Test ViewSonic XG240R – überzeugende Gaming-Performance
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 24
Kontrast: 70
Gamma eingestellt: 2,2
Gamma gemessen: 2,12
Farbtemperatur: Vollfarbsteuerung
RGB: 95/93/100
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Schneller

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Auf den ersten Blick sehen die Messergebnisse bei der Profilvalidierung in Ordnung aus. Die Abweichungen bei den Grauwerten und auch die durchschnittliche Abweichung bei den Farbwerten würden zu einer guten Benotung führen. Nicht bildlich dargestellt, aber in unseren Messprotokollen dokumentiert ist eine maximale Abweichung von einem Delta von 5,5, was auf unschöne Nichtlinearitäten hinweist. Maximale Abweichungen mit einem Delta von über 5 führen in diesem Bereich automatisch zur schlechtesten Benotung.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Der Range-Wert bei den Grauwerten ist noch leicht zu hoch, und die durchschnittlichen Abweichungen bei den Grauwerten verhindern ebenfalls eine sehr gute Benotung. Die Gammakurve verläuft dagegen nahe an der Ideallinie, und auch der Weißpunkt konnte fast genau getroffen werden. Die nicht perfekte Farbraumabdeckung verhindert bessere Werte in diesem Bereich.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den ViewSonic XG240R haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 1 ms für GtG genannt, ehrlicherweise aber auch eine typische Reaktionszeit von 5 ms für GtG angegeben. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Der ViewSonic besitzt fünf Reglerpositionen für die Overdrive-Funktion („Standard“, „Schnell“, „Schneller“, „Ultraschnell“, „Am schnellsten“). In der Werkseinstellung ist die Option „Schneller“ aktiviert.

60 Hz, Overdrive „Standard“

Die Einstellung „Standard“ dürfte bei anderen Modellen mit einem ausgeschalteten Overdrive vergleichbar sein, anders können die recht schlechten Ergebnisse kaum erklärt werden. Gamer sollten diesen Modus daher beim Betrieb mit 60 Hz meiden.

Der Schwarz-Weiß-Wechsel liegt bei 24,4 ms und der schnellste Grauwechsel bei 16,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sogar 27,4 ms, da sind selbst manche Grafikmonitore schneller. Der CtC-Wert passt mit 17,6 ms in das Gesamtbild. Überschwinger werden in diesem Modus zwar nicht erzeugt, die Kurve verläuft aber trotzdem etwas ungleichmäßig.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
60 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Standard“): keine Überschwinger
60 Hz („Standard“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

„Schneller“ ist die Einstellung in der Werkseinstellung, und sie liefert deutlich bessere Messergebnisse.

Der schnellste Grauwechsel sinkt auf sehr gute 3 ms und der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte auf 7,5 ms. Der CtC-Wert bleibt dagegen fast identisch hoch. Überschwinger sind nur minimal messbar, wodurch dieser Modus der Einstellung „Standard“ auf jeden Fall vorgezogen werden sollte.

Diagramm: 60 Hz („Schneller“): gute Schaltzeiten
60 Hz („Schneller“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Schneller“): minimale Überschwinge
60 Hz („Schneller“): minimale Überschwinge

60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

In der höchsten Overdrive-Einstellung können auch bei 60 Hz sehr gute Reaktionszeiten erreicht werden. Die durchschnittliche Abweichung liegt bei nur noch 4,3 ms, und der CtC-Wert reduziert sich auf 3,2 ms. Deutliche Überschwinger sind allerdings das Resultat dieser starken Optimierung der Reaktionszeiten, wodurch es zu Qualitätseinbußen bei der Bilddarstellung kommt.

Diagramm: 60 Hz („Am schnellsten“): sehr gute Schaltzeiten
60 Hz („Am schnellsten“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Am schnellsten“): starke Überschwinger
60 Hz („Am schnellsten“): starke Überschwinger

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