Test BenQ PD2700Q – günstiger Grafik-Monitor
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 339 cd/m², was etwa der Herstellerangabe von 350 cd/m² entspricht. Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 43 cd/m².

Diagramm: Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ PD2700Q
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ PD2700Q

Nach Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit auf immer noch mehr als ausreichende 328 cd/m². Die Minimalhelligkeit ändert sich kaum und liegt dann bei 42 cd/m². Der Regelbereich des BenQ PD2700Q ist damit ausreichend groß, um auch bei vollständiger Dunkelheit augenschonend arbeiten zu können.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen ist das sogar Understatement. Es liegt nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei ausgezeichneten 1190:1.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Während die Farbhomogenität durchweg überzeugen kann (Delta-C-Average: 1.44, Delta-C-Maximum: 2.31), gilt das leider nicht für die Helligkeitsverteilung. Ein Durchschnittswert von 14,29 % kann nicht mehr zufriedenstellen. Die Messwerte werden durch die subjektive Begutachtung am Weißbild bestätigt. Farblich ist das Bild zwar sehr homogen, in der Mitte ist bei der Helligkeit aber ein deutlicher Hotspot zu erkennen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des BenQ PD2700Q
Coating des BenQ PD2700Q
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der BenQ PD2700Q besitzt eine leicht stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ PD2700Q bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des BenQ PD2700Q
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch sehr gut. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben dank des IPS-Panels sehr stabil. Selbst ein Helligkeitsverlust ist erst bei Winkeln größer als 45° wahrnehmbar. Bei horizontalen Blickwinkeln bleibt auch die Farbtemperatur weitgehend konstant. Leicht wärmer wirken helle Bereiche nur bei extremen vertikalen Blickwinkeln. Ein sichtbarer Zeichnungsverlust ist am ehesten in den hellen Bereichen festzustellen. In den dunkelsten Bereichen bleibt die Zeichnung dagegen untypisch gut erhalten. Der Kontrasteindruck selbst leidet kaum.

Interpolation

Der BenQ PD2700Q löst nativ 2560 x 1440 Pixel auf. Eine Interpolation geringerer Auflösungen kann bei älteren Programmen oder Spielen mit begrenzter Auflösung sinnvoll sein und zur Entlastung schwächerer Grafikkarten beitragen. Auch beim Anschluss von Notebooks kann zunächst die Interpolationsfähigkeit des Monitors gefragt sein.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung „5“ scheint gut gewählt, wir haben sie so belassen.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf. Bei 720p hat der BenQ PD2700Q aufgrund des ganzzahligen Teilers zwar leichtes Spiel, die Performance kann aber auch bei 1080p überzeugen.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das OSD des BenQ PD2700Q die Optionen „1:1“, „Voll“ und „Seitengerecht“ an. Die seitengerechte, maximal bildschirmfüllende Skalierung gelingt naturgegeben in 16:9-Auflösungen am besten, bei abweichenden Formaten aber nicht immer wie erwartet. Bei 1680 x 1050 wird beispielsweise die Option „Seitengerecht“ im OSD ausgegraut. Die Option „Vollbild“ ist natürlich nicht verzerrungsfrei. Bei 1600 x 1200 wird „Skalierung Vollbild“ angezeigt, tatsächlich wird aber nur ein verkleinertes Bild dargestellt.

3 KOMMENTARE

  1. Bezüglich den Grauwerten wird in dem Test gesagt, dass Farbschimmer nicht auftreten. Auf dem Bild sind aber deutliche Farbschimmer zu erkennen. Was stimmt denn da jetzt?

  2. In diesem Test ist ein krasser Widerspruch. Im Fazit:
    „Angesichts des beworbenen und eher spezialisierten Einsatzzwecks für Grafiker und Designer mag man auch den für Gamer wenig erfreulichen hohen Input-Lag leicht verzeihen.“

    Welcher? Denn möchte man diesen wissen, liest man unter „Latenzzeit“ dann:
    „In der höchsten Overdrive-Stufe (AMA: „Premium“) erreicht der BenQ PD2700Q sehr flotte Schaltzeiten. Eine halbe mittlere Bildwechselzeit von 5,1 ms ist schon spieletauglich. Auch die Signalverzögerung ist mit 8,1 ms kurz, so dass die Latenz insgesamt 13,2 ms beträgt.“

    Ja, was denn nun? Besonders bei der Latenzzeit sollte PRAD sich mal ein objektives Bewertungsschema überlegen. Mal sind gleiche Werte des Input Lags erfreulich schnell, dann wieder völlig für Gaming ungeeignet. Da scheint man sich bei den Testern nicht einig zu sein und jeder bringt seine subjektive Meinung ein. Legt hier doch einfach mal ein Schema fest und überarbeitet dann auch entsprechend die älteren Tests, weil es so völlig verwirrend ist, wenn man Monitore nach dem Kriterium vergleichen möchte.

    • Hallo Florian, danke für den Hinweis.
      Ich habe mir das noch einmal angeschaut, da gibt es tatsächlich eine nachvollziehbare Unstimmigkeit.
      Bei diesem Gerät hatte ich irrtümlich die falschen Messdaten zu den Reaktionszeiten vom Labor erhalten (mit einem sehr hohen Input-Lag und dadurch bedingt einer Latenzzeit von 40 ms statt 13,2 ms). In den subjektiven Tests war von dieser eindeutig schlechten Latenz nichts zu sehen, allerdings testen wir Grafikmonitore auch nicht exzessiv in Gaