Kaufberatung Monitore – So finden Sie den optimalen Monitor

Beim Kauf eines neuen Monitors ist der künftige Einsatzzweck von entscheidender Bedeutung - lesen Sie hier auf was Sie unbedingt achten sollten

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Einleitung

Die Anschaffung eines neuen Monitors ist nicht so einfach, wie sich das viele Konsumenten vorstellen. Unterschiedliche Panel-Technologien und technische Ausstattungsmerkmale erschweren die Kaufentscheidung. Die oft zitierte „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt es nicht. Kein Monitor ist für alle Aufgabengebiete gleichermaßen geeignet. Die Allround-Monitore bieten zwar von allen Einsatzzwecken etwas, aber eben nicht das Optimum in jedem Bereich. Aus diesem Grund haben wir für Sie eine Übersicht erstellt, welche Kriterien bei der Kaufentscheidung Berücksichtigung finden sollten.

Natürlich spielt bei einer Neuanschaffung auch der Kaufpreis eine Rolle. Oftmals kostet ein neuer Rechner mehrere tausend Euro. Es gibt sogar Hardcore-Nutzer, deren Grafikkarte alleine schon fast 1.000 Euro vom Gesamtbudget beansprucht. Umso verwunderlicher ist es dann, wenn der Monitor gerade einmal 400 bis maximal 500 Euro kosten darf. Hier stimmt das Verhältnis nicht. Immerhin sitzt man tagtäglich stundenlang vor dem Bildschirm, und da sollte die Qualität schon stimmen. Also nicht nur einen extrem leistungsstarken und teuren PC kaufen und dann mangels weiteren Budgets beim Monitor sparen. Qualität hat auch bei einem Display seinen Preis.

In dieser Kaufberatung geben wir Ihnen Hinweise, auf welche Punkte Sie bei der Auswahl eines Monitors achten sollte. Konkrete Empfehlungen zu Modellen für die verschiedensten Einsatzzwecke, stellen wir Ihnen in unseren Top 10 Bestenlisten zur Verfügung.

Wir empfehlen Ihnen insbesondere unsere Grundlagenartikel Auflösung – welche ist die richtige? und Kernmerkmalen eines Monitors: Größe, Format und Auflösung.

Anwendungsszenarien –  Welche Art von Monitor benötige ich?

Büromonitor

Wer lediglich Office-Dokumente bearbeitet, im Internet surft, Fotos am Bildschirm betrachtet oder sich YouTube-Videos ansieht, muss sich um die Bildaufbauzeit keine Gedanken machen. Hier stehen Ergonomie und Blickwinkelstabilität im Vordergrund. Blaulichtfilter und Flimmerfreiheit des Panels bieten heute fast alle Hersteller an, dennoch sollten Sie dies überprüfen.

Ein guter Büromonitor sollte zumindest eine Höhenverstellung bieten. Wer häufig lange Dokumente liest, wird sich über die Pivot-Funktion freuen, die das Display in den Porträtmodus (hochkant) drehen kann. Als Panel-Technologie ist IPS (In Plane Switching) oder VA (Vertical Alignment) bestens geeignet. Die Blickwinkeleigenschaften und die Farbdarstellung sind für diesen Einsatzzweck optimal.

Welche Bilddiagonale, welches Bildformat (16:9, 16:10 oder 21:9) oder welche Auflösung zum Einsatz kommen soll, ist Geschmackssache und vom jeweiligen Nutzer abhängig. Auch die Entscheidung, ob flach oder gebogen (curved), ist individuell zu treffen. Dennoch gibt es einige Aspekte zu berücksichtigen: Beim Format ist 16:10 besser als 16:9, da mehr Platz in der Höhe zur Verfügung steht. Curved-Monitore ergeben erst bei 21:9 Sinn, wobei sich dieses Format nicht für den Pivot-Betrieb eignet.

Ein Monitor liefert nur in der nativen (empfohlenen Auflösung) ein optimales Bild. Wer gute Augen hat, kann sich Modelle mit WQHD-Auflösung ansehen. Ob Full HD bei 27 Zoll noch Sinn macht, hängt vom Nutzer ab. Gerade ältere oder Menschen mit Sehschwäche können von größeren Pixeln und der damit verbundenen größeren Schriftdarstellung profitieren. Ein 4K-Monitor ist an dieser Stelle überdimensioniert, zumal eine Skalierung durch das Betriebssystem zwingend erforderlich ist.

