Test Acer Nitro XV272UP – Allrounder mit klasse Bild
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Farbmodus Messungen

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

 

Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,62 und einer Range von 0,97 erreicht der Acer XV272UP bereits in den Werkseinstellungen ein sehr gutes Ergebnis der Graubalance. Mit 6300 Kelvin ist die Farbtemperatur nur unwesentlich wärmer als D65, und auch die Gammakurve zeigt bereits mit einem durchschnittlichen Gamma von 2.23 ein nahezu ideales Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Unter „Farbraum / sRGB“ ist ein dedizierter sRGB-Modus zu finden, der ein sehr gutes Ergebnis liefert. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,28, einer Range von 0,65 und einem durchschnittlichen Delta E94 von 0,48 bei den bunten Farben empfiehlt sich der Acer XV272UP bereits ohne eine Kalibrierung für farbkritische Arbeiten in diesem Farbraum. Auch die Gammakurve liegt sehr nahe an der Ideallinie. Einzig die Farbtemperatur ist mit 6200 Kelvin etwas zu warm geraten. Nichtsdestoweniger ist das ein tolles Ergebnis.

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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der Acer XV272UP aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Folgende Werte wurden für die Kalibrierung im OSD-Menü eingestellt: Helligkeit 18, Rot 47, Grün 49, Blau 49.

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung der Monitorkalibrierung
Validierung der Monitorkalibrierung

Der Acer XV272UP zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die bunten Farben erzielen mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 0,31 ein sehr gutes Ergebnis. Das durchschnittliche Delta C von 0,38 kann ebenfalls überzeugen. Letztendlich erhöht sich aber die Range auf ein Delta C von 1,32 und zieht die Gesamtbewertung eine Note nach unten auf eine gute Bewertung.

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Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert (sRGB)
Monitor kalibriert (sRGB)

Auch hier wird das sehr gute Gesamtergebnis durch die erhöhte Range bei der Graubalance verhindert. Trotzdem eignet sich der Acer noch gut für Arbeiten im sRGB-Farbraum.

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Vergleich DCI-P3-Farbraum mit DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Der Acer XV273K bietet neben sRGB weitere Farbräume, die unter „Farbe / Farbraum“ gewählt werden können. Hier ist auch DCI-P3 wählbar. Laut der Produkt-Website erreicht der Proband eine DCI-P3-Abdeckung von 95 %.

Diagramm: Farbwiedergabe im DCI-P3-Farbraum
Farbwiedergabe im DCI-P3-Farbraum

Mit einer Abdeckung von 92 % wird hier ein gute Leistung erzielt. Ansonsten befinden sich die Grauwerte und die Gammakurve auf einem ordentlichen Niveau.

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Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 ms (VRB) genannt. Über die Messmethode „G2G“ wird kein Wort verloren. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und ist unter „Spiel -> Over Drive“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Normal“ und „Extrem“. Als Standardwert ist „Normal“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Mittelmäßige Schaltzeiten
Mittelmäßige Schaltzeiten
Diagramm: Sehr sauberer Helligkeitsverlauf
Sehr sauberer Helligkeitsverlauf

Schaltzeitentechnisch liegt der Acer XV272UP bei 60 Hz und deaktiviertem Overdrive im Mittelfeld gegenüber anderen Displays, die wir bis jetzt getestet haben. Analog zeigt sich der Helligkeitsverlauf mit einem sehr sauberen Signal.

60 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Kaum ein Unterschied zur Messung bei deaktiviertem Overdrive
Kaum ein Unterschied zur Messung bei deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Helligkeitsverlauf bleibt unverändert zur Vormessung
Helligkeitsverlauf bleibt unverändert zur Vormessung

Während wir bei deaktiviertem Overdrive noch mittelmäßige Schaltzeiten beobachtet haben, wird bei mittlerem Overdrive kaum eine Verbesserung gemessen. Der Schwarz-Weiß-Wechsel zeigt mit 13,2 ms zwar immer noch ein ordentliches Ergebnis, doch die restlichen Werte ziehen hier einfach nicht genügend an. Damit fällt der Acer XV272UP weit im Ranking zurück. Dass nicht viel in Sachen Schaltzeiten passiert ist, zeigt auch der fast identische Helligkeitsverlauf zur Messung bei deaktiviertem Overdrive.

