Test ViewSonic VP2458 – günstiger Monitor überrascht bei Bildbearbeitung
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Bildqualität

Sowohl der Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugen nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm. Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Angepasst
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Native
RGB: 98/100/98
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Standard

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung ausgezeichnet, mit sehr fließenden Übergängen. Farbschimmer treten nicht auf. Bei den Graustufen können die hellsten Stufen voll unterschieden werden, die dunkelsten gerade noch so bis einschließlich Stufe 5. Durch die spätere Kalibrierung werden die Tiefen angehoben, sodass sich das noch einmal verbessert.

Graustufendarstellung des ViewSonic VP2458
Graustufen

Die Blickwinkelneutralität ist vor allem in den hellen Bereichen gut. In den dunkelsten Bereichen geht bei extremeren Blickwinkeln aber sichtbar Zeichnung verloren.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Sobald man von der mittigen Sitzposition abweicht, wird die IPS-typische Aufhellung über die gesamte Bildschirmfläche deutlich sichtbar. Doch auch bei zentrierter Sitzposition bleiben Aufhellungen in den Ecken deutlich erkennbar. Sie sind fast vollständig blickwinkelbedingt. Unten weisen sie auch eine rötliche Einfärbung auf. Diese Einfärbungen sind ebenfalls blickwinkelbedingt. Schaut man von unten auf das Display, wirken die Aufhellungen weiß mit Tendenz Richtung Blau. Bei Blickwinkeln von oben färben sich die Aufhellungen dagegen rötlich.

Nicht blickwinkelbedingte Randeinstrahlungen sind nur minimal am unteren Rand zu erkennen. Für einen Monitor, der vermutlich vor allem im Büro zum Einsatz kommt, ist die Ausleuchtung insgesamt erstaunlich gut gelungen.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2458
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2458

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 257 cd/m². Das liegt mit 3 % sogar minimal über der Herstellerangabe von 250 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 38 cd/m². Die Kalibrierung ändert an diesen Werten nichts.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen wird diese Angabe sogar noch deutlich übertroffen. Selbst nach der Kalibrierung liegt es im Durchschnitt bei ausgezeichneten 1226:1.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Bildhomogenität ist insgesamt erstaunlich gut. Subjektiv sind nur bei der Helligkeitsverteilung leichte Ungleichmäßigkeiten zu erkennen. Die Farbreinheit ist auch messtechnisch im Durchschnitt sehr gut (Delta-C-Average: 1.00, Delta-C-Maximum: 2.58). Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 5,77 % zumindest zufriedenstellend. Die Maximalabweichung ist mit 14,2 % immerhin bereits eindeutig gut.

Auf eine zusätzliche OSD-Option zur Verbesserung der Gleichförmigkeit hat ViewSonic daher beim VP2458 zu Recht verzichtet.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2458
Coating des ViewSonic VP2458
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP2458 besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Auffällig ist beim Probanden, dass das Pixelraster vergleichsweise deutlich sichtbar ist.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm ViewSonic VP2458 bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom Panel des ViewSonic VP2458
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Wie seine höherpreisigen Geschwister aus der VP-Serie verwendet auch der ViewSonic VP2458 ein IPS-Panel. Die Blickwinkelstabilität ist erwartungsgemäß selbst bei extremeren Blickwinkeln vor allem bei den Farben sehr gut. Wahrnehmbar sind primär die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Das liegt hauptsächlich an der beim Schwarzbild am besten zu erkennenden Aufhellung dunkler Bildbereiche. Beim Graustufen-Testbild werden dadurch mehrere Stufen abgeschnitten. In hellen Bereichen bleibt die Zeichnung dagegen gut erhalten. Änderungen bei der Farbtemperatur sind – wenn überhaupt – nur minimal zu erkennen.

6 KOMMENTARE

  1. Ein im Dezember 2019 gekauftes Exemplar mit Firmware Version M002 kann durchaus per Hardware mit drei Speicherplätzen kalibriert werden. Das funktioniert wunderbar und stellt auch alle Monitorparameter automatisch ein.
    Einzig der Rec709 Modus sieht viel flauer aus (Material wurde über HDMI von einer Videoquelle zugespielt) als im selbst hardware kalibrierten sRGB Modus.

  2. Kleine Korrektur: „Wenn ich zweimal genau diese Seite nebeneinander auf dem Bildschirm öffne…“ – ich meinte die Tabs im Browser, die ich dann hin und her wechsle. Ich vergleiche die Seiten nicht gleichzeitig, sondern nacheinander im Vollbild.

    • Der Redakteur ist gerade im wohlverdienten Urlaub. Aber er ist ein Fotograf mit geschultem Augen und ich bin mir sicher, dass er was dazu geschrieben hätte, wenn er dieses Verhalten ebenfalls bemerkt hätte.

    • liegt das evtl. auch an deinem Notebook / PC? Hast du es mal mit einem anderen Device getestet?
      Das könnte ja auch vom Grafikkartentreiber stammen.

  3. „…günstiger Monitor überrascht bei Bildbearbeitung“ – dem kann ich nur zustimmen, allerdings im negativen Sinne! Ich habe nach einem günstigen Monitor für die Bildbearbeitung gesucht und mir nach Lesen des Tests diesen Monitor gekauft. Der Ersteindruck war wirklich gut, die Angaben im Test konnte ich mit meinem i1Display Pro bestätigen. Nun aber zu den Überraschungen: 1. Abhängig von der Größe/Anzahl an schwarzen und dunklen Bereichen im Bild ändert sich die Farbtemperatur bzw. der Blauanteil. Allein hier auf prad.de kann ich das gut beobachten: Wenn ich zweimal genau diese Seite nebeneinander auf dem Bildschirm öffne, färbt sich der weiße Hintergrund, je nachdem welche Werbung angezeigt wird. Das ist sowohl mit bloßem Auge, als auch in meinen Messungen erkennbar. 2. Abhängig von der Aktualisierungsrate entstehen bei bestimmten Farbtönen (insbesondere orange und blau) vertikale Streifen. Bei 50 Hz sind die Streifen kaum auszumachen, bei 60 Hz deutlich sichtbar und bei 75Hz nochmals deutlicher. Zusätzlich wird dieser Effekt bei Bewegtbildern verstärkt. Sehen kann ich das beispielsweise auf saturn.de (oranger Hintergrund) oder dell.com (blaue Leiste oben). Diese beiden Auffälligkeiten machen den ansonsten sehr guten Monitor für mich unbrauchbar – schade. Um einen Defekt auszuschließen habe ich noch ein zweites Exemplar bestellt, wie erwartet aber mit demselben Ergebnis. Ich bin mir 100%ig sicher, dass dies auf das Panel (LM238WF4_SSF1) zurückzuführen ist und nicht an anderen internen/externen Faktoren liegt. Hatte das Testexemplar diese Probleme nicht?

  4. Danke für das ausführliche Review!

    Gibt es unter 350€ einen 24″-Monitor, den Sie dem ViewSonic VP2458 für Bildbearbeitung vorziehen würden?

    LG

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