Test ViewSonic VX2418C: Guter Budget-Gaming-Monitor
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24 Zoll großer Gaming-Monitor mit Full HD besitzt ein VA-Panel, was einen Kontrast von 3000:1 ermöglicht

FreeSync Premium, 1ms-Mode und Blur

FreeSync Premium kann im OSD des ViewSonic VX2418C ein- und ausgeschaltet werden. Nach der Aktivierung nahm das Tearing deutlich ab, und die gesamte Bilddarstellung wirkte flüssiger. Überprüft haben wir das sowohl mit Testprogrammen als auch in Spielen. Es sollte aber beachtet werden, dass diese Einstellung auch die Reaktionszeit verringert und daher in schnellen Shootern eher nicht aktiviert werden sollte.

Blur bei 165 Hz
Blur bei 165 Hz
Blur bei aktiviertem 1ms-Modus
Blur bei aktiviertem 1ms-Modus

Bewegungsunschärfe konnte bei 165 Hz nur minimal festgestellt werden. Bei 60 Hz konnten dagegen auch in Spielen leichte Schlieren ausgemacht werden, wenn darauf geachtet wurde und Anwender in diesem Bereich empfindlich sind. Der 1ms-Modus verbesserte die Bewegungsunschärfe etwas, zeigte allerdings deutliche Bildfehler und dunkelte das Bild zudem stark ab, wodurch er in der Praxis keinen Mehrwert bietet.

Es handelt sich bei dem 1ms-Mode wohl um eine Art Black-Frame-Insertion. Sie ist nur mit hoher Framerate aktivierbar und reduziert die Bildhelligkeit sehr stark. Schnell bewegte Motive verschmieren weniger und erscheinen für das Auge schärfer. Die Signalflanken sind zwar extrem steil (< 1ms), werden aber stets von rund 5 ms langen Dunkelphasen unterbrochen. Die Anstiegszeit lässt sich damit kaum noch messen, beträgt aber inklusive Dunkelphase mindestens 5 ms.

Helligkeitsverlauf im 1ms-Modus
Helligkeitsverlauf im 1ms-Modus

Subjektive Beurteilung

Wie sich die Messwerte in der Praxis auswirken, wollen wir in diesem Bereich subjektiv aufgrund der Erlebnisse mit den menschlichen Augen und den Erfahrungen des Testers wiedergeben. Wir haben dafür verschiedene Spiele mit dem ViewSonic VX2418C ausprobiert und auf mögliche optische Effekte des Monitors geachtet.

Wir haben die höchste Overdrive-Stufe „Ultraschnell“ sowohl bei 60 als auch bei 165 Hz in verschiedenen Games getestet. Die Messergebnisse zeigten starke Überschwinger, die auch visuell im Spiel deutlich sichtbar waren. Beide nachfolgenden Bilder zeigen stark vergrößerte Extrembeispiele. Bei 165 Hz war ein heller Nachzieheffekt bei Objekten zu beobachten. Dieser fällt umso stärker ins Auge, je schneller die Umgebung vorbeizieht. Gut beobachtet werden konnte dies daher in Rennspielen, aber auch bei Shootern. Wir haben diesen Effekt als störend empfunden.

Bei 60 Hz war der Effekt deutlich stärker sichtbar, und zwar bereits in langsamen Abschnitten von Spielen. Schon bei leichten Bewegungen des Spielers gab es starke Doppelbilder bei der gesamten Umgebung, die das Spielen in diesem Modus fast unmöglich machen.

Auf der zweithöchsten Overdrive-Einstellung, die immer noch sehr gute Reaktionszeiten liefert, sind diese Effekte dagegen gar nicht mehr bzw. bei 60 Hz nur noch minimal zu beobachten, wodurch wir diese Einstellung auch für den Dauerbetrieb empfehlen.

Overdrive „Ultraschnell“ mit 60 Hz
Overdrive „Ultraschnell“ mit 60 Hz
Overdrive „Ultraschnell“ bei 165 Hz
Overdrive „Ultraschnell“ bei 165 Hz

Wir konnten bei der Bilddarstellung ansonsten keine negativen Effekte beobachten, auch das gefürchtete Smearing bei Geräten mit VA-Panel war nicht wahrnehmbar.

Extras wie ein Fadenkreuz oder ähnliche Features speziell für Spieler bietet der ViewSonic VX2418C nicht an. Vorhanden ist aber eine Schwarzstabilisierung, die auch für Gamer interessant sein könnte. Selbst auf den beiden extremen Stufen dieser Option konnte allerdings kaum ein Effekt auf die Bilddarstellung beobachtet werden. Wir haben daher auf Vergleichsfotos verzichtet und sehen keinen Mehrwert in diesem Feature.

Konsolenbetrieb

Die Xbox Series X unterstützt die native Auflösung des Monitors mit bis zu 120 Hz. Der Modus für die geringe Latenz ließ sich nicht aktivieren, VRR („Variable Refresh Rate“) war dagegen auswählbar.

Einstelloptionen auf einer Xbox Series X
Einstelloptionen auf einer Xbox Series X

Sound

Der ViewSonic VX2418C besitzt zwei 2-Watt-Lautsprecher, die nach unten auf den Schreibtisch abstrahlen. Alternativ können zugespielte Audiosignale über den Klinkenanschluss des Monitors auch an einen Kopfhörer oder an externe Lautsprecher weitergeleitet werden.

Zwei 2-Watt-Lautsprecher im unteren Displayrahmen
Zwei 2-Watt-Lautsprecher im unteren Rahmen

Für kurze Videoclips sind die Lautsprecher ausreichend. Stimmen klingen grundsätzlich klar, nur bei höheren Lautstärken ist eine leicht blecherne Darstellung herauszuhören. Die Gesamtlautstärke ist generell nicht sehr hoch. Die Musikwiedergabe überzeugte uns zudem nicht, da weder ein ansprechendes Volumen noch Bässe ausreichend dargestellt werden konnten. Für atmosphärische Spiele können wir die Klanggeber ebenfalls nicht empfehlen. Sie sind daher nur als Notlösung anzusehen, wenn im Desktop-Betrieb nicht mit Kopfhörern vor dem PC gesessen werden möchte.

DVD und Video

Für die nachfolgenden Tests haben wir einen Blu-ray-Player per HDMI-Kabel angeschlossen. Bei Formaten, die nicht das 16:9-Format des Monitors besitzen, können über das OSD die Verhältnisse 4:3, 5:4 oder 16:10 gewählt werden. Bei allen Varianten erfolgt eine möglichst bildschirmfüllende Darstellung. Diese Formate können entsprechend auch ohne Verzerrungen dargestellt werden. Probleme gibt es daher nur bei exotischeren Signalen, weil keine generelle seitengerechte Vergrößerung oder eine 1:1-Darstellung vorhanden ist.

Eine 24-Hz-Wiedergabe konnten wir nicht erzwingen. 50, 60 und auch 120 Hz konnten dagegen eingestellt und auch über den HDMI-Anschluss wiedergegeben werden.

50-Hz-Betrieb
50-Hz-Betrieb

Sowohl beim Farbbereich als auch beim Farbraum bietet der ViewSonic VX2418C eine Automatik, aber auch manuelle Eingriffsmöglichkeiten an. Die automatische Auswahl war grundsätzlich zuverlässig. Bei einem erzwungenen YCbCr-Signal wurden allerdings die typischen grün-lilafarbenen Verfälschungen angezeigt. Durch ein manuelles Eingreifen konnte aber auch diese Einstellung anschließend ohne Farbverfälschungen dargestellt werden.

Farbraum YUV mit Farbverfälschungen
Farbraum YUV mit Farbverfälschungen
Farbraum YUV ohne Farbverfälschungen
Farbraum YUV ohne Farbverfälschungen

Eine Overscan-Funktion besitzt das Gerät, sie schneidet aber nur einen sehr geringen Randbereich ab. Dies fällt in der Praxis kaum auf und ist auch nicht verstellbar. Features werden in diesem Bereich generell wenig angeboten. So ist zum Beispiel auch keine HDR-Funktion vorhanden, genauso wenig wie ein PiP- oder PbP-Betrieb.

Christian Kraft

... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

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