Test ViewSonic XG240R – überzeugende Gaming-Performance
2/6

0
9140

OSD

Die ganz linke Taste ruft ein Schnellmenü auf, alle anderen Tasten öffnen das Hauptmenü. Nur die erste Taste besitzt mit einem „G“ auch eine richtige Beschriftung. Gemeint ist damit die Gamer-Übersicht. Eingestellt werden kann dort die Geschwindigkeit, eine Farbdarstellung, eine Option für Konsolen sowie zwei individualisierbare Profile. Die Profile können zudem umbenannt werden, um die hinterlegten Funktionen besser zuzuordnen.

Übersicht der Schnellauswahl im OSD
Übersicht der Schnellauswahl

Das eigentliche OSD besitzt sechs Reiter, die teilweise viele und zudem tief verzweigte Einstelloptionen haben. Um in den Abschnitt zu gelangen, in dem die Helligkeit verstellt werden kann, muss daher zum Beispiel neun Mal eine Taste gedrückt werden.

Beim Aufbau des OSDs bleibt ViewSonic ansonsten konsequent bei seinem Gamer-Konzept und legt die Gaming-Einstellungen entsprechend auf den ersten Reiter. Neben der Einstellung der beiden Profile kann dort auch der FreeSync-Modus aktiviert oder die Hertz-Wiedergabe des Monitors begrenzt werden.

Gaming-Einstellungen im OSD
Gaming-Einstellungen
Farbeinstellungen im OSD
Farbeinstellungen

Im Standardmodus können fast alle vorhanden Einstelloptionen des Monitors genutzt werden, bei Verwendung der anderen Modi sind diese teilweise fest vorgegeben. Im letzten Reiter können allgemeine Einstellungen vorgenommen werden, und auch dieser Bereich besitzt viele Optionen, sodass für bestimmte Dinge viel geklickt werden muss. Das Ein- bzw. Ausschalten der rückseitigen Beleuchtung kann ebenfalls in diesem Bereich vorgenommen werden.

Vorhandene Bildmodi im OSD
Vorhandene Bildmodi
Allgemeine Einstellungen im OSD
Allgemeine Einstellungen

Das OSD besitzt sehr viele Einstelloptionen, die aber teilweise sehr verzweigt sind, wodurch es etwas unübersichtlich wirkt und viele Klicks über die nicht ganz idealen Tasten am Monitor benötigt werden.

Zusatzfunktionen

RGB-Beleuchtung

Auf der Rückseite befindet sich die schon erwähnte Beleuchtung. Wird der USB-Anschluss des Monitors mit einem Computer verbunden, kann sie ohne weitere Software mit anderen schon vorhandenen RGB-Beleuchtungen des PCs synchronisiert werden. So kann diese zum Beispiel identisch zur Gehäusebeleuchtung eines Computers abgestimmt werden. Ohne den Anschluss an einen PC leuchtet die Rückseite durchgängig in wechselnden Regenbogenfarben.

RGB-Beleuchtungen Motiv 1
RGB-Beleuchtungen Motiv 1
RGB-Beleuchtungen Motiv 2
RGB-Beleuchtungen Motiv 2
RGB-Beleuchtungen Motiv 3
RGB-Beleuchtungen Motiv 3

Steht der Monitor vor einer weißen Wand, ist die Beleuchtung in einem abgedunkelten Raum gut sichtbar. Dies dürfte bei Gamern häufiger der Fall sein, wodurch die Beleuchtung einen Mehrwert bietet. Für den typischen Ambilight-Effekt, wie er von TV-Geräten von Philips bekannt ist, wurde die Beleuchtung aber zu weit im Inneren angebracht und fehlt im oberen Bereich zudem vollständig.

Beleuchtete Rückseite
Beleuchtete Rückseite (Bild: ViewSonic)

Bildqualität

Der Monitor besitzt einen schmalen Innenrahmen, der aber vollständig matt gestaltet wurde und daher keine Spiegelungen erzeugt. Das Display ist ebenfalls matt, wodurch auch in diesem Bereich keine störenden Spiegelungen vorhanden sind.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Native
RGB: bei „native“ nicht einsehbar
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Schneller

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Bei den hellen und den dunklen Balken lassen sich jeweils die beiden äußeren Exemplare nicht mehr vom Hintergrund differenzieren. Bei reduzierter Helligkeit ändert sich dieser Eindruck kaum. Für einen Gaming-Monitor ist das ein guter Wert, auch wenn Hardcore-Spieler auf gute Unterscheidungen in dunklen Bereichen Wert legen.

Graustufen und -verlauf des ViewSonic XG240R
Graustufen und -verlauf

Bei den Grauverläufen war ein leichter Banding-Effekt sichtbar, einen Farbschimmer konnten wir dagegen nicht ausmachen. Durch das verwendete TN-Panel gab es zudem kein IPS-Glitzern oder ähnliche störende Effekte.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Im allgemeinen Betrieb sind weder Ungleichmäßigkeiten noch Lichthöfe aufgefallen. Bei einem komplett schwarzen Testbild sind leichte Aufhellungen in den Ecken auszumachen. Insgesamt aber ein gutes Ergebnis, vor allem weil es sich um einen Gaming-Monitor handelt, auf dem in der Regel keine farbkritischen Arbeiten durchgeführt werden.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic XG240R
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic XG240R

Den Kontrast von 1000:1, den der Hersteller verspricht, können wir nach unseren Messungen leider nicht bestätigen. Er lag eher in einem Bereich um 900:1 wodurch aber immer noch eine gute Benotung erreicht werden kann. Die gemessene Helligkeit war mit 361 cd/m² dagegen sehr hoch. In der niedrigsten Einstellung wurden noch 81 cd/m² gemessen. Dies dürfte auch für stark abgedunkelte Räume noch niedrig genug sein.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

diagramm: Gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Helligkeitsverteilung
diagramm: Gemittelte Farbreinheit
Gemittelte Farbreinheit

Nur zwei Messwerte liegen über einer Abweichung von zehn Prozent bei der Helligkeitsverteilung. Dies sind gute Werte. Da die durchschnittliche Abweichung aber knapp 6,5 % beträgt, können wir insgesamt keine gute Note mehr vergeben. Mit dem bloßen Auge konnten wir diese Abweichungen nicht ausmachen, nur die im vorherigen Abschnitt erwähnten leichten Aufhellungen waren sichtbar.

Die maximale Abweichung bei der Farbreinheit liegt bei einem Delta von 1,5 und der Durchschnitt sogar bei unter 1. Beides sind sehr gute Werte, die wir so bei einem Gaming-Monitor nicht erwartet hätten.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen