Test AOC AG273QCX – 144 Hz mit schneller VA-Technologie
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der AOC AG273QCX aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Benutzerdefiniert
Helligkeit: 30
Kontrast: 50
Gamma eingestellt: Gamma1
Gamma gemessen: 2,35
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 47/50/45
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: Aus

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Bei den Grauwerten verhindert der Range-Wert knapp eine sehr gute Benotung. Bei den Farbwerten ist es dagegen eindeutiger, dass eine sehr gute Note verpasst wird. Insgesamt ist das Ergebnis aber in allen Bereichen gut. Unschöne Nichtlinearitäten konnten wir zudem nicht ausmachen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Fast alle Bereiche arbeiten nahe an den Idealwerten, lediglich durch geringfügige Überschreitungen in Einzelbereichen vergeben wir insgesamt nur eine gute Note. Die Gammakurve liegt auf der Ideallinie, der Weißpunkt wurde genau getroffen, und der Kontrast bleibt etwa bei den sehr guten 2500:1. Nach einer Kalibrierung zeigt das Gerät exakte Farben an.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den AOC AG273QCX haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 1 ms genannt. Der AOC AG273QCX bietet vier Overdrive-Einstellungen an (Übersteuerung: „Aus“, „Schwach“, „Mittel“, „Stark“). In der Werkseinstellung ist die Option „Aus“ aktiviert.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei ausgeschaltetem Overdrive erreicht der AOC AG273QCX schon gute Werte. Der Schwarz-Weiß-Wechsel liegt bei 9,0 ms und der schnellste Grauwechsel bei 5,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 13,4 ms und der CtC-Wert ebenfalls gute 8,4 ms. Nennenswerte Überschwinger konnten in diesem Modus nicht gemessen werden.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz ("Aus"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Aus“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz ("Aus"): keine Überschwinger
60 Hz („Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Mittel“

Bei mittlerer Overdrive-Einstellung verbessert sich vor allem der Durchschnittswert unserer Messpunkte deutlich. Er liegt mit 9,3 ms nun auch im einstelligen Bereich. Der Helligkeitsverlauf ist noch hinreichend neutral.

Diagramm: 60 Hz ("Mittel"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Mittel“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz ("Mittel"): leichte Überschwinger
60 Hz („Mittel“): leichte Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Stark“

In der höchsten Overdrive-Einstellung verkürzen sich die Schaltzeiten erneut, dafür sind jetzt aber leichte Überschwinger erkennbar. In Spielen konnten jedoch diesbezüglich keine negativen Effekte beobachtet werden, sodass auch dieser Modus in der Praxis absolut tauglich ist.

Diagramm: 60 Hz ("Stark"): sehr gute Schaltzeiten
60 Hz („Stark“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz ("Stark"): starke Überschwinger
60 Hz („Stark“): starke Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Aus“

Bei einer Wiederholungsrate von 144 Hz und ausgeschaltetem Overdrive erleben wir eine Überraschung. Die Latenzwerte sind deutlich verbessert und Überschwinger auch in diesem Modus nicht vorhanden. Die Schaltzeiten fallen allerdings deutlich schlechter aus, als unter 60 Hz. Der Durchschnittswert unserer Messungen liegt mit 18,7 ms knapp 40 % höher als bei unseren Messungen unter 60 Hz.

Diagramm: 144 Hz ("Aus"): langsame Schaltzeiten
144 Hz („Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz ("Aus"): keine Überschwinger
144 Hz („Aus“): keine Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Mittel“

Der 144-Hz-Modus kann bei dieser Overdrive-Einstellung fast mit dem 60-Hz-Betrieb gleichziehen. Der Durchschnittswert liegt mit 9,9 ms ebenfalls im einstelligen Bereich. Der CtC-Wert ist dagegen fast doppelt so hoch, dafür aber die Latenz deutlich besser. Der Helligkeitsverlauf ist weiterhin absolut neutral.

Diagramm: 144 Hz ("Mittel"): gute Schaltzeiten
144 Hz („Mittel“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz ("Mittel"): minimale Überschwinger
144 Hz („Mittel“): minimale Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Stark“

Die Schaltzeiten nähern sich stark den guten Werten unter 60 Hz an, liegen aber auch bei der höchsten Overdrive-Einstellung noch leicht unter deren Niveau. Der neutrale Helligkeitsverlauf und der deutlich bessere Latenzwert sprechen aber für den 144-Hz-Modus. Zudem sind nur bei diesem keine Schlieren zu erkennen.

Diagramm: 144 Hz ("Stark"): sehr gute Schaltzeiten
144 Hz („Stark“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz ("Stark"): leichte Überschwinger
144 Hz („Stark“): leichte Überschwinger

Vergleich Reaktionszeiten

Sortierung:
AOC AG273QCG
3.4
2.2
2.5
2.2
Asus VG279Q
12.8
2.8
6.4
1.6
AOC AG273QCX
10.4
4.4
8.4
7.6
LG 27UK850-W
11.6
6
9.8
3.6
Philips 272B7QUPBEB
12
7.4
10.3
6.4
 
0
2
4
6
8
10
12
14
 
 B/W (ms) 
 
 GtG (ms) 
 
 Avg. (ms) 
 
 CtC (ms) 
(Kleiner ist besser)

1 KOMMENTAR

  1. Habt ihr den Monitor auch bezüglich G-SYNC getestet? Wie sehen da die Reaktionszeiten aus, gibt es irgendwelche Probleme bei Nutzung dieses Monitors in Verbindung mit einer Nvidia Grafikkarte und Adaptive-Sync?

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