Test ViewSonic VP2458 – günstiger Monitor überrascht bei Bildbearbeitung

Im Test konnte der VP2458 mit einer fast vollständigen Abdeckung des sRGB-Farbraums, einem Kontrast von 1200:1 und einer bemerkenswert guten Ausleuchtung und Bildhomogenität punkten

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Einleitung

Der VP2458 gehört zu ViewSonics Profiserie und rundet diese nach unten ab. Die VP-Reihe richtet sich an professionelle Anwender, vorzugsweise Kreative wie Fotografen, Designer und Videofilmer. In der Regel verfügen diese Geräte auch über die ViewSonic-eigene Lösung zur Hardware-Kalibrierung. Beim aktuellen Testkandidaten wird dieses Feature aber nirgendwo erwähnt und das Thema EBV nicht besonders herausgestellt.

Mit seinem 24 Zoll großen IPS-Panel im 16:9-Format ist der ViewSonic VP2458 auf jeden Fall der kleinste Vertreter der VP-Serie. Die Auflösung entspricht dem Full-HD-Standard. Das Gerät ist ab Werk mit einer Farbgenauigkeit von Delta E<2 vorkalibriert und soll den sRGB-Farbraum zu 100 % abdecken.

Angesichts des sehr günstigen Preises (222 EUR zum Zeitpunkt der Testerstellung) stellt sich die Frage, ob das Produkt nicht eher in Verwandtschaft zu dem kürzlich getesteten ViewSonic VG2755-2K steht und vor allem für Büroanwendungen gedacht ist. Wir sind gespannt, was in dem kleinsten VP-Modell steckt.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ViewSonic VP2458 Datenblatt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang beschränkt sich auf das Notwendigste, um das Gerät in einer Standard-Umgebung sofort in Betrieb nehmen zu können. Neben dem Stromkabel sind auch Kabel für den DisplayPort-Eingang und den USB-Hub enthalten. Da der Proband ab Werk vorkalibriert ist, liegt ein entsprechender Report bei.

Lieferumfang des ViewSonic VP2458
Lieferumfang

Eine CD ist nicht im Lieferumfang. Handbuch, Standard-Farbprofil, Monitortreiber und Zusatz-Software findet man aber unkompliziert direkt über die Produktseite des Herstellers. Die Treiberinstallation bleibt jedoch ohne sichtbare Wirkung. Das Gerät wird auch danach im Gerätemanager nicht beim Namen erkannt.

Optik und Mechanik

Das Standbein ist beim ViewSonic VP2458 ab Werk bereits vormontiert. Wie in der Abbildung zu den Anschlüssen zu sehen, ist es einfach zur Seite geklappt im Karton. Lediglich der Standfuß muss noch aufgesteckt und mit einer Flügelschraube werkzeugfrei fixiert werden.

Zur Wandmontage nach VESA (100 x 100 mm) kann das Standbein gelöst werden. Das geht dann allerdings nicht mehr werkzeugfrei. Ferner ist ein separater Adapter zur Montage auf Schwenkarme bzw. Wandhalterungen nötig.

Montage des Standbeins am Monitor
Montage des Standbeins
Fuß-Fixierung mit Flügelschraube
Fixierung mit Flügelschraube

Bei dem Design und der Verarbeitungsqualität merkt man im Vergleich zu den höherpreisigen Geräten der VP-Klasse praktisch keinen Unterschied. Während man von einem 1.000-EUR-Gerät wie dem VP2768-4K vielleicht etwas mehr erwartet, ist man beim VP2458 doch eher positiv überrascht. Insgesamt hinterlässt das Gerät einen soliden und alltagstauglichen Eindruck.

Ansicht Display von vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht Display von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht Display von vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht Display von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Von vorn betrachtet ist das Design praktisch rahmenlos. Zusammen mit der nicht genutzten Display-Fläche sind es oben und an den Seiten ca. 5 mm. Unten macht der Rahmen insgesamt mit ca. 8 mm nur minimal mehr aus. Damit eignet sich der ViewSonic VP2458 auch sehr gut für den Einsatz in Mehrschirmsystemen.

