Lesertest EIZO CS2731 – Überzeugend bei Print- und Videoproduktion
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Der Lesertest soll klären, inwieweit dieser Bildschirm für die tägliche Arbeit mit Videoschnitt und Layout-Arbeiten geeignet ist

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Sonstige Funktionen

Neben der absolut vorbildlichen Kalibrierung gibt es noch weitere Funktionen im ColorNavigator. So lassen sich Einstellungen importieren und exportieren, mehrere Monitore koordinieren und einiges mehr. Es ist nur schade, dass einige der aufgeführten Funktionen nicht mit allen Displays verwendet werden können. So gibt es beispielsweise die Option, eine 3D-LUT in den Monitor zu laden, um bei einer Videoproduktion mit Log-Profilen ein einigermaßen farbverbindliches Bild zu bekommen. Die Option lässt sich zwar anwählen, erscheint aber nicht im Menü. In der Hilfedatei findet sich dann die Lösung. Das funktioniert nur mit bestimmten Monitoren, und der CS2731 gehört nicht dazu. Hier wäre es schön, wenn Optionen, die mit dem angeschlossenen Bildschirm nicht verwendet werden können, gar nicht erst ausgewählt werden könnten.

Video-Anwendungen

Für den Filmemacher ist das Zusammenspiel des Monitors mit verschiedenen Videoquellen besonders interessant. Im Gegensatz zu einer typischen Verbindung mit einem Desktop-Computer gibt es hier andere Farbräume und Bildfrequenzen.

Darstellung der Farbräume BT.709 und BT.2020

Der BT.709-Farbraum wird vom Monitor vollständig abgedeckt, BT.2020 zum größten Teil. Weil hierzu keine Messwerte vorliegen, müssen die Informationen aus dem ColorNavigator genügen. Dem Diagramm zufolge dürfte die Abdeckung von BT.2020 bei etwas mehr als 90 % liegen.

Ergebnis der Kalibrierung für BT.2020
Ergebnis der Kalibrierung für BT.2020

Bildfrequenzen von 24, 25 und 50 Hz

Um diese Funktionen zu testen, muss der Monitor direkt mit einer Videokamera oder einer speziellen Videoschnittkarte im Rechner verbunden sein. Normale Grafikkarten liefern diese Frequenzen nicht. Bei einer Umkonvertierung von 25 Hz auf die typischen 60 Hz einer Grafikkarte lassen sich Mikroruckler beobachten, die den kritischen Betrachter meistens stören.

Die Verbindung zu einer solchen Videoquelle funktioniert bei dem CS2731 nur über HDMI. Die maximale Auflösung ist hierbei auf Full HD, also 1920 x 1080 Bildpunkte, beschränkt, echte 4K kann der Monitor nicht. Die Darstellung des korrekten Farbraums ist laut Datenblatt und ColorNavigator-Software gewährleistet. Die Bildfrequenzen 24, 25 und 50 Hz beherrscht der CS2731 einwandfrei, und in Verbindung mit einer professionellen Sony-Videokamera haben die beiden Geräte auch die optimalen Signalwerte ausgehandelt.

Signalinformation bei Verbindung mit einer professionellen Videokamera von Sony
Signalinformation bei Verbindung mit einer professionellen Videokamera von Sony

Nicht nur, dass 50 Hz verarbeitet werden, auch die Farbmatrix und der Farbraum BT.709 werden einwandfrei vom Monitor erkannt. Das funktioniert natürlich auch mit einer Systemkamera, hier eine Panasonic GH5. Für Studioaufnahmen ist der CS2731 daher ein geeigneter Monitor, speziell wenn die Schärfe beurteilt werden muss.

Der CS2731 als Kontrollmonitor für eine Videoaufnahme
Der CS2731 als Kontrollmonitor für eine Videoaufnahme

Wenn sich der Proband schon als Kontrollmonitor für Videoaufnahmen einsetzen lässt, war es einen Versuch wert, die Farbwiedergabe des Bildschirms mit dem Original zu vergleichen. Dazu hatte ich eine kleine Testszene eingerichtet und den Bildschirm daneben gestellt. Die Bildschirmhelligkeit und die Helligkeit der Szene konnten nicht ganz exakt aufeinander abgestimmt werden, einen Eindruck von der Qualität dürfte das folgende Bild aber trotzdem vermitteln.

Original und Monitordarstellung
Original und Monitordarstellung

Zusammenspiel mit verschiedenen Anwendungen

Eigentlich sollte der Monitor mit allen Anwendungen harmonieren. Um aber verwertbare Aussagen zu treffen, habe ich ihn mir mit den Layout-, Bildbearbeitungs- und Videoprogrammen, die mir zur Verfügung stehen, genauer angesehen. Im Einzelnen sind dies:

Für Video: Edius, Mync, Kyno und Catalyst Browse
Für Bildbearbeitung: ON1 Photo RAW, Affinity Photo, Affinity Designer
Für Layout: Affinity Publisher, Arbortext Print Publisher

Für die Video-Software ist eine gute Emulation des BT.709-Farbraums die wichtigste Voraussetzung, um die Farben zu beurteilen. Das ist vor allem dann extrem wichtig, wenn man bei der Aufnahme mit Log-Profilen gearbeitet hat. Dabei ist das Bild direkt aus der Kamera wenig aussagekräftig und kann erst nach der Zuordnung einer 3D-LUT beurteilt werden (siehe Screenshot Edius), und da das letztendlich nur visuell möglich ist, braucht man einen Monitor, auf den man sich bei der Farbdarstellung verlassen kann.

Das Schnittprogramm Edius erlaubt natürlich die Zuweisung von LUTs, bei Bild- und Video-Browsern ist das unterschiedlich. So kann in Kyno jedem Video eine beliebige LUT zugewiesen werden, Mync unterstützt nur eine Konvertierung bekannter Log-Profile nach Rec. 709, und Catalyst Browse ist auf Sony festgelegt.

