Test ViewSonic XG350R-C: 100 Hz Curved-Gaming-Monitor

35 Zoll Bolide zeigt im Test durchaus Qualitäten, ist bei der Gesamtbetrachtung aber eher Allrounder als Gaming-Spezialist

0
5456

Einleitung

Viele Gamer wünschen sich einen großen Monitor mit einer guten Bilddarstellung und einem hohen Hz-Betrieb. FreeSync oder G-Sync stehen ebenfalls auf vielen Wunschlisten, genau wie eine Beleuchtung, die mit jener des PC-Gehäuses abstimmbar ist. Der ViewSonic XG350R-C versucht diese Wünsche alle zu befriedigen, und wir werden überprüfen, wie gut er sich in den Einzeldisziplinen schlagen kann.

Das große MVA-Panel des 35-Zoll-Monitors löst mit 3440 x 1440 Pixeln auf und ist gebogen, was das C im Namen erklärt, das für „curved“ und nicht etwa für die moderne USB-Variante steht. In diesem Bereich setzt ViewSonic stattdessen auf drei USB-3.0-Anschlüsse sowie moderne HDMI-Buchsen und einen DisplayPort.

FreeSync wurde dem Panel zusammen mit einer Reaktionszeit von 3 ms spendiert. Anwender mit einer AMD-Grafikkarte bekommen daher ein Feature mehr angeboten, alle anderen Spieler können sich aber über viele Einstelloptionen im Gaming-Bereich und frei konfigurierbare Modi freuen. Aber auch Besitzer einer NVIDIA-Grafikkarte müssen nicht traurig sein, denn auf der ViewSonic Internetseite ist folgende Information zu finde: Dieser Monitor ist für den GeForce-Treiber G-Sync Enable geeignet. Allerdings übernimmt ViewSonic keine Garantie und verweist auf einen Haftungsausschluss. HDR unterstützt das Gerät ebenso, und zwei potente Lautsprecher wurden integriert.

Beim Standfuß wurde ebenfalls nicht gespart. Es stehen eine Höhenverstellungs-, Neige- und Drehfunktion zur Verfügung. Bild in Bild (PiP) sowie Bild neben Bild (PbP) unterstützt der ViewSonic XG350R-C zusätzlich, und auch Farblevel und Farbmodell sollen manuell einstellbar sein, wodurch der Monitor für viele Bereiche interessante Features anbietet.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ViewSonic XG350R-C Datenblatt.

Lieferumfang

Der Karton des Monitors ist fast einen Meter lang und knapp 20 Kilogramm schwer, zum Abholen bei der Post sollte daher zwingend ein Auto vorhanden sein. Alternativ wird das Abholen des Gerätes in das Fitnessprogramm integriert, dann sollte beim Anstehen bei der Post direkt mit dem Muskelaufwärmen begonnen werden.

Lieferumfang des ViewSonic XG350R-C
Lieferumfang

Nach der erfolgreichen Abholung und Öffnung des Kartons ist als Erstes das beigelegte Zubehör sichtbar, das außerhalb der dicken Styroporschicht platziert wurde. Beigelegt wurden dem ViewSonic XG350R-C eine Schnellanleitung sowie jeweils ein Strom-, HDMI-, DisplayPort- und USB-Kabel. Trotz der Größe des Monitors wurde das Netzteil nicht in selbigen integriert, sondern befindet sich ebenfalls im Lieferumfang.

Optik und Mechanik

Das Standbein ist bereits am Monitor vormontiert, wenn dieser aus seiner Verpackung genommen wird. Der Standfuß kann ohne Werkzeug an diesen befestigt und das Gerät in Betrieb genommen werden. Auf dem Schreibtisch muss allerdings genügend Platz zur Verfügung stehen. Die Grundfläche des Standfußes misst etwa 30 x 35 cm. Das Standbein selber besitzt im unteren Teil ein Loch, um Kabel nach hinten wegzuführen und so einen aufgeräumteren Look zu vermitteln. Das gesamte Gerät wirkt sehr massiv und wiegt aufgebaut mit Standfuß rund 13,5 kg.

Standfuß von unten
Standfuß von unten
Kabelführung im Standbein des ViewSonic XG350R-C
Kabelführung im Standbein

Im oberen Teil des Standbeins wurde ein Haken angebracht, der nach außen klappbar ist und eine gummierte Oberfläche besitzt. Genutzt werden kann dieser, um seine Kopfhörer platzsparend hinter dem Monitor aufzubewahren.

Kopfhörer verstaut auf einem Haken im Standbein des Monitors
Kopfhörer verstaut auf einem Haken im Standbein

Die Vorderseite zeigt das gebogene 35-Zoll-Display mit einem seitlichen Rahmen von etwa 1,5 cm. Aufgrund der Größe des Monitors wirkt dieser nicht altmodisch, sondern passt zum Gesamtbild. Die Rückseite zeigt vier interessante, dickere Linien, die auf dem Foto leicht spiegeln. Unter diesen befinden sich LEDs, auf die wir in einem späteren Teil genauer eingehen werden. Von vorn ist das Gerät also eher schlicht und von hinten etwas spannender gestaltet worden.