Bildbearbeitungs- und Grafikmonitor

Wir richten uns hier an die Zielgruppe der Profis, die an ihrem Monitor farbverbindlich arbeiten wollen, und nicht an Nutzer, die lediglich ihre Urlaubsbilder bearbeiten, oder Webdesigner, bei denen es auf die genau definierte farbliche Darstellung eines Bildes nicht ankommt.

Ein Profi-Grafikmonitor sollte sicherlich eine Hardware-Kalibrierung ermöglichen und den benötigten Farbraum möglichst zu 100 Prozent darstellen, egal, ob nun sRGB oder Adobe RGB. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass eine Option zur Optimierung der Flächenhomogenität vorhanden ist.

Obwohl Hersteller wie BenQ, ViewSonic oder LG Grafik-Displays im Angebot haben, zeigen die Firmen NEC und EIZO, wo die Messlatte liegt. Die speziellen Grafikmonitor-Serien dieser beiden Hersteller sind das Nonplusultra bei Bildqualität und Bedienkomfort. Jahrelange Erfahrungen der Hersteller im Bereich der Hardware-Kalibrierung trennen die Spreu vom Weizen. Das hat allerdings seinen Preis und ist für viele Anwender schlicht unerschwinglich.

Zubehör wie eine Sichtschutzblende gehört bei den Profigeräten schon meist zum Lieferumfang dazu. In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf darüber informieren, mit welchen Kolorimetern die beiliegende Software zusammenarbeitet. Es ist ebenfalls sinnvoll, vorher abzuklären, ob im Monitor ein Lüfter verbaut ist. Gerade bei Grafik-Displays, die stabile Werte liefern sollen, kann dies schon mal vorkommen, ist aktuell allerdings eher die Ausnahme.

Gaming-Monitor

Neben den Allround-Monitoren stehen die Gaming-Displays bei den Konsumenten besonders hoch im Kurs. Und wenn wir von Gaming sprechen, dann auf allerhöchstem Niveau. Selbst E-Sportler sollen mit den Geräten zufrieden sein. Wer lediglich Strategiespiele an seinem PC spielt, sollte sich zugunsten der Bildqualität eher bei den Allround-Monitoren umsehen. Hier geht es um Monitore für Rennsimulationen oder Ego-Shooter.

Eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung stellt die Leistungsfähigkeit des Rechners und insbesondere der Grafikkarte dar. Wer sich überlegt, einen 4K-Monitor anzuschaffen, um damit auf höchstem Niveau zu spielen, benötigt eine extrem leistungsstarke Grafikkarte, und da kommt natürlich nur die aktuellste Hardware infrage.

Obwohl mittlerweile Gaming-Displays mit IPS oder VA angeboten werden, hat die TN-Panel-Technologie in diesem Segment weiterhin einen extrem hohen Stellenwert. Beim Blickwinkel ist sie einem VA- oder IPS-Panel allerdings immer noch deutlich unterlegen. Hier muss sich der Anwender zwischen Geschwindigkeit oder Bildqualität entscheiden.

Sollte die Framerate des Spiels nicht mit der Bildwiederholfrequenz des Monitors im Einklang sein, kommt es zu unschönem Tearing. So bezeichnet man das vertikale oder horizontale Zerreißen des Bildes an einer oder mehreren Stellen. Die Technologien AMD FreeSync und NVIDIA G-Sync unterbinden Tearing zuverlässig und sind hier Marktführer. Zu beachten gilt es, dass FreeSync nur mit AMD-Grafikkarten funktioniert und G-Sync dementsprechend nur mit Grafiklösungen von NVIDIA nutzbar ist. Insbesondere wenn man plant, in naher Zukunft den Hersteller der Grafikkarte zu wechseln, ist das ein nicht unwesentlicher Aspekt.

Für eine flüssige Bilddarstellung beim Spielen ist die Bildfrequenz entscheidend. Aktuelle Gaming-Monitore sollten mindestens 120 Hz, besser 144 Hz bieten. Mittlerweile gibt es am Markt Modelle mit 240 Hz und mehr. Ob das tatsächlich nötig ist, bleibt abzuwarten. Zudem bedeutet die größere Hz-Zahl nicht zwangsweise die optimalere Bildqualität. Hier kommt es auch darauf an, wie der Hersteller den Overdrive abgestimmt hat. Zu extreme Beschleunigung führt nämlich zu unansehnlichen Doppelkonturen, auch „Korona-Effekt“ genannt. Hier leuchten die Konturen bei dunklen und hellen Bildinhalten sichtbar nach. Auch die Abstimmung im Zusammenspiel mit FreeSync oder G-Sync ist wichtig, denn diese Technologien unterstützen nur einen bestimmten Frequenzbereich.

