Test Acer Nitro XV272UP – Allrounder mit klasse Bild
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Spielbetrieb mit VRB

Der Acer XV272UP verfügt noch über die Möglichkeit, VRB über die Stufen „Normal“ und „Extrem“ zu aktivieren. VRB funktioniert über BFI („Black Frame Insertion“) und ahmt alte CRT-Displays nach. Hier wird das Auge überlistet und der Unschärfe-Effekt, der durch die langsamen Schaltzeiten zustande kommt, durch die schwarzen Frames abgemildert. Fans schneller Shooter wird diese Funktion erfreuen, da VRB auch bei 144 Hz aktiviert werden kann. Nachteile sind die verminderte Helligkeit und die Gefahr, durch die pulsierende Anzeige Kopfschmerzen zu bekommen. VRB funktioniert nur bei deaktiviertem FreeSync, da eine konstante Aktualisierungsrate gefordert wird.

HDR

Der Acer XV272UP zählt zu den Display-HDR400-zertifizierten Monitoren. Die Anforderungen sind hier noch nicht wirklich hoch, was bedeutet, dass man noch nicht so einen umwerfenden Effekt bemerkt, wie etwa bei HDR600 oder gar HDR1000. Dafür fehlt es dem Probanden mit einer Spitzenhelligkeit von 439 cd/m² im HDR-Modus auch einfach an Leuchtkraft.

„Resident Evil 7“ lässt sich in HDR spielen. Hier kommt der HDR-Effekt besonders zum Tragen, da das Spiel sehr düster daherkommt und kleine Lichtquellen die Spielumgebung erhellen müssen. Dafür sind also sehr viele Abstufungen innerhalb des Bildes notwendig. Hier liegt letztendlich auch das Problem, da der Dynamikumfang schon durch die zu niedrige maximale Leuchtdichte limitiert wird. Das Ergebnis ist ein viel zu dunkles Bild, bei dem man fast im Blindflug umherirrt, wie auf dem folgenden rechten Bild zu sehen ist.

Bild ohne HDR (Auszug Spiel: „Resident Evil 7“)
Bild ohne HDR (Auszug Spiel: „Resident Evil 7“)
Bild im HDR-Modus (Auszug Spiel: „Resident Evil 7“)
Bild im HDR-Modus (Auszug Spiel: „Resident Evil 7“)

Sound

Dem Acer XV272UP wurden zwei Lautsprecher mit je 2 Watt spendiert. Sie befinden sich an den Außenseiten und strahlen unter dem Display nach unten ab. Der magere und völlig basslose Klang macht externe Lautsprecher zu einem Muss.

DVD und Video

An den beiden HDMI-Schnittstellen können Zuspieler wie Spielekonsolen, BD-Player und HDTV-Receiver angeschlossen werden. Der Ton wird direkt an die internen Lautsprecher oder, falls belegt, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Durch die tolle Werksabstimmung muss der Acer XV272UP für Filme nicht erst in den Farben korrigiert werden. Das Motto heißt: Video einlegen und genießen! Die unterschiedlichen Farb-Emulationen unter „Farbe / Farbraum“ bedienen verschiedene Szenarien und sind allesamt zu gebrauchen. Besonders bei farbenfrohen Filmen bietet sich der DCI-P3-Farbraum an.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Ab Werk ist das Bildformat auf „Vollbild“ voreingestellt. Material in 1080p und 780p wird bildschirmfüllend angezeigt, während SD-Inhalte auch richtig erkannt auf die volle Bildschirmhöhe interpoliert und mit Balken an den Seiten angezeigt werden.

Das Datenblatt gibt keine Auskunft darüber, ob Interlaced-Material angenommen wird. Angeschlossen an einen HD-Receiver, wird Material in 1080i problemlos angezeigt. Material in ungeradem Verhältnis zeigt hingegen einen heftigen Moiré-Effekt und Kammbildung. Ein Deinterlacer ist demzufolge nicht verbaut.

Eine Darstellung von Blu-ray-Discs bei 24p funktioniert leider nicht. Diese werden mit 60 Hz und DVDs mit 50 Hz abgespielt.

Overscan

Overscan bietet der Acer XV272UP nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Auch hier reagiert das Testgerät vorbildlich. An HDMI wird direkt Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. So gibt es auch keine Probleme mit den Schwarz- und Weißwerten, und es wird kein flaues Bild angezeigt, das das Filmerlebnis schmälert. Zusätzlich bietet das OSD-Menü unter „System / HDMI-Schwarzpegel“ die Optionen „Normal“ und „Gering“, um reagieren zu können, wenn hier Probleme auftreten.

