Kaufberatung Monitore – So finden Sie den optimalen Monitor
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Beim Kauf eines neuen Monitors ist der künftige Einsatzzweck von entscheidender Bedeutung - lesen Sie hier auf was Sie unbedingt achten sollten

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Videomonitor

Wer einen Monitor für den Videoschnitt sucht, sollte zuerst einmal auf die Bildfrequenz achten, und ob ein Deinterlacer verbaut ist. Bei der Bildfrequenz sollten 24 Hz, 50 Hz und 60 Hz ohne Judder (Bildruckler) dargestellt werden können. Wer mit Halbbildern arbeitet, muss ein Modell wählen, das diese auch korrekt darstellen kann.

Das Format sollte 16:9 oder 21:9 sein. Bei einem 21:9-Monitor steht beim Schnitt viel mehr Platz für die Timeline zur Verfügung, und Breitbild-Filme können ohne schwarze Balken oben und unten dargestellt werden.

Bei der Bilddarstellung sollten die Farbräume Rec. 709 und DCI-P3 mit möglichst 100 % abgedeckt werden. HDR-Unterstützung (HDR10 oder HDR+) wird heutzutage auch immer wichtiger. Die Auflösung richtet sich nach dem zu bearbeitenden Format. Für 4K-Videomaterial ist natürlich auch ein 4K-Monitor Pflicht.

Wer alle genannten Funktionen benötigt, wird sich zwangsweise ein Profigerät kaufen müssen, denn nur Monitore, die auf Video-Entertainment ausgelegt sind, kommen hier infrage. Reine Consumer-Geräte können dies nicht leisten.

Wer sich lediglich Filme auf dem Monitor ansehen möchte und diese vom PC abspielt, überlässt die Darstellung dem Videoplayer, der in der Regel problemlos ein optimales Bild anzeigt. Wer allerdings Material von einer externen Quelle wie einem Blu-ray-Player oder einem SAT-Receiver nutzen will, muss ebenfalls darauf achten, dass Halbbilder korrekt angezeigt werden oder zumindest das Abspielgerät nur Vollbilder an den Monitor weiterleitet. Auch auf die Darstellung von 50 Hz und 24p sollte unbedingt geachtet werden, denn 60 Hz können alle Monitore darstellen.

Budget- und Einsteigermonitor

Oftmals spielt der Kaufpreis bei einem Monitor eine übergeordnete Rolle. Aber keine Sorge, auch schon für 100 Euro sind Displays zu finden. Natürlich werden diese Preise nur deshalb möglich, weil bei der Ausstattung gespart wird. Hier muss jeder Nutzer selbst entscheiden, ob er damit leben kann.

Allerdings sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. Wer einen High-End-PC unter dem Schreibtisch stehen hat und sich dazu dann einen 200-Euro-Monitor kaufen möchte, spart an der falschen Stelle. Ein Display sollte vom Budget etwa 40 bis 50 % des Kaufpreises des PCs betragen. Ihre Augen werden es Ihnen danken, denn diese werden am meisten beansprucht, und gerade die, die viel Zeit vor dem Rechner verbringen, sollten diesen Punkt nicht vernachlässigen.

Gespart wird bei den Budget-Monitoren in erster Linie beim Standfuß. Dieser besitzt in der Regel keine Höhenverstellung und kann nur nach vorne und hinten geneigt werden. Auch bei den Anschlüssen stehen zum einen weniger Schnittstellen und zum anderen meist nur D-Sub oder HDMI zur Verfügung. Auch die maximale Helligkeit wird meist nicht über 250 cd/m² liegen. Bei den Panels kommt in der Regel die TN-Technologie zum Einsatz. Aber es gibt auch einige Modelle mit VA- oder IPS-Panel. In unserer Monitordatenbank befinden sich allerdings gerade einmal neun Geräte mit einem Kaufpreis bis 150 Euro, die kein TN-Panel besitzen und einen höhenverstellbaren Standfuß besitzen. Keines der Modelle hat eine Bilddiagonale von 24 Zoll oder mehr.