60 Hz, Overdrive „Extrem“

Diaggramm: Enormer Geschwindigkeitsschub
Enormer Geschwindigkeitsschub
Diagramm: Helligkeitsverlauf wird komplett gesprengt
Helligkeitsverlauf wird komplett gesprengt

Bei voll aufgedrehtem Overdrive geht es dann aber richtig zur Sache. Der Schwarz-Weiß-Wechsel zeigt hier noch eine minimale Verkürzung mit 12,8 ms. Mit 3,8 ms für den schnellsten Grauwechsel, 8,5 ms als Mittelwert an 15 Messpunkten und sehr schnellen 1,8 ms für den CtC-Wert katapultiert sich der Proband in die Reihe der sehr schnellen Displays. Leider bringt das überhaupt keinen Mehrwert, da so die Bildqualität ruiniert wird und der extreme Peak unsere Helligkeitsverlaufsgrafik komplett sprengt. Das macht diese Overdrive-Stufe unbrauchbar.

3 KOMMENTARE

  1. Könntet ihr bitte die „leicht verschmierte Anzeige “ und die „heftigen Bildfehler“ nochmal anders erklären, bzw. mit Bildern oder Videos zeigen? Ich würde das gern sehen, um zu wissen, ob und wie mich das stören könnte.

    Vielen Dank

  2. Ich glaube, der hat dasselbe Panel wie der Acer VG271UP. So scheint jedenfalls darüber geredet, und die Featureliste klingt völlig gleich. Beide sollen ja einen höheren Farbraum haben als die älteren Modelle der Reihe, und ich bezweifle, dass sie da zwei exakte Super-Panel mit entscheidenden Unterschieden in nur ein oder zwei Punkten haben.
    Der Punkt ist: ich hatte den günstigeren Acer VG271UP bis vor einer Woche zum Ausprobieren. Leider fand ich die Reaktionszeit überhaupt nicht in Ordnung. Daher wundert es mich, die Messungen hier eigentlich ganz okay zu finden. Denn man findet kaum entscheidend niedrigere Messungen, ber ich kenne sehr wohl schnellere IPS-Panel. Die hohe Wiederholfrequenz und das Freesync sind dabei ganz interessant, aber rein als Kuriosum. Denn dadurch zieht sich der eigentlich eher langsame Bildaufbau wie eine zähe, dickflüssige Masse. Ist ganz interessant zu erleben, wie man richtig blind zu werden scheint, wenn man sich in der Ego-Perspektive umdreht und alles zu einer ununterscheidbaren Masse wird, bis man wieder geradeaus schaut. Die Situation hatte ich oft, und das geht definitiv besser, auch mit IPS.
    Den Kontrast fand ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht nahe dem 1200-Bereich. Er scheint ganz okay, aber nicht so, dass ich mich darüber gefreut hätte. Da schein ich auch schon Besseres gesehen zu haben (bei gleichem Wert). Das könnte damit zusammenhängen, dass das Backlightbleeding fast über den ganzen Bildschirm verteilt zu sein scheint. Dadurch merkt man zwar nichts davon, weil es gleichmäßig ist, es könnte aber mit dem sichtbaren und messbaren Kontrast Unwesen treiben. Keine Ahnung, der Punkt war auch nicht so auffällig wie die Reaktionszeit.

    Ich verbuche diese Mysterien mit einem Vertrauensvorschuss unter Zweifel darüber, dass es sich ums selbe Panel handelte. Vielleicht ist das doch nicht so. Oder vielleicht kann man einfach nicht wissen, ob ein IPS-Panel schnell genug sein wird, selbst wenn die Testwerte besser als der Durchschnitt scheinen.

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