Test AOC AG273QCX – 144 Hz mit schneller VA-Technologie
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Farbreinheit
Gemittelte Farbreinheit

Die linke Seite des AOC AG273QCX sowie die Ecke oben rechts führen in beiden Kategorien dazu, dass keine guten Noten mehr vergeben werden können.

Bei der Helligkeitsverteilung liegt der Durchschnitt über 10 % und die maximale Abweichung in einem Messfeld sogar bei 18 %. Im üblichen Betrieb, vor allem beim Gaming, fallen diese Abweichungen allerdings nicht auf. Die sehr schlechten Ergebnisse bei der Farbreinheit fallen grundsätzlich auch nicht auf, was aber auch an der gebogenen Front liegt, bei der zum Rand je nach Blickwinkel generell leichte Unterschiede bei der Darstellung erkennbar waren. Sollen mit dem Monitor auch farbkritische Arbeiten durchgeführt werden, müssen diese Eigenschaften mitberücksichtigt werden.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des AOC AG273QCX
Coating des AOC AG273QCX
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der AOC AG273QCX besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

VA-Panels besitzen in der Regel einen sehr hohen Kontrast. Beim AOC haben wir durchschnittlich 2500:1 messen können, was mit keiner anderen LED-Panel-Technologie möglich ist. Bei einer frontalen Sicht auf den Bildschirm ist der daraus resultierende Effekt auch mit dem bloßen Auge sichtbar. Bei veränderten Blickwinkeln geht der Kontrast zurück, und das angezeigte Bild erscheint gräulicher.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des AOC AG273QCX
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Im direkten Vergleich wirkt der Unterschied deutlich, bei einer längeren Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel ist dies aber nicht mehr spürbar. Der Monitor kann daher auch genutzt werden, um einen Film gemütlich aus einer niedrigeren Position zu betrachten.

Interpolation

Der nativen Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln haben wir die kleinere 16:9-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln bildlich gegenübergestellt. Dabei war eine leichte Unschärfe erkennbar, die uns aber weder bei längerem Arbeiten noch bei Spielen gestört hat. Die Interpolationsleistung ist in diesem Bereich daher als gut zu bezeichnen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die drei üblichen Varianten, eine kleinere Auflösung darzustellen, sind beim AOC AG273QCX vorhanden. Möglich sind eine Vollbilddarstellung, eine seitengerechte Vergrößerung sowie ein 1:1-Modus. Unter Windows 10 war die Einstellungsoption im OSD allerdings ausgegraut, das Bild wurde immer seitengerecht vergrößert dargestellt. In der eigenen Software G-Menu konnten die Optionen ausgewählt werden. Eine Auswahl führte aber nicht zu einer Änderung, sondern es wurde trotzdem eine seitengerechte Vergrößerung vorgenommen. Bei einem Betrieb per Blu-ray-Player waren die Optionen dagegen wie gewohnt nutzbar.

Der Monitor kann verschiedene kleinere Geräte mit deren Auflösung simulieren. Dies kann bei Profispielern sinnvoll sein, die auf Turnieren die Monitore gestellt bekommen und sich so ideal vorbereiten können. Leider waren auch diese Optionen unter Windows 10 nicht verfügbar und können daher keinen Mehrwert darstellen. Wir stufen den Mehrwert heutzutage aber generell als eher gering ein, da fast alle Turniere mit 16:9-Geräten samt Full-HD-Auflösung ausgestattet sind und sich diese Einstellung auf dem 27-Zoll-Monitor auch ohne diese Optionen gut simulieren lässt. Selbst wenn vor Ort nur ein 24-Zoll-Objekt zur Verfügung steht, sollten die Abweichungen keine große Rolle spielen dürfen.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse nach der Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 100 %
Adobe RGB 80 %
DCI-P3 84 %
ECI-RGB v2 73 %

Eine sRGB-Farbraumabdeckung von 100 % führt zu einer sehr guten Benotung und ist bei einem Gaming-Monitor eher selten anzutreffen.

Bildmodus: Benutzerdefiniert, Farbtemperatur: warm (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Farbtemperatur "warm"
Graubalance in der Werkseinstellung, Farbtemperatur „warm“

In der Werkseinstellung bestehen deutliche Abweichungen zu den Idealwerten. Sowohl der Durchschnitts- als auch der Range-Wert führen zu einer schlechten Note. Die Gammakurve verfehlt ihre Idealform ebenfalls deutlich. Der Weißpunkt liegt mit 6680 Kelvin dagegen in einem guten Bereich, und auch der Kontrast von über 2500:1 überzeugt. Für einen Gaming-Monitor sollten diese Werte aber nicht zu kritisch angesehen werden

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Farbtemperatur "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Farbtemperatur „sRGB“

Bildmodi gibt es für verschiedene Spiele, doch ist kein sRGB-Modus vorhanden. Wir haben daher für diese Messung die Werkseinstellung verwendet und nur die Farbtemperatur auf „sRGB“ gewechselt.

Die Grauwerte zeigen in diesem Modus erschreckend hohe Abweichungen, und die Gammakurve weist noch stärkere Entfernungen zur Ideallinie auf. Bei den Farbwerten gibt es einige Ausreißer, aber der Durchschnitt der Abweichungen würde allein noch nicht zu einer schlechten Benotung führen. Ein sehr guter Kontrastwert und eine geringe Abweichung zum gewünschten Weißpunkt sind die positiven Ergebnisse dieser Messung. Insgesamt müssen wir in diesem Bereich aber die schlechteste Note vergeben. Ohne eine Kalibrierung ist das Gerät für farbkritische Arbeiten daher nicht zu empfehlen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Herr Kraft,
    ihm Test steht, dass der Monitor Display Port 1.4 Anschlüsse hätte was ja auch Sinn machen würde. Beim Hersteller steht es seien nur Display Port 1.2. Also entweder ist das hier falsch oder der Hersteller weiß nicht was er verbaut. DP 1.2 ergibt aber auch keinen Sinn weil man damit meines Wissens kein HDR nutzen kann. Und HDMI 2.0 kann zwar HDR aber dafür nur 120Hz.

  2. Danke Christian Kraft für diesen Bericht!
    Du als Xbox Gamer… Wäre dieser geeignet und eventuell auch genug stark für die nächste Generation? Bin Fieberhaft auf der Suche nach einem Monitor für die one x sowie ein wenig mehr für next gen….

  3. Habt ihr den Monitor auch bezüglich G-SYNC getestet? Wie sehen da die Reaktionszeiten aus, gibt es irgendwelche Probleme bei Nutzung dieses Monitors in Verbindung mit einer Nvidia Grafikkarte und Adaptive-Sync?

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