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TESTBERICHT: LG 24BK55WY-B Teil 4


Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist unter dem Menüpunkt "Reaktionszeit" vorhanden. Gewählt werden können "aus", "langsam", "mittel" und "schnell". Voreingestellt ist der Wert "mittel".

60 Hz, Reaktionszeit "aus"

Keine Überschwinger bei ausgeschaltetem Overdrive

Bei deaktiviertem Overdrive beträgt der Schwarz-Weiß-Wechsel 15 ms, der Grauwechsel 12,8 ms, der Durchschnittswert an 15 Messpunkten über 20 ms. Überschwinger gibt es dafür aber erwartungsgemäß keine.

60 Hz, Reaktionszeit "mittel"

Leichte Überschwinger und bessere Reaktionszeiten

Der schnellste Grauwechsel verbessert sich leicht, der Schwarz-Weiß-Wechsel erhöht sich etwas. Mit einem Durchschnittswert von unter 14 ms ist das Ergebnis deutlich besser als bei ausgeschaltetem Overdrive. Die leichten Überschwinger sind in diesem Modus zu verschmerzen.

60 Hz, Reaktionszeit "schnell"

Sehr starke Überschwinger und deutlich schnellere Schaltzeiten

Die Schaltzeiten bei höchster Overdrive-Stufe dürften auch für Hardcore-Gamer fast interessant sein, allerdings werden diese durch sehr starke Überschwinger erkauft. Doppelkonturen werden so sehr schnell sichtbar. Wir empfehlen daher, die Standardeinstellung "mittel" unverändert zu lassen und das Gerät in diesem Modus zu betreiben.

Netzdiagramme

In diesem Netzdiagramm sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Overdrive 60 Hz "aus" und "mittel"

Overdrive 60 Hz "schnell"

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Zeit der Signalverzögerung beträgt 14,4 ms, so dass bei höchster Overdrive-Einstellung eine Gesamtlatenz von 18,2 ms ermittelt wird. Bei der von uns empfohlenen Einstellung "mittel" beträgt die Gesamtlatenz 21,4 ms.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn diese Werte tatsächlich genannt werden, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am DVI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem "Leo Bodnar LAG Tester" nur am DVI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung.

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist das Gerät auch bei reduzierter Helligkeit für ein ermüdungsfreies Arbeiten prädestiniert.

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