Test Acer Nitro XV272UP – Allrounder mit klasse Bild
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Overdrive 144 Hz

144 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Einzig die Verzögerung zeigt, dass es sich um ein Gaming-Display handelt
Einzig die Verzögerung zeigt, dass es sich um ein Gaming-Display handelt
Diagramm: Helligkeitsverlauf wie mit der Schablone gezogen
Helligkeitsverlauf wie mit der Schablone gezogen

Bei 144 Hz und deaktiviertem Overdrive werden minimal bessere Schaltzeiten als bei 60 Hz erreicht. Im Bereich der Supersportler unter den Displays sind diese Schaltzeiten allerdings nicht viel wert. So muss sich der Acer XV272UP mit den hinteren Plätzen begnügen. Interessant ist jedoch die extrem niedrige Verzögerung von 1 ms, die wichtiger als die restlichen Schaltzeiten ist. Hier bewegt sich das Display bereits jetzt ganz weit vorn im Feld. Der Helligkeitsverlauf ist auch hier wie mit der Schablone gezogen.

144 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Kein Zeitgewinn zur Messung bei deaktiviertem Overdrive
Kein Zeitgewinn zur Messung bei deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Unverändertes Signal zur Vormessung
Unverändertes Signal zur Vormessung

Was sich die Ingenieure bei der Anhebung des Overdrives gedacht haben, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Hier passiert nahezu nichts. Der Schwarz-Weiß-Wechsel, der schnellste Grauwechsel und der CtC-Wert zeigen hier die gleichen Schaltzeiten im Vergleich zu den Messungen bei deaktiviertem Overdrive.

Der Mittelwert unserer 15 Messpunkte und der Mittelwert „Avg rise/fall“ der Latenz konnten sich hier nur um 0,1 ms verbessern. Zumindest der Helligkeitsverlauf zeigt in diesem Fall ein sauberes Signal.

144 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Enormer Geschwindigkeitsschub
Enormer Geschwindigkeitsschub
Diagramm: Der Helligkeitsverlauf wird gesprengt
Der Helligkeitsverlauf wird gesprengt

Bei maximalem Overdrive zieht das Panel dann wieder so heftig an, dass darunter erneut der Helligkeitsverlauf leidet und das Bild heftige Fehler aufweist. Ein Mittelmaß wurde hier nicht ausgelotet.

Wir empfehlen, den Acer XV272UP bei 144 Hz und Overdrive „Normal“ zu betreiben. Hier erhält man durch den unterdurchschnittlichen CtC-Wert von 17,2 ms zwar ein leicht verwischtes Bild, doch die sehr kurze Latenz macht den Bildschirm für schnelle Shooter zu einem ordentlichen Anzeigegerät.

Netzdiagramme

Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 144 Hz, Overdrive „Extrem“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Der Acer XV272UP zeigt hier mit einer sehr schnellen Verzögerung von 1 ms und einer ebenfalls schnellen mittleren Bildwechselzeit von 4 ms eine exzellente Gesamtlatenz von nur 5 ms. Damit ist das Gerät für schnelle Shooter geeignet.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Acer XV272UP arbeitet mit W-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Auch wenn sämtliche Testmonitore einen umfangreichen Parcours mit hochempfindlichen Messgeräten durchlaufen, können sie nicht das Bild in der Gesamtheit beurteilen, wie es das menschliche Auge wahrnimmt. Aus diesem Grund haben wir uns einige Zeit hingesetzt und Filmsequenzen geschaut, kleinere Tests durchgeführt und mit dem Display gespielt, um die Performance des Acer XV272UP zu testen. Da es sich bei diesem Monitor in erster Linie um ein Gaming-Display handelt, haben wir den Schwerpunkt auf Gaming gesetzt und „Project CARS 2“ als Testspiel ausgewählt. In der Cockpit-Ansicht wird das Bild bei Kurvenfahrten sehr schnell bewegt und offenbart eine mögliche Koronabildung, Tearing und die Trägheit des Panels.

Grundlegendes

Vor dem Kauf sollte man sich darüber bewusst sein, dass der Acer XV272UP nur mit aktuellen AMD-Grafikkarten der Serien RX 400, RX 500 oder Vega sein komplettes Potenzial abrufen kann. Ältere Radeon-Grafikkarten verfügen nicht über die notwendigen HDMI-2.0- oder DisplayPort-1.4-Schnittstellen, die für HDR erforderlich sind.

