Test ViewSonic XG240R – überzeugende Gaming-Performance
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Overdrive 144 Hz

144 Hz, Overdrive „Standard“

Bei einer Wiederholungsrate von 144 Hz verbessern sich die Werte deutlich. Bei GtG können schon unter 5 ms gemessen werden, was die Vorfreude auf die schnelleren Modi steigen lässt. Die durchschnittliche Abweichung ist mit 13 ms ebenfalls gut, und auch der CtC-Wert liegt unter 10 ms. Die Latenz verbessert sich deutlich, und Überschwinger sind auch bei 144 Hz nicht auszumachen. Verglichen mit 60 Hz ist das also ein großer Unterschied.

Diagramm: 144 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
144 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Standard“): keine Überschwinger
144 Hz („Standard“): keine Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Schneller“

Im 144-Hz-Modus zeigt der Monitor zum ersten Mal, welches Potenzial in ihm steckt. Der Grauwechsel liegt bei 2 ms und der Durchschnitt unserer 15 Messpunkte bei 5,1 ms. Der CtC-Wert ist gegenüber dem 60-Hz-Betrieb mit 4,4 ms ebenfalls sehr gering.

Die Überschwinger sind in der Helligkeitsverlaufskurve zwar auszumachen, bewegen sich aber auf einem sehr geringen Niveau. Mit bloßem Auge waren keine negativen Bildeigenschaften zu erkennen. Dieser Modus eignet sich daher für den Dauerbetrieb und sollte auch Hardcore-Gamer zufriedenstellen können.

Diagramm: 144 Hz („Schneller“): gute Schaltzeiten
144 Hz („Schneller“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Schneller“): minimale Überschwinger
144 Hz („Schneller“): minimale Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Selbst die bisherigen sehr guten Messergebnisse unter 144 Hz lassen sich auf der höchsten Overdrive-Einstellung noch verbessern. Der Durchschnitt unserer 15 Messpunkte sinkt um etwa 1 ms, und der CtC-Wert verbessert sich um einen ähnlichen Wert auf nun sehr gute 3,6 ms. Die Leistungssteigerung fällt aber nicht so deutlich aus wie bei 60 Hz. Bei 144 Hz können wir ebenfalls starke Überschwinger feststellen, wodurch die mittlere Overdrive-Einstellung für beide Bildschirmwiederholungsraten zu empfehlen ist.

Diagramm: 144 Hz („Am schnellsten“): sehr gute Schaltzeiten
144 Hz („Am schnellsten“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Am schnellsten“): leichte Überschwinger
144 Hz („Am schnellsten“): leichte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Standard“
60 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Standard“
144 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Schneller“
60 Hz, Overdrive „Schneller“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Schneller“
144 Hz, Overdrive „Schneller“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
144 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Latenzzeit

Die Latenzzeit fällt bei 60 Hz mit 9,1 ms deutlich höher aus, als bei der Ansteuerung mit 144-Hz-Bildrate. Hier geht sie auf einen Spitzenwert von bis zu 1 ms zurück (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen).

Wird bei unserer empfohlenen Overdrive-Einstellung „Schneller“ die halbe mittlere Bildwechselzeit hinzugerechnet, landet der ViewSonic mit 144 Hz bei sehr kurzen 3,6 ms. Damit ist er auch für Profispieler uneingeschränkt zu empfehlen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Bei diesem Gerät hat der Anwender von der ersten Sekunde an das Gefühl, dass es für Gamer gemacht wurde. Allerdings wurden die einzelnen Features unterschiedlich gut umgesetzt. Die Reaktionszeit und die geringe Latenz fallen sofort positiv auf, in Spielen konnten keinerlei Schlieren festgestellt werden, und das Gerät ist sehr schnell. Selbst bei der höchsten Overdrive-Einstellung, die wir nicht für den Dauerbetrieb empfehlen, wurden keine deutlich störenden Doppelbilder erzeugt, sodass auch dieser Modus von Hardcore-Zockern genutzt werden kann.

Spieler mit einer AMD-Grafikkarte können mit dem Einschalten des FreeSync-Modus entscheiden, ob sie etwas Reaktionszeit opfern möchten, um dafür Ruckeleffekte oder Tearing zu vermeiden. Die Bildwiederholungsrate des Monitors wird dabei mit der Grafikkarte abgeglichen und angepasst, was in einem Bereich von 48 bis 144 Hz erfolgt – sowohl per DisplayPort als auch per HDMI. Die Bilddarstellung wirkt dabei spürbar flüssiger und hochwertiger. Hardcore-Gamer von zum Beispiel schnellen Shootern werden aber wahrscheinlich keine Millisekunde der guten Reaktionszeit opfern wollen. Anwender, die sich zu dieser Gruppe zählen, können das Gerät auch mit einer NVIDIA-Grafikkarte betreiben, ohne Nachteile aus dieser Kombination zu ziehen.

FreeSync-Bereich per DisplayPort
FreeSync-Bereich per DisplayPort
FreeSync-Bereich per HDMI
FreeSync-Bereich per HDMI

Zwei Profile lassen sich individuell gestalten und sogar frei benennen, um diese eindeutig zu kennzeichnen. Bei den Geschwindigkeits-Optionen kann zudem auf vordefinierte Einstellungen zurückgegriffen werden. Dabei scheinen die beiden Modi „Egoshooter“ und „Moba“ auf die schnellste und der Modus „Battle Royal“ auf die mittlere Overdrive-Einstellung zu setzen. Wir empfehlen aber eher, die beiden individuellen Profile zu nutzen, die frei eingestellt und sogar umbenannt werden können. Auf Wunsch kann in diesem Modi auch die Hertzzahl auf 60 oder 100 Hz limitiert oder der Schwarzwert nach dem persönlichen Empfinden oder den Spielvorlieben verstellt werden. Die zahlreichen Einstelloptionen sind ein großer Mehrwert für Hardcore-Gamer und damit auf jeden Fall als Pluspunkt zu werten. Den Einsatz der vordefinierten Modi empfehlen wir dagegen nicht.

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