CAD-Monitor

Für den Bereich „Computer Aided Design“ (CAD) kommen meist Monitore mit einer großen Bilddiagonalen (größer 27 Zoll), einer hohen Auflösung (mindestens QHD), einer hohen Blickwinkelstabilität und hohen Kontrastwerten zum Einsatz. Außerdem muss ein ermüdungsfreies und effizientes Arbeiten möglich sein.

Welche Bilddiagonale und welche Auflösung gewünscht werden, hängt vom Einsatzzweck und von der jeweiligen Anwendung ab. Die Ergonomie sollte aber immer einen hohen Stellenwert haben. So sollte die Bildschirmoberfläche wirksam entspiegelt sein und eine flimmerfreie Bilddarstellung ermöglichen. Der Standfuß sollte eine Höhenverstellung, eine Veränderung des Neigungswinkels, die Drehung in den Porträtmodus (Pivot) und eine seitliche Drehfunktion bieten.

In der Regel gibt es keine speziellen CAD-Monitore, aber eine Vielzahl der Displays ist für den Bereich „Computer Aided Design“ geeignet.

Panel-Technologien

Ein entscheidender Faktor für eine optimale Bilddarstellung ist die verwendete Panel-Technologie. In dem ausführlichen Artikel „Aktuelle Display-Technologien im Vergleich: Welches Panel sollte mein neuer Monitor besitzen?“ gehen wir auf die momentan am Markt erhältlichen Technologien ein und zeigen auf, welche Display-Technologie für die unterschiedlichen Nutzergruppen infrage kommt.

Anschlüsse

Um den Monitor mit dem PC zu verbinden, kommen in der Regel folgende Anschlüsse infrage: D-Sub, HDMI, DVI oder DisplayPort. D-Sub überträgt nur analoge Signale und verschwindet langsam vom Markt. Auch DVI wird immer mehr durch den neuen DisplayPort ersetzt. Alle Anschlüsse besitzen unterschiedliche Revisionen. Insbesondere bei HDMI- und DisplayPort hat es in letzter Zeit neue Revisionen gegeben, da 4K-Monitore und Grafikkarten für die Signalübertragung immer leistungsstärkere Schnittstellen benötigen. Es sollte deshalb vor dem Kauf darauf geachtet werden, welche Revision die verbauten Eingänge besitzen.

Curved-Design

Seit einigen Jahren gewinnen die gekrümmten Monitore langsam Marktanteile hinzu. Sie unterscheiden sich beim Krümmungsradius. Im Handel sind Modelle mit einem Radius von 1500R bis 3000R erhältlich. Je kleiner der Wert, desto stärker die Wölbung.

Ob Curved-Monitore nun besser sind als ihre flachen Mitstreiter, ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Jedoch ergibt das Curved-Design bei einem Monitor aus unserer Sicht mehr Sinn als bei einem Fernseher, da der Nutzer mittig vor dem Display Platz nimmt. Und wirklich sinnvoll ist so eine Wölbung auch erst dann, wenn der Bildschirm eine gewisse Breite besitzt – ein 21:9-Bildformat sollte es also schon sein. Eine Drehung in den Pivot-Modus ist dann natürlich nicht mehr möglich.

Während im TV-Segment die Modelle mit Krümmung zurückgehen, ist der Trend bei den Monitoren zumindest stabil. Bei den Fernsehern kommt nämlich erschwerend hinzu, dass insbesondere bei mehreren Zusehern eben nicht jeder in der Bildmitte des Fernsehers sitzt und der Effekt deshalb die außen sitzenden Personen meist stört.

In unserem Artikel „Höhere Produktivität im Büro durch LG-Business-Monitore mit 21:9-Format“ (Artikel enthält Werbung) gehen wir auf die Vor- und Nachteile des 21:9-Formats ein und räumen mit dem Vorurteil auf, dass gekrümmte Displays keine geraden Linien darstellen können.

Ergonomie

Unter „Ergonomie“ zählen die verschiedensten Dinge. So sollte ein Bildschirm entspiegelt und optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassbar sein. Dazu zählen in erster Linie die Höhenverstellung, die Drehung in den Pivot-Modus, die Veränderung des Neigungswinkels nach vorne und hinten sowie die seitliche Drehfunktion.