Darstellung eines Videos in Edius. Direkt aus der Kamera (links) und nach Zuordnung einer 3D-LUT und kleineren Farbanpassungen (rechts).
Darstellung eines Videos in Edius. Direkt aus der Kamera (links) und nach Zuordnung einer 3D-LUT und kleineren Farbanpassungen (rechts).

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Farbdarstellung des CS2731 sehr verlässlich und macht ihn zu einem hervorragenden Werkzeug beim Videoschnitt. Ein wichtiger Aspekt, der beim Videoschnitt nicht vernachlässigt werden sollte, ist die Tatsache, dass für einen vollständigen Film nicht nur einzelne Bilder bewertet werden müssen, sondern letztendlich das Zusammenspiel aller Bilder des Films bezüglich der Farbstimmung beurteilt werden muss.

Für die Bildbearbeitung gilt im Prinzip das Gleiche wie beim Videoschnitt, nur sind hier keine Log-Profile üblich, und die Abstimmung einer Folge von Bildern aufeinander ist nicht immer zwingend erforderlich.

Da ich von einem Porträt einer jungen Dame auch einen Papierabzug aus einem hochwertigen Fujicolor-Fotodrucker hatte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, den Ausdruck neben das Monitorbild zu halten. Dazu musste der Ausdruck mit einer korrekten Lichtquelle beleuchtet werden. Hierzu kam eine Filmleuchte von Aputure mit einem CRI (Color-Rendering-Index) von 95 und einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin zum Einsatz. Natürlich sind die Farben nicht identisch, selbstleuchtend und reflektiv können eigentlich nie denselben Eindruck vermitteln. Das Ergebnis ist aber mit einem sRGB-Farbraum auf dem CS2731 so schlecht nicht. Unglücklicherweise ist der Papierabzug hochglänzend, was die Beleuchtung noch etwas problematischer machte. Daher ist der Papierabzug rechts etwas zu hell.

Vergleich Bildschirm (links) und Papierabzug (rechts)
Vergleich Bildschirm (links) und Papierabzug (rechts)

Bei der Layout-Software kam zum einen der Affinity Publisher, zum anderen der recht selten verwendete Arbortext Print Publisher, auch unter der Bezeichnung 3B2 bekannt, zum Einsatz. 3B2 hat nicht nur eine sehr eigenwillige Benutzeroberfläche, auch die Farbdarstellung ist aufgrund einer nicht minder eigenwilligen CMYK-zu-RGB-Umrechnung oft ziemlich unzuverlässig. Erfreulicherweise war die Darstellung mit 10 Bit Farbtiefe unter Windows sehr ähnlich mit der des Affinity Publisher, den ich hier als Referenz eindeutig bevorzugen würde.

Vergleich der Darstellung in Arbortext Print Publisher (3B2) und Affinity Publisher
Vergleich der Darstellung in Arbortext Print Publisher (3B2) und Affinity Publisher

Eine weitere Besonderheit von 3B2 hat der CS2731 ganz hervorragend gemeistert. Der Renderer für Fonts ist in diesem Programm völlig unabhängig von den Windows-Funktionen und sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Probleme. Mit dem EIZO-Monitor existiert dieses Problem nicht. Die Schriftdarstellung ist präzise und sauber und steht der in anderen textbasierten Programmen in nichts nach.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Monitor überall hervorragend schlägt, aber das war eigentlich auch nicht anders zu erwarten.

Bewertung

4.9

(SEHR GUT)

* Die Verstellung für Höhe und Neigung sind etwas schwergängig
** Mit DisplayPort-Kabel gäbe es 5 Punkte

Fazit

Der CS2731 überzeugt in allen Disziplinen der Print- und Videoproduktion. Die Darstellungsqualität ist sowohl bei typischen Büro-Anwendungen wie Textverarbeitung und Layout-Anwendungen als auch bei allen Bild-orientierten Anwendungen hervorragend. Die Bildqualität, speziell die sehr gleichmäßige Ausleuchtung, die Blickwinkelstabilität, die sehr gute Farbwiedergabe und die Abdeckung der wichtigsten Farbräume sind für Fotografie, Design und Videoschnitt bestens geeignet.

Die Kalibrierung mit dem ColorNavigator ist ausgesprochen benutzerfreundlich und macht die Arbeit mit dem Monitor sehr angenehm. Wer für Videoproduktionen die Funktion, 3D-LUTs ins Display zu laden, nicht braucht und mit einer Auflösung unter 4K auskommt, hat mit dem CS2731 ein hervorragendes Werkzeug.

Die Anbindung über USB-C ist ein echtes Highlight und macht es sehr elegant möglich, einen Desktop-Rechner und einen Laptop mit demselben Bildschirm und denselben Eingabegeräten zu nutzen. Berücksichtigt man, in welcher Preisklasse sich der Monitor befindet, kann man für sein Geld kaum mehr erwarten.

Weiterführende Links zum Lesertest

EIZO Produktseite zum CS2731

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Redaktioneller PRAD-Test des EIZO CS2731

Hinweis in eigener Sache

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EIZO hat für diesen Lesertest den Testkandidaten Monitore zur Verfügung gestellt, die nach dem Test beim jeweiligen Leser verbleiben. Aus diesem Grund ist der jeweilige Beitrag kennzeichnungspflichtig. Das bedeutet aber nicht, dass PRAD oder EIZO in irgendeiner Form Einfluss auf die einzelnen Testberichte genommen hat. Diese wurden inhaltlich 1:1 so veröffentlicht, wie Sie uns von den Lesern bereitgestellt wurden.