Test TV Samsung UE46D7090
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Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt.

Leider steht unser Messaufbau aus Fotosensoren und Oszilloskop derzeit nicht für die Überprüfung von LCD-TVs zur Verfügung. Wir müssen daher vorerst auf eine rein visuelle Beurteilung (unterstützt u.a. durch Testläufe mit „PixPerAn“) zurückgreifen. Zur ungefähren Ermittlung des Input-Lag verwenden wir das Tool SMTT im Parallelbetrieb mit einem CRT.

Ohne Zwischenbildberechnung („Motion Plus“) liefert der Samsung UE46D7090 ein durchschnittliches Ergebnis. Sichtbare Overdrive-Artefakte bleiben aus, d.h. es kommt nicht zu Ghosting- oder Corona-Effekten. Beim „PixPerAn“-Lesbarkeitstest erreichen wir Stufe 8. Allerdings bildet dieser Test Realweltsituationen nur zum Teil ab. Im direkten Vergleich mit einem aktuellen IPS-Panel kann das VA-Panel nicht ganz mithalten. Eine gewisse Schlierenbildung muss man also hinnehmen. Sie fällt aber deutlich geringer aus als bei den von uns getesteten Computerbildschirmen mit C-PVA Panel.

Im Unterschied zum LG 47LW650S ist die Umsetzung eines Scanning-Backlight nicht automatisch aktiviert. Über die Option „LED Motion Plus“ kann es zugeschaltet werden. Da es sich bei dieser Variante einem LCD das Flimmern „beizubringen“ nicht um ein simples Einfügen von Schwarzbildern handelt, sind die Nebenwirkungen gering. Der Helligkeitsverlust liegt im Rahmen und die Bildruhe bleibt erhalten. Allerdings sind die Verbesserungen nur marginal.

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Der Samsung UE46D7090 greift optional auf ein „Scanning-Backlight“ zurück.

Deutlich größere Auswirkungen hat die Zwischenbildberechnung. „Motion Plus“ soll die Bewegungsunschärfe verringern („Blur Reduction“) und die zeitliche Auflösung des zugespielten Materials erhöhen („Judder Reduction“). Die Auswirkungen sind dramatisch: Mit maximalen Einstellwerten für beide Optionen verringert sich die Bewegungsunschärfe enorm. Den „PixPerAn“-Lesbarkeitstest können wir nun tatsächlich in der letzten Stufe (30) durchführen. Die Darstellung erfolgt dabei ohne störende Ruckler. Das können wir leider nicht für jede Signalzuspielung attestieren. Weitere Informationen zu diesem Problem liefern wir im Abschnitt „Juddertest“.

Der Input-Lag, d.h. die Verzögerung durch die Signalverarbeitung, ist stark abhängig von den gewählten Einstellungen. Im „Game“-Modus ermitteln wir mit gut 37ms die geringste Verzögerung. Weisen wir dem HDMI-Eingang die Bezeichnung „PC“ zu, liegt die Verzögerung (mit deaktiviertem „Game“-Modus) bei rund 50 ms. Unter Berücksichtigung der möglichen Ungenauigkeiten sind das etwa 2-3 Bilder pro Sekunde (Bildwiederholfrequenz: 60Hz).

Beide Einstellungsvarianten haben den Nachteil, dass zahlreiche Optionen nun nicht mehr verfügbar sind.

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Samsung UE46D7090: Mit SMTT wurde in zahlreichen Messungen der Input-Lag ermittelt.

Die maximale Verzögerung messen wir mit über 106 ms in den für die Videowiedergabe üblichen Bildmodi und mit aktivierter Zwischenbildberechnung. Das entspricht ungefähr 6 Bildern pro Sekunde bei einer Zuspielung in 60Hz.

Im TV-Bereich ist man durch die umfangreiche Verarbeitung des Eingangssignals von den Bestmarken einiger Computerbildschirme ein gutes Stück entfernt. Hier gibt es vereinzelt Geräte, die faktisch keine zusätzliche Verzögerung einbringen. Wer mit dem Samsung UE46D7090 spielen möchte, sollte in jedem Fall den „Game“-Modus aktivieren oder dem HDMI-Eingang die Bezeichnung „PC“ zuordnen.

Skalierung

Die Skalierung von SD-Material gelingt dem verbauten Scaler gut. Auch wenn die Ergebnisse weiterhin nicht an dedizierte Lösungen in Form von Videoprozessoren oder aufwändigen HTPC-Konfigurationen heranreichen, ist die Entwicklung in den letzten Jahren positiv verlaufen.

Der Schärferegler arbeitet relativ grobschlächtig. Zwar ist der Einstellbereich fein genug, aber das einfache Edge-Enhancement führt zwangsweise schnell zu sichtbaren Doppelkonturen. Einen eindeutigen Nullpunkt gibt es nicht. Die Mittelstellung zeigt bereits entsprechende Artefakte. Wer eine möglichst neutrale Darstellung erreichen möchte, sollte Werte um etwa 20 wählen. Durch Zuweisung der Bezeichnung „PC“ wird der Schärfefilter deaktiviert. Aufgrund der deutlich eingeschränkten Einstellmöglichkeiten ist das aber keine universale Lösung.

Wir vermissen ein explizites „Detail Enhancement“. Solche Filter basieren nicht auf einer simplen Kantenerkennung und können auf diese Weise feine Bilddetails herausarbeiten. Zwar werden nun auch ungewünschte Bestandteile betont (z.B. Filmkorn), allerdings überwiegen meist die positiven Aspekte.

Die nachfolgende Bildreihe demonstriert die Auswirkungen des Schärfereglers bei einer SD-Zuspielung (480i60). Der DVD-Player von Oppo ist in der Lage, das Signal „pur“ auszugeben.

Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe0
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe20
Links: Schärfe 0; Rechts: Schärfe 20
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe40
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe50
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe60
Links: Schärfe 40; Mitte: Schärfe 50; Rechts: Schärfe 60
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe80
Samsung Ue46d7090 Fernseher Schaerfe100
Links: Schärfe 80; Rechts: Schärfe 100

Über das OSD werden u.a. folgende Skalierungsoptionen angeboten:

– 16:9
– 4:3
– Zoom
– SmartView 1/ SmartView 2
– Screen Fit

Mit der Einstellung „Screen Fit“ erfolgt die Darstellung ohne Verschnitt. Sie ist nur während der Zuspielung von HD-Signalen (720p/ 1080i/ 1080p) verfügbar. Der Overscan beträgt für die anderen Optionen etwa drei Prozent.

Samsung Ue46d7090 Fernseher Overscan
Samsun UE46D7090: Overscan bei Zuspielung von SD-Signalen.

Mit der „Zoom“-Einstellung wird ein 16:9 Letterboxed Signal unverzerrt und bildschirmfüllend ausgegeben. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, Vergrößerung und Seitenverhältnis individuell festzulegen. Die Auswahl von „SmartView“ unterstellt ein Seitenverhältnis von 16:9 und verkleinert das Bild dann. Umlaufende Trauerränder sind die Folge.

Signal Unverzerrte Wiedergabe
SD (16:9 – anamorph) Ja
SD (4:3) Ja
HD (1080p) Ja (auch pixelgenau/ ohne Overscan)
HD (720p) Ja (auch ohne Overscan)

Der integrierte Mediaplayer greift auf andere Skalierungsoptionen zurück. 16:9 und 4:3 Material kann aber immer seitengerecht wiedergegeben werden. Auf die korrekte Vergrößerung von 16:9 Letterboxed Material muss der Benutzer verzichten.

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4:3 SD Inhalte über den Mediaplayer.

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