Damit die Augen auch bei längerem Arbeiten nicht zu sehr beansprucht werden, sollte der Monitor flimmerfrei sein und bei der Helligkeitssteuerung auf Pulsweitenmodulation (PWM) verzichten. Außerdem ist es hilfreich, wenn der Monitor per Knopfdruck blaue Lichtanteile aus dem Bild herausfiltert. Dies kann das Lesen von Texten signifikant erleichtern.

Welche zehn Punkte die Ergonomie am Arbeitsplatz erleichtert, finden Sie in folgendem Artikel: „Der ergonomische Arbeitsplatz: Die 10 wichtigsten Ergonomie-Funktionen“ (Artikel enthält Werbung).

Fazit

Wer sich vor dem Kauf über ein paar grundlegende Dinge Klarheit verschafft, erlebt bei der Anschaffung eines neuen Monitors auch keine Überraschung. Natürlich sind die Vorabrecherche und die Informationsbeschaffung mit etwas Zeitaufwand verbunden, führen aber im Nachhinein zu einer meist vollen Zufriedenheit mit dem neuen Monitor.

Bei der Recherche ist unsere Monitorsuche quasi Pflicht. Hier können bequem alle notwendigen Ausstattungswünsche eingegeben werden, und Sie erhalten eine Auflistung aller derzeit am Markt erhältlichen Modelle. Unsere Monitordatenbank beinhaltet zurzeit 13 298 Einträge. Sollten Sie bereits mehrere Modelle in der engeren Auswahl haben, können Sie bis zu vier Monitore in unserem Monitorvergleich gegenüberstellen und sich ganz einfach die Unterschiede bei der Ausstattung darstellen lassen.

Damit Sie sich auch gleich einen Überblick über die am Markt erhältlichen Modelle verschaffen können, haben wir für verschiedene Nutzerszenarien und Preisklassen Top-10-Bestenlisten erstellt. Diese werden kontinuierlich erweitert und aktualisiert.

Wir empfehlen Ihnen weiterhin unsere Grundlagenartikel Auflösung – welche ist die richtige? und Kernmerkmalen eines Monitors: Größe, Format und Auflösung.

Und wer nach seiner Recherche immer noch Fragen hat oder sich zwischen zwei Modellen absolut nicht entscheiden kann, findet in unserem Forum unter „Monitor-Kaufberatung“ Hilfe in unserer Community.

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6 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    nach dem ReDesign euerer Website hatte ich gehofft, irgendwann wieder die klassische Monitor-Beratung zu finden:
    Ähnlich wie zuvor: Aaalso … Zielgruppe (Grafiker) => Größe wählen => übersichtliche Vorschläge samt links, Tests etc.
    Ich bin Grafik-Dozent und habe schon hunderte Menschen in der vergangenen Jahren zu Euch geschickt – auch meinen aktuellen Monitor habe ich über prad.de gefunden.
    Leider komme ich aus folgenden Gründen leider in letzter Zeit davon ab.
    Die Übersichtlichkeit und Such-Möglilchkeiten sind aktuell einfach nicht praktikabel!
    …. ich wollte eben nach einem evtl. neuen Bildbearbeitungmonitor für mich suchen …ich finde einfach keinen Weg dazu.
    Weiter oben stehen zwar völlig richtige Aussagen zu Grafikmonitoren – es fehlen jedoch die entsprechenden links etc. bzw. eine Auflistung

    Es würde mich unendlich freuen, wenn Ihr dies wieder hin bekämt.!
    Eure Website war gerade wegen diesen nun nicht mehr vorhandenen Möglichkeit absolut OUTSTANDING!!!
    Aktuell weiß ich nicht mehr, was ich davon halten soll.

  2. „Im Handel sind Modelle mit einem Radius von 1500R bis 3000R erhältlich. Je größer der Wert, desto stärker die Wölbung.“

    Sollte es nicht heißen: Je größer der Wert, desto SCHWÄCHER die Wölbung. Der Wert bezieht sich schließlich auf den Radius des gedachten Kreises. Ist der Radius klein haben die Kreisabschnitte eine stärkere Wölbung und umgekehrt.

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