Mittlerweile bieten die Hersteller Optionen wie einblendbare Fadenkreuze, speicherbare Settings für verschiedene Spiele, das Aufhellen dunkler Bildinhalte und vieles mehr. Auch optisch peppen die Hersteller die Gaming-Boliden mit schnittigen Designs, einer Halterung für Kopfhörer oder stylischen Lichtelementen wie ein beleuchtetes Logo, eine Lichtprojektion auf die Schreibtischoberfläche oder eine Beleuchtung der Wand à la Ambilight auf. Diese Ausstattungsmerkmale haben natürlich keine Auswirkungen auf Geschwindigkeit und Bildqualität.

Auch ergonomische Aspekte dürfen bei einem Gaming-Monitor natürlich nicht unberücksichtigt bleiben. 15 Zentimeter bei der Höhenverstellung sind Pflicht, eine seitliche Drehfunktion ist auch fein, und die Veränderung des Neigungswinkels bieten sowieso alle Monitore. Es sei denn, sie liegen bei der Bilddiagonalen jenseits der 40 Zoll.

Allround-Monitor

Wie schon zu Anfang erwähnt, gibt es die „Eierlegende Wollmilchsau“ im Segment der Monitore momentan noch nicht. Aber es gibt durchaus PC-Monitore, die die Bereiche Gaming, Bildbearbeitung, Video und Office zumindest so abdecken, dass eine gute bis befriedigende Leistung in allen Bereichen erzielt wird. Nicht überall perfekt, aber zumindest so, dass der Nutzer das Display problemlos in allen Segmenten nutzen kann. Eines sei jedoch von vornherein gesagt: Einen Monitor, der für professionelle Bildbearbeitung und höchste Gaming-Ansprüche genutzt werden soll, gibt es nicht und kann von den Allroundern auch nicht abgedeckt werden.

Für einen Allrounder kommen Geräte mit VA- oder IPS-Panel infrage. Gleichzeitig sind auch hier ergonomische Funktionen wie Höhenverstellung, Pivot, seitliches Drehen oder eine Veränderung des Neigungswinkels wichtige Ausstattungsmerkmale. Zu den Schnittstellen, an die der PC oder externe Geräte angeschlossen werden sollen, gehören heute mindestens vier digitale, davon im Idealfall je zweimal DisplayPort und HDMI.  Wer unbedingt noch ein analoges Gerät anschließen will, sollte auf einen DVI-I-Anschluss achten, denn dieser kann sowohl analoge als auch digitale Signale verarbeiten.

6 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    nach dem ReDesign euerer Website hatte ich gehofft, irgendwann wieder die klassische Monitor-Beratung zu finden:
    Ähnlich wie zuvor: Aaalso … Zielgruppe (Grafiker) => Größe wählen => übersichtliche Vorschläge samt links, Tests etc.
    Ich bin Grafik-Dozent und habe schon hunderte Menschen in der vergangenen Jahren zu Euch geschickt – auch meinen aktuellen Monitor habe ich über prad.de gefunden.
    Leider komme ich aus folgenden Gründen leider in letzter Zeit davon ab.
    Die Übersichtlichkeit und Such-Möglilchkeiten sind aktuell einfach nicht praktikabel!
    …. ich wollte eben nach einem evtl. neuen Bildbearbeitungmonitor für mich suchen …ich finde einfach keinen Weg dazu.
    Weiter oben stehen zwar völlig richtige Aussagen zu Grafikmonitoren – es fehlen jedoch die entsprechenden links etc. bzw. eine Auflistung

    Es würde mich unendlich freuen, wenn Ihr dies wieder hin bekämt.!
    Eure Website war gerade wegen diesen nun nicht mehr vorhandenen Möglichkeit absolut OUTSTANDING!!!
    Aktuell weiß ich nicht mehr, was ich davon halten soll.

  2. „Im Handel sind Modelle mit einem Radius von 1500R bis 3000R erhältlich. Je größer der Wert, desto stärker die Wölbung.“

    Sollte es nicht heißen: Je größer der Wert, desto SCHWÄCHER die Wölbung. Der Wert bezieht sich schließlich auf den Radius des gedachten Kreises. Ist der Radius klein haben die Kreisabschnitte eine stärkere Wölbung und umgekehrt.

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