Ansicht Display mit Drehung nach links
Ansicht Drehung nach links
Ansicht Display mit Drehung nach rechts
Ansicht Drehung nach rechts

Bei den Ergonomie-Funktionen bleiben keine Wünsche offen: 13 cm Höhenverstellung, Drehung um je 60° in beide Richtungen, Neigung von -5° bis +21° sowie der 90°-Schwenk in das Hochformat. Die Mechanik ist dabei auf jeden Fall in allen Einstellmöglichkeiten angenehm leichtgängig. Auch die Stabilität ist ordentlich.

Monitor Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Monitor Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Monitor Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Monitor Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Die Zweiteilung des Standbeins hat neben den Design-Aspekten auch noch den Sinn, die Kabel gebündelt durchzulassen. Mit Kabeln geht die Eleganz des Standbeins dann aber etwas verloren.

Zweigeteiltes Standbein des ViewSonic VP2458
Zweigeteiltes Standbein

Am oberen Ende hat das Standbein einen Griff. Da der ViewSonic VP2458 mit 5,5 kg zudem relativ leicht und handlich ist, ist das Gerät im Haus sehr leicht zu transportieren und gut geeignet, um öfter mal den Raum zu wechseln.

 Griff am Monitorarm
Griff auf der Gehäuserückseite
Zweigeteiltes Standbein des ViewSonic VP2458
Zweigeteiltes Standbein dient auch dem Kabelmanagement

Das Netzteil ist beim ViewSonic VP2458 direkt im Gehäuse untergebracht. Zur passiven Entlüftung dient ein relativ breiter Lüftungsschlitz auf der Rückseite. Eine nennenswerte Erwärmung konnten wir auch nach längerem Betrieb nirgendwo feststellen.

Lüftungsschlitze auf der Displayrückseite
Lüftungsschlitze

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ViewSonic VP2458 keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 17,5 W 15,86
Betrieb typisch 14 W
140 cd/m² k. A. 10,15 W
Betrieb minimal k. A. 5,48 W
Energiespar­modus (Standby) 11,5 W 0,15 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0 W 0,15 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ViewSonic nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 17,5 Watt. Nach unseren Messungen liegt er mit 15,86 Watt sogar 9 % darunter. Der Powerbutton senkt den Verbrauch fast auf null, es sind lediglich noch 0,12 Watt messbar. Im Standby-Modus ist der Verbrauch mit 0,15 Watt kaum messbar höher. Die Vorgaben der aktuellen EU-Richtlinie werden sehr gut eingehalten. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der VP2458 nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 10,15 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 2,2 cd/W und ist damit sensationell gut.

Anschlüsse

Bezogen auf die Anzahl ist der ViewSonic VP2458 zwar nicht üppig ausgestattet, mit DisplayPort und HDMI 1.4 sind aber die wichtigsten Digital-Eingänge je einmal vorhanden. Über den VGA-Eingang wird sogar noch Legacy-Support für ältere Analoggeräte geboten. Zum Anschluss von USB-3.0-Geräten sind auf der Rückseite ein Upstream-Port und zwei Downstream-Anschlüsse vorhanden. Letztere sind allerdings nur leidlich gut zugänglich und eignen sich daher eher für dauerhafte Verbindungen zu externen Festplatten etc.

Anschlüsse des ViewSonic VP2458
Anschlüsse

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über mechanische Tasten auf der Rahmenrückseite. Haptik und Qualitätsanmutung der Tasten sind sehr gut. Allerdings sind sie in etwa mittig und damit ungewohnt hoch zu finden. Die Power-Taste ist zwar durch die runde Form von den anderen Tasten fühlbar zu unterscheiden. Bei der Bedienung haben wir trotzdem einige Male versehentlich den Bildschirm ausgeschaltet. Daran kann man sich aber schnell gewöhnen.