Spielbetrieb 60 Hz

Sämtliche Spielekonsolen abseits der Xbox One X und Xbox One S können weder eine höhere Aktualisierungsrate als 60 Hz wiedergeben, noch verfügen sie über die Fähigkeit der Synchronisation zwischen Konsole und Display. Es zählt einzig die Performance des Monitors. Hier kann der Acer XV272UP nicht punkten, da die Schaltzeiten einfach zu langsam sind. Erst bei höchstem Overdrive würden sie gegen eine stark verschmierte Anzeige sprechen. Dann aber zeigt der Acer XV272UP enorme Bildfehler, die ein ordentliches Gameplay unmöglich machen. Für 60-Hz-Spielekonsolen schaut man sich besser nach einem geeigneteren Display um.

Spielbetrieb 144 Hz ohne FreeSync

Zwar zeigt der Acer XV272UP bei 144 Hz das gewohnt flüssige Bild, und Tearing ist durch die schnelle Aktualisierungsrate kaum sichtbar, doch wird bei mittlerem Overdrive ein leicht verschmiertes Bild angezeigt, wenn es in Bewegung kommt. Das fällt besonders bei Schriftzügen oder detailreichen Objekten auf. Dem kann man mit maximalem Overdrive entgegenwirken, muss dann aber mit nachleuchtenden Objekträndern (Korona-Effekt) leben, die nicht schön anzusehen sind. Für Puristen, die besonders bei Rennsimulationen auf ein realitätsnahes Gameplay schwören, kann der Proband hier nur zweite Wahl sein. Mit ein wenig mehr Feingefühl bei der Abstimmung der Overdrive-Stufen hätte der Monitor wahrscheinlich ein besseres Bild abgegeben.

Spielbetrieb mit FreeSync

Bei aktiviertem FreeSync erlebt man nahezu das identische Ergebnis zu den Einstellungen bei 144 Hz und deaktiviertem FreeSync. Nur eben, dass Tearing überhaupt keine Rolle mehr spielt. Auch hier ist maximaler Overdrive aufgrund der heftigen Koronabildung keine Option.

FreeSync an GeForce-Grafikkarten

Zwar ist der Acer XV272UP kein offizielles G-Sync-Compatible-Display, doch haben wir weder ein Flackern noch Probleme der Synchronisation zwischen Computer und Display bei unseren Testspielen feststellen können. Bei eingeschaltetem FreeSync ist der Overdrive fix auf „Normal“ eingestellt.

3 KOMMENTARE

  1. Könntet ihr bitte die „leicht verschmierte Anzeige “ und die „heftigen Bildfehler“ nochmal anders erklären, bzw. mit Bildern oder Videos zeigen? Ich würde das gern sehen, um zu wissen, ob und wie mich das stören könnte.

    Vielen Dank

  2. Ich glaube, der hat dasselbe Panel wie der Acer VG271UP. So scheint jedenfalls darüber geredet, und die Featureliste klingt völlig gleich. Beide sollen ja einen höheren Farbraum haben als die älteren Modelle der Reihe, und ich bezweifle, dass sie da zwei exakte Super-Panel mit entscheidenden Unterschieden in nur ein oder zwei Punkten haben.
    Der Punkt ist: ich hatte den günstigeren Acer VG271UP bis vor einer Woche zum Ausprobieren. Leider fand ich die Reaktionszeit überhaupt nicht in Ordnung. Daher wundert es mich, die Messungen hier eigentlich ganz okay zu finden. Denn man findet kaum entscheidend niedrigere Messungen, ber ich kenne sehr wohl schnellere IPS-Panel. Die hohe Wiederholfrequenz und das Freesync sind dabei ganz interessant, aber rein als Kuriosum. Denn dadurch zieht sich der eigentlich eher langsame Bildaufbau wie eine zähe, dickflüssige Masse. Ist ganz interessant zu erleben, wie man richtig blind zu werden scheint, wenn man sich in der Ego-Perspektive umdreht und alles zu einer ununterscheidbaren Masse wird, bis man wieder geradeaus schaut. Die Situation hatte ich oft, und das geht definitiv besser, auch mit IPS.
    Den Kontrast fand ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht nahe dem 1200-Bereich. Er scheint ganz okay, aber nicht so, dass ich mich darüber gefreut hätte. Da schein ich auch schon Besseres gesehen zu haben (bei gleichem Wert). Das könnte damit zusammenhängen, dass das Backlightbleeding fast über den ganzen Bildschirm verteilt zu sein scheint. Dadurch merkt man zwar nichts davon, weil es gleichmäßig ist, es könnte aber mit dem sichtbaren und messbaren Kontrast Unwesen treiben. Keine Ahnung, der Punkt war auch nicht so auffällig wie die Reaktionszeit.

    Ich verbuche diese Mysterien mit einem Vertrauensvorschuss unter Zweifel darüber, dass es sich ums selbe Panel handelte. Vielleicht ist das doch nicht so. Oder vielleicht kann man einfach nicht wissen, ob ein IPS-Panel schnell genug sein wird, selbst wenn die Testwerte besser als der Durchschnitt scheinen.

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