Test Acer Nitro XV272UP – Allrounder mit klasse Bild
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Diagramm: Helligkeits- und Kontrastverlauf des Acer XV272UP
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Acer XV272UP

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Bei nativem Weißpunkt erreicht der Acer XV272UP eine maximale Leuchtdichte von 347 cd/m². Das ist fast eine Punktlandung zu den angegebenen 350 cd/m² des Datenblatts. Um auf D65 zu kommen, müssen zwar die RGB-Regler etwas nach unten korrigiert werden, trotzdem liegt hier die Leuchtdichte bei 100 % Helligkeit, mit 352 cd/m² etwas höher. Mit 88 cd/m² als niedrigste Leuchtdichte ist das Panel für Arbeiten in absoluter Dunkelheit aber etwas zu hell.

In Sachen Kontrastverhältnis ist das IPS-Panel des Acer XV272UP obenauf. Mit einem durchschnittlichen Kontrastverhältnis von 1178:1 gelingt ihm ein hervorragendes Ergebnis. Nach der Kalibrierung fällt das durchschnittliche Kontrastverhältnis nur minimal auf 1149:1.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm: Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Diagramm: Farbreinheit in Delta C
Farbreinheit in Delta C

Bei der Helligkeitsverteilung erreicht der Acer XV272UP mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 9,47 % und einer maximalen Abweichung von 16,48 % ein befriedigendes Ergebnis. Bei der Farbreinheit schneidet der Proband mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,87 ebenfalls befriedigend ab. Das maximale Delta C von 4,27 lässt eigentlich keine befriedigende Wertung mehr zu. Allerdings ist von 15 Messpunkten nur der untere ganz linke Messpunkt betroffen, sodass wir ein Auge zudrücken und auch hier noch eine befriedigende Wertung vergeben.

Coating

Die Oberfläche des Acer XV272UP ist semiglossy. Zwar wirken Farben etwas brillanter als auf stumpfmatten Oberflächen, doch besteht die Gefahr der Spiegelung in hellen Räumen, insbesondere dann, wenn direktes Licht auf das Panel fällt und dunkle Inhalte auf dem Bildschirm gezeigt werden.

Coating des Acer XV272UP
Coating des Acer XV272UP
Referenzbild
Referenzbild

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des Acer XV272UP bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Hier kommt dem Acer XV272UP natürlich das IPS-Display zugute. Bis auf eine leichte Abdunkelung zeigt der Bildschirm selbst bei starken Blickwinkeln ein tolles Bild mit stabilen Farben. Da gibt es nichts zu meckern.

Interpolation

Unter „System / Bildformate“ lassen sich die Bildseitenverhältnisse Vollbild, Seitenverhältnis, 1:1 und 21:9 einstellen, um auf Auflösungen abseits der nativen von 2560 x 1440 Pixeln reagieren zu können. Ein Schärferegler ist nur in Form der Einstellung „Superscharf“ zu finden. An unserer Grafikkarte zeigen die Einstellungen der Bildseitenverhältnisse allerdings keine Wirkung.

Um die Qualität der Interpolation zu testen, spielen wir dem Monitor eine fein aufgelöste Grafikdatei zunächst bei nativer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln und dann bei 1280 x 720 Bildpunkten zu.
Bei nativer Auflösung wird das Testmuster wie erwartet scharf und detailreich angezeigt. Bei verringerter Auflösung entsteht auf gleicher Fläche mehr Platz, die durch graue, zusätzlich eingefügte Pixel aufgefüllt werden muss.

Diese Aufgabe löst der Acer XV272UP nicht sonderlich gut. Während bei den meisten anderen Displays zumindest noch der Versuch einer Abstufung bei den feinen Nadelstrichen links unter dem Kreuz zu erkennen ist, wird hier eine durchgehend graue Fläche angezeigt. Zumindest die Streifen mit einer Entfernung von zwei Pixeln rechts unter dem Kreuz sind noch zu erkennen.

Testgrafik native Auflösung
Testgrafik native Auflösung
Testgrafik 1280 x 720
Testgrafik 1280 x 720
Testgrafik 1280 x 720, „Superscharf“
Testgrafik 1280 x 720, „Superscharf“

Obwohl das Testergebnis bei der Testgrafik nicht das beste war, bereitet das Lesen von Texten bei verringerter Auflösung auch bei kleiner Schrift keine Probleme.

Textwiedergabe native Auflösung
Textwiedergabe native Auflösung
Textwiedergabe 1280 x 720
Textwiedergabe 1280 x 720

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Hier wurde im sRGB-Modus vor der Kalibrierung eine Abdeckung von 97 % erzielt. In den Werkseinstellungen werden sogar 100 % und nach der Kalibrierung 99 % erreicht, was natürlich in sämtlichen Fällen nur ein sehr gutes Ergebnis ergeben kann.

Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Zusätzlich haben wir die Abdeckung des DCI-P3-Farbraums gemessen. Hier erreicht das Display 92 %.

3 KOMMENTARE

  1. Könntet ihr bitte die „leicht verschmierte Anzeige “ und die „heftigen Bildfehler“ nochmal anders erklären, bzw. mit Bildern oder Videos zeigen? Ich würde das gern sehen, um zu wissen, ob und wie mich das stören könnte.

    Vielen Dank

  2. Ich glaube, der hat dasselbe Panel wie der Acer VG271UP. So scheint jedenfalls darüber geredet, und die Featureliste klingt völlig gleich. Beide sollen ja einen höheren Farbraum haben als die älteren Modelle der Reihe, und ich bezweifle, dass sie da zwei exakte Super-Panel mit entscheidenden Unterschieden in nur ein oder zwei Punkten haben.
    Der Punkt ist: ich hatte den günstigeren Acer VG271UP bis vor einer Woche zum Ausprobieren. Leider fand ich die Reaktionszeit überhaupt nicht in Ordnung. Daher wundert es mich, die Messungen hier eigentlich ganz okay zu finden. Denn man findet kaum entscheidend niedrigere Messungen, ber ich kenne sehr wohl schnellere IPS-Panel. Die hohe Wiederholfrequenz und das Freesync sind dabei ganz interessant, aber rein als Kuriosum. Denn dadurch zieht sich der eigentlich eher langsame Bildaufbau wie eine zähe, dickflüssige Masse. Ist ganz interessant zu erleben, wie man richtig blind zu werden scheint, wenn man sich in der Ego-Perspektive umdreht und alles zu einer ununterscheidbaren Masse wird, bis man wieder geradeaus schaut. Die Situation hatte ich oft, und das geht definitiv besser, auch mit IPS.
    Den Kontrast fand ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht nahe dem 1200-Bereich. Er scheint ganz okay, aber nicht so, dass ich mich darüber gefreut hätte. Da schein ich auch schon Besseres gesehen zu haben (bei gleichem Wert). Das könnte damit zusammenhängen, dass das Backlightbleeding fast über den ganzen Bildschirm verteilt zu sein scheint. Dadurch merkt man zwar nichts davon, weil es gleichmäßig ist, es könnte aber mit dem sichtbaren und messbaren Kontrast Unwesen treiben. Keine Ahnung, der Punkt war auch nicht so auffällig wie die Reaktionszeit.

    Ich verbuche diese Mysterien mit einem Vertrauensvorschuss unter Zweifel darüber, dass es sich ums selbe Panel handelte. Vielleicht ist das doch nicht so. Oder vielleicht kann man einfach nicht wissen, ob ein IPS-Panel schnell genug sein wird, selbst wenn die Testwerte besser als der Durchschnitt scheinen.

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