Tasten und Bedienung des ViewSonic VP2458
Tasten und Bedienung

OSD

Beim OSD hat ViewSonic eine recht eigenwillige Logik, die zumindest für einen Europäer nicht immer nachvollziehbar ist. Mit etwas Eingewöhnung und dem einen oder anderen Blick ins Handbuch wird man sich aber zurechtfinden. Über den Umfang der Einstellmöglichkeiten kann man sich auf jeden Fall nicht beklagen.

Insgesamt beurteilen wir Bedienung und OSD hier besser als bei anderen Geräten aus der VP-Serie (mit erweitertem Farbraum und Hardware-Kalibrierung). Das OSD ist zwar das Gleiche, man ist aber bei einem sRGB-Gerät weniger darauf angewiesen, und die Fehleranfälligkeit ist insgesamt geringer.

OSD: Schnellauswahl (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: Schnellauswahl (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: View-Modi (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: View-Modi (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: Farb-Einstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: Farb-Einstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: System-Einstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD: System-Einstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)

4 KOMMENTARE

  1. Kleine Korrektur: „Wenn ich zweimal genau diese Seite nebeneinander auf dem Bildschirm öffne…“ – ich meinte die Tabs im Browser, die ich dann hin und her wechsle. Ich vergleiche die Seiten nicht gleichzeitig, sondern nacheinander im Vollbild.

    • Der Redakteur ist gerade im wohlverdienten Urlaub. Aber er ist ein Fotograf mit geschultem Augen und ich bin mir sicher, dass er was dazu geschrieben hätte, wenn er dieses Verhalten ebenfalls bemerkt hätte.

  2. „…günstiger Monitor überrascht bei Bildbearbeitung“ – dem kann ich nur zustimmen, allerdings im negativen Sinne! Ich habe nach einem günstigen Monitor für die Bildbearbeitung gesucht und mir nach Lesen des Tests diesen Monitor gekauft. Der Ersteindruck war wirklich gut, die Angaben im Test konnte ich mit meinem i1Display Pro bestätigen. Nun aber zu den Überraschungen: 1. Abhängig von der Größe/Anzahl an schwarzen und dunklen Bereichen im Bild ändert sich die Farbtemperatur bzw. der Blauanteil. Allein hier auf prad.de kann ich das gut beobachten: Wenn ich zweimal genau diese Seite nebeneinander auf dem Bildschirm öffne, färbt sich der weiße Hintergrund, je nachdem welche Werbung angezeigt wird. Das ist sowohl mit bloßem Auge, als auch in meinen Messungen erkennbar. 2. Abhängig von der Aktualisierungsrate entstehen bei bestimmten Farbtönen (insbesondere orange und blau) vertikale Streifen. Bei 50 Hz sind die Streifen kaum auszumachen, bei 60 Hz deutlich sichtbar und bei 75Hz nochmals deutlicher. Zusätzlich wird dieser Effekt bei Bewegtbildern verstärkt. Sehen kann ich das beispielsweise auf saturn.de (oranger Hintergrund) oder dell.com (blaue Leiste oben). Diese beiden Auffälligkeiten machen den ansonsten sehr guten Monitor für mich unbrauchbar – schade. Um einen Defekt auszuschließen habe ich noch ein zweites Exemplar bestellt, wie erwartet aber mit demselben Ergebnis. Ich bin mir 100%ig sicher, dass dies auf das Panel (LM238WF4_SSF1) zurückzuführen ist und nicht an anderen internen/externen Faktoren liegt. Hatte das Testexemplar diese Probleme nicht?

  3. Danke für das ausführliche Review!

    Gibt es unter 350€ einen 24″-Monitor, den Sie dem ViewSonic VP2458 für Bildbearbeitung vorziehen würden?

    LG

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