Bewertung

ab 473,90 €
4.3

(GUT)

Fazit

In Sachen Ausstattung kann der Acer Nitro XV272UP (XV272UPbmiiprzx) aus dem Vollen schöpfen. Neben dem kompletten Ergonomieprogramm ist das Display mit einer ordentlichen Anzahl Anschlüssen ausgestattet. Zudem bietet es einen enormen Funktionsumfang. Das Design wirkt durch den schmalen Tragarm und die runde Bodenplatte allerdings etwas unstimmig, dürfte aber letztendlich eine persönliche Geschmackssache sein.

Durch das verbaute IPS-Panel lohnt es sich auch für Fotografen, näher hinzuschauen. Diese werden beim Acer XV272UP nicht enttäuscht, denn bereits unkalibriert lässt sich das Display nutzen. Das sRGB-Farbraumvolumen und die Neutralität sind top.

Durch das IPS-Panel gelingt der Filmabend auch in größerer Runde, und der verfügbare DCI-P3-Farbraum bringt kräftigere Farben ins Bild. Leider können Filme nicht bei 24 Hz wiedergegeben werden, was Cineasten enttäuschen wird. Auch der HDR-Modus haut einen jetzt nicht vom Hocker. Weder bei Filmen noch im Gaming.

Der Spagat zwischen Bildbearbeitungs- und Top-Gaming-Display gelingt dem Acer XV272UP leider nicht ganz so gut wie beim bereits getesteten XV273KP. Zwar liefert dieses Display eine noch bessere Gesamtlatenz, doch der Overdrive ist leider nicht optimal abgestimmt. So hat man die Wahl: Eine leicht verschmierte Ansicht akzeptieren oder mit heftigen Bildfehlern leben. Einem Gelegenheitsspieler wird die angesprochene Problematik mit der leichten Unschärfe wahrscheinlich gar nicht auffallen. Wer aber realitätsnahes Gaming gewohnt ist, wird diesem Problem kritischer begegnen. Lobend muss noch die VRB-Funktion erwähnt werden, die auch bei 144 Hz ihren Dienst tut. Damit ist die verschmierte Anzeige ebenfalls behoben.

Mit einem Straßenpreis von 429 € liegt der Acer XV272UP gegenüber anderen Displays im Durchschnitt. Dafür bietet der Bildschirm ordentliche Allrounder-Eigenschaften und erhält von uns eine Kaufempfehlung.

Testlogo Acer XV272UP

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3 KOMMENTARE

  1. Könntet ihr bitte die „leicht verschmierte Anzeige “ und die „heftigen Bildfehler“ nochmal anders erklären, bzw. mit Bildern oder Videos zeigen? Ich würde das gern sehen, um zu wissen, ob und wie mich das stören könnte.

    Vielen Dank

  2. Ich glaube, der hat dasselbe Panel wie der Acer VG271UP. So scheint jedenfalls darüber geredet, und die Featureliste klingt völlig gleich. Beide sollen ja einen höheren Farbraum haben als die älteren Modelle der Reihe, und ich bezweifle, dass sie da zwei exakte Super-Panel mit entscheidenden Unterschieden in nur ein oder zwei Punkten haben.
    Der Punkt ist: ich hatte den günstigeren Acer VG271UP bis vor einer Woche zum Ausprobieren. Leider fand ich die Reaktionszeit überhaupt nicht in Ordnung. Daher wundert es mich, die Messungen hier eigentlich ganz okay zu finden. Denn man findet kaum entscheidend niedrigere Messungen, ber ich kenne sehr wohl schnellere IPS-Panel. Die hohe Wiederholfrequenz und das Freesync sind dabei ganz interessant, aber rein als Kuriosum. Denn dadurch zieht sich der eigentlich eher langsame Bildaufbau wie eine zähe, dickflüssige Masse. Ist ganz interessant zu erleben, wie man richtig blind zu werden scheint, wenn man sich in der Ego-Perspektive umdreht und alles zu einer ununterscheidbaren Masse wird, bis man wieder geradeaus schaut. Die Situation hatte ich oft, und das geht definitiv besser, auch mit IPS.
    Den Kontrast fand ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht nahe dem 1200-Bereich. Er scheint ganz okay, aber nicht so, dass ich mich darüber gefreut hätte. Da schein ich auch schon Besseres gesehen zu haben (bei gleichem Wert). Das könnte damit zusammenhängen, dass das Backlightbleeding fast über den ganzen Bildschirm verteilt zu sein scheint. Dadurch merkt man zwar nichts davon, weil es gleichmäßig ist, es könnte aber mit dem sichtbaren und messbaren Kontrast Unwesen treiben. Keine Ahnung, der Punkt war auch nicht so auffällig wie die Reaktionszeit.

    Ich verbuche diese Mysterien mit einem Vertrauensvorschuss unter Zweifel darüber, dass es sich ums selbe Panel handelte. Vielleicht ist das doch nicht so. Oder vielleicht kann man einfach nicht wissen, ob ein IPS-Panel schnell genug sein wird, selbst wenn die Testwerte besser als der Durchschnitt scheinen.

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