Monitor von vorn
Monitor von vorn
Monitor von hinten
Monitor von hinten

Beim ViewSonic XG350R-C kann die Höhe stufenlos eingestellt werden. Die Einstellung ist relativ stramm, was eine stabile Position an jeder gewünschten Stelle ermöglicht. In der niedrigsten Position beträgt der Abstand vom Schreibtisch zur unteren Monitorkante nur 5 cm, in der höchsten Position 20 cm.

Niedrigste Einstellung des Displayhöhe
Niedrigste Einstellung
Höchste Einstellung der Displayhöhe
Höchste Einstellung

Die Neigung ist nicht stramm eingestellt und lässt sich damit angenehm verstellen, trotzdem wird auch in diesem Bereich jede gewünschte Position gehalten. Nach vorn kann das Display um 5 Grad und nach hinten um 15 Grad geneigt werden.

Maximale Neigungseinstellung des ViewSonic XG350R-C
Maximale Neigungseinstellung
Minimale Neigungseinstellung des ViewSonic XG350R-C
Minimale Neigungseinstellung

Eine Drehung um 45 Grad in beide Richtungen ist ebenfalls möglich, wobei die Justierung etwas schwergängig ist und daher mit einer Hand kaum eine Drehung möglich ist. Eine Pivot-Funktion macht bei einem Curved-Monitor dieser Größe keinen Sinn.

Display 45 Grad Drehung nach rechts
45 Grad Drehung nach rechts
Display 45 Grad Drehung nach links
45 Grad Drehung nach links

Der fast 4 kg schwere Standfuß erfüllt seinen Job sehr gut und hält den ViewSonic XG350R-C stabil an seinem Platz. Einen Anspruch auf ein filigranes Design erhebt er dagegen nicht. Große Schwächen weist er aber ebenfalls nicht auf und konnte daher eine gute Note erzielen.

Technik

Betriebsgeräusch

Im Betrieb mit und ohne eingeschaltete(r) Beleuchtung konnten keine Geräusche wahrgenommen werden. Im Standby war der Monitor ebenfalls komplett leise, und das externe Netzteil verhielt sich auch komplett lautlos.

Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 100 W 59,1 W
Betrieb typisch 70 W
140 cd/m² 29,9 W
Betrieb minimal 23,0 W
Energiespar­modus (Standby) < 0,5 W 0,1 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W 0,0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

Aufgrund der Herstellerangaben haben wir in diesem Bereich mit keinen energiesparsamen Ergebnissen gerechnet, das Gegenteil ist allerdings eingetreten. Der maximale Verbrauch von fast 60 Watt ist natürlich nicht gering, dürfte in der Praxis aber auch nur selten zum Einsatz kommen. Ein Stromverbrauch von 30 Watt bei 140 cd/m² (Helligkeit eingestellt auf 32) ist bei einer Display-Größe von 35 Zoll ein guter Wert, was sich auch in der Energieeffizienz von 1,3 cd/W widerspiegelt. Die Werte im Standby und im ausgeschalteten Zustand sind ebenfalls sehr gut, wodurch in diesem Bereich kein Anlass zur Kritik besteht.

Anschlüsse

Die Kabel werden beim ViewSonic XG350R-C von unten zu den Anschlüssen geführt und können durch die Aussparung im Standbein nach hinten geleitet werden, um einen ordentlichen Eindruck auf dem Schreibtisch zu hinterlassen.

Anschlüsse des ViewSonic XG350R-C: HDMI (2 x), DP, Audio-out und dreimal USB 3.0
HDMI (2 x), DP, Audio-out und dreimal USB 3.0

Grundsätzlich bietet der Monitor mit zweimal HDMI 2.0 und einem DisplayPort 1.4 ausreichend moderne Anschlussoptionen. Vorhanden sind zusätzlich ein Audioausgang und drei USB-3.0-Anschlüsse. Der ganz rechte Anschluss steht für das externe Netzteil zur Verfügung.

Im Betrieb sind die Anschlüsse schwer zu erreichen, daher hätten wir uns vor allem den Kopfhörer-Anschluss seitlich gewünscht, damit Gamer ihr Headset dort bequem an- und ausstecken können.

Bedienung

Die gesamte Bedienung des ViewSonic XG350R-C erfolgt über ein Steuerkreuz auf der Rückseite des Monitors. Wenn mit der rechten Hand um den Monitor gegriffen wird, kann dieses bequem erreicht werden. Der Druckpunkt ist in Ordnung, und jeder Druck in eine der vier möglichen Richtungen erfolgt ohne Verzögerung.

Steuerkreuz auf der Displayhehäuserückseite
Steuerkreuz auf der Rückseite

Das Navigieren durch das OSD war an vielen Stellen nicht sehr bequem, vor allem wenn auf andere Reiter gesprungen werden sollte. Nach einer Eingewöhnungszeit wird der Anwender zwar grundsätzlich wissen, welche Richtung er drücken muss, um zu der gewünschten Einstelloption zu gelangen, es kommt aber in vielen Fällen zu sehr vielen Befehlen, bis die gewünschte Stelle erreicht wird. Hier wurde ein tastenfreier Frontrahmen, und damit das Design, in den Vordergrund gestellt und der Komfort geopfert.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen