das ist nicht ideal, stellt aber in der konkreten Ausprägung noch keine ernsthafte Einschränkung dar. Das FRC-Dithering arbeitet dagegen stets unauffällig.

Samsung Ue46d7090 Fernseher Grauverlauf
Testbild um Grauverläufe zu überprüfen.

Die Beurteilung der Ausleuchtung fällt beim Samsung UE46D7090 nicht ganz leicht. Micro- bzw. Global-Dimming lassen sich nicht abschalten. Die vollflächige Anzeige eines Schwarzbildes führt damit immer zu einer kompletten Abdunklung der Hintergrundbeleuchtung. Im Rahmen unserer Testreihe ist es uns dennoch gelungen, die „native“ Ausleuchtung festzuhalten. Unter Berücksichtigung von Panelgröße und Anordnung der Hintergrundbeleuchtung erreicht unser Testgerät hier ein passables Ergebnis. Die Aufnahme mit langer Belichtungszeit macht zwar einige Aufhellungen sichtbar, die aber bei vergleichbaren Geräten meist noch deutlicher ausfallen.

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Samsung UE46D7090: Ausleuchtung des Bildschirms bei kurzer Belichtungszeit (links) und langer Belichtungszeit (rechts).

Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität

Wir untersuchen Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, 75%-, 50%-, 25%-Grau), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das DeltaC (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den zentral gemessenen Wert. Weitere Information finden Sie hier.

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Samsung Ue46d7090 Fernseher Homogenitaet1
Samsung UE46D7090: An 15 Messpunkten wurde die Helligkeitsverteilung (linkes Bild) und Bildhomogenität (rechtes Bild) überprüft.

Der Samsung UE46D7090 zeichnet sich durch eine homogene Darstellung aus. Die Abweichung in der Helligkeitsverteilung liegt bei durchschnittlich rund 7 Prozent. Für ein 46-Zoll großes Panel, das auf elektronische Ausgleichsfunktionen (werden nur in einigen Computerbildschirmen der gehobenen Klasse verbaut) verzichten muss, ist das ein gutes Ergebnis. Die farbliche Konstanz erfüllt sogar noch höhere Anforderungen: Ein durchschnittliches DeltaC knapp über 1 ist, ohne größere Ausreißer, sehr gut.

Seitliche Kameraschwenks über einfarbige und gleichmäßig strukturierte Flächen zeigen leichte, vertikale Streifen. Dieser Effekt lässt sich nie ganz vermeiden. Bei unserem Testbildschirm bleiben solche Artefakte aber auf erfreulich geringem Niveau.

Helligkeit, Schwarzwert, Kontrast

Die Messungen wurden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, waren alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Beides sichert vergleichbare Bedingungen die von uns getesteten TV-Bildschirme. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Samsung Ue46d7090 Fernseher Kontrastverlauf
Samsung UE46D7090: Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Das Kontrastverhältnis liegt über den gesamten Helligkeitsbereich bei etwa 2500:1. Die Schwankungen sind leichten Messungenauigkeiten bzw. der eingeschränkten Präzision der Messwerte geschuldet. Das gilt besonders für den unteren Helligkeitsbereich. In maximaler Einstellung erreichen wir eine Leuchtdichte von etwa 300 cd/m² (Schwarzpunkt: 0,13 cd/m²). Das Minimum liegt bei gut 22 cd/m² (Schwarzpunkt: 0,01 cd/m²). Der Regelungsbereich der Hintergrundbeleuchtung fällt damit sehr großzügig aus.

Im „Standard“-Bildmodus ermitteln wir ein Kontrastverhältnis von knapp 3500:1. Da wir mit keiner anderen Weißpunkteinstellung eine höhere Leuchtdichte erzielen können (etwa 450 cd/m² bei einem Schwarzpunkt von 0,13 cd/m²), gehen wir davon aus, dass nun der native Weißpunkt anliegt.

Der Kontrastumfang liegt deutlich über dem des LG 47LW650S mit IPS-Panel. Die Stärken dieses Paneltyps liegen auf anderen Gebieten. Local- bzw. Global-Dimming greifen in unserem Testszenario nicht wesentlich ein.

Flächige LED-Hintergrundbeleuchtungen mit Local Dimming können ihre Vorteile häufiger ausspielen. Trotzdem gilt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Abgesehen von den vieldiskutierten „Überstrahleffekten“ möchten wir dabei vor allem auf die Gradation hinweisen. Das Verhältnis von Eingangssignal zur Ausgangshelligkeit ist nun bildabhängig. Eine eindeutige Kalibration auf die gewünschte Charakteristik ist nicht mehr möglich, der Bildeindruck kann szenenabhängig schwanken. Das muss kein „No-Go“ sein, aber der Benutzer sollte sich darüber im Klaren sein, dass neben allen Vorteilen auch Nachteile existieren. Der ohne entsprechende Schaltungen ermittelte Kontrastumfang ist aus diesem Grund immer ein wichtiger Orientierungspunkt – auch bei LCD-TVs mit „echtem“ Local Dimming.

Samsungs Entscheidung, Micro- bzw. Global-Dimming zwangsweise zu aktivieren, halten wir für problematisch. So ist die Gradationscharakteristik auch beim Samsung UE46D7090 nicht völlig eindeutig definiert. Schwerer wiegen aber sichtbare Helligkeitsschwankungen. Ein Durchlauf des „Starlight-Simulation“-Bildschirmschoners zeigt gnadenlos die Grenzen der Technik: Die Helligkeit fluktuiert unangenehm im Sekundentakt.

Mit dem Schalter „Shadow Detail“ können die Auswirkungen minimiert werden. Allerdings deaktiviert auch die höchste Einstellung (+2) die dynamischen Regelungen nicht. Im Alltagsbetrieb fallen nun aber kaum noch Negativeffekte auf.

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