Test ViewSonic XG240R – überzeugende Gaming-Performance
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Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic XG240R
Coating des ViewSonic XG240R
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Von oben betrachtet wirken die Farben etwas blasser als bei einer frontalen Sicht. Bei einer Betrachtung von links oder rechts muss dagegen mit einer abnehmenden Helligkeit gelebt werden. Beide Ergebnisse hätten aber noch zu einer guten Benotung in diesem Bereich geführt. Das Resultat aus einer niedrigeren Position verhindert dies allerdings.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des ViewSonic XG240R
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Durch das verwendete TN-Panel tritt dort der bekannte Negativeffekt auf, wodurch die Farben stark verfälscht wiedergegeben werden. Dies ist bei einem üblichen Sitzabstand auf einem Stuhl vor einem Schreibtisch unproblematisch. In der Praxis kann der Effekt aber zum Beispiel beobachtet werden, wenn von einem Sofa oder Bett leicht nach oben auf den Monitor geguckt werden muss. Ein gemütlicher Filmabend ist aus dieser Position mit diesem Monitor daher nicht möglich.

Interpolation

Der nativen Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln haben wir die kleinere 16:9-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln bildlich gegenübergestellt. Die Interpolationsleistung war dabei gut, wobei eine gewisse Unschärfe nicht eliminiert werden konnte. In Spielen fiel die Unschärfe nach einer kurzen Zeit nicht mehr auf, bei Schreibarbeiten störte sie uns dagegen länger.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Kleinere Auflösungen können aufs Vollbild gestreckt, seitengerecht vergrößert oder im 1:1-Modus dargestellt werden. Unter Windows 10 hat der Grafikkartentreiber seine Muskeln spielen lassen und alle Einstellungen des Monitors ignoriert. Dies ist aber kein Nachteil, da über die Treibereinstellungen alle Varianten ebenfalls erzwungen werden können. Bei einem Betrieb per Blu-ray-Player waren die drei Optionen dagegen wie gewohnt nutzbar.

Skalierungsmöglichkeiten des ViewSonic XG240R (Quelle: Handbuch)
Skalierungsmöglichkeiten des ViewSonic XG240R (Quelle: Handbuch)

Eine Full-HD-Auflösung auf einem 24-Zoll-Monitor sollte bei den meisten Spielen und auch Turnieren aktuell die gängigste Variante sein. Um Profispielern aber auch auf andere gestellte Geräte vorbereiten zu können, bietet der ViewSonic weitere Skalierungsoptionen an. Der Monitor kann das Bild zum Beispiel so darstellen, als ob es sich um einen 22-Zoll-Monitor mit 16:10-Format handeln würde. Dafür werden entsprechende schwarze Balken eingeblendet, aber auch eine seitengerechte Vergrößerung vorgenommen.

In der heutigen Zeit werden diese Skalierungs-Optionen wohl nicht mehr häufig zum Einsatz kommen. Sie bieten Profispielern aber trotzdem einen kleinen Mehrwert. Die Interpolationsleistung war bei verschiedenen getesteten Varianten ebenfalls gut, wobei auch bei diesen mit einer leichten Unschärfe gelebt werden muss.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse nach der Software-Kalibration mit dem Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 93,9 %
Adobe RGB 68,7 %
DCI- P3 RGB 67,0 %
ECI-RGB v2 61,6 %

Eine sRGB-Farbraumabdeckung von knapp 94 % führt zu einer guten Benotung und ist für einen Gaming-Monitor zudem ausreichend. Bei der Durchführung von farbkritischen Arbeiten sollte dagegen möglichst eine vollständige Farbraumabdeckung gegeben sein.

Bildmodus: Standard (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die nach unten absaufende Gammakurve ist deutlich sichtbar. Die Abweichungen der Grauwerte befinden sich dagegen in einem guten Bereich, nur der Range-Wert ist etwas zu hoch für eine gute Benotung. Der Weißpunkt ist zudem nicht sehr weit entfernt von den gewünschten 6500 Kelvin. Perfekt voreingestellt ist das Gerät damit nicht, für einen Gaming-Monitor sind die Ergebnisse aber akzeptabel.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, sRGB-Farbmodus
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, sRGB-Farbmodus

Im Standardmodus kann der Farbmodus auf sRGB geändert werden. Dadurch werden auch andere Parameter wie zum Beispiel die Helligkeit verstellt, die sich in diesem Modus zudem nicht mehr anpassen lässt, was den Modus letztendlich unbrauchbar macht.

Die Grauabweichungen und die Gammakurve bleiben praktisch identisch zur ersten durchgeführten Messung. Bei den Farbwerten können wir dagegen größere Abweichungen messen. Die durchschnittliche Abweichung liegt bei einem Delta von 3,6, was den Ausschlag für eine schlechte Benotung in diesem Bereich gibt. Die Gammakurve verläuft alles andere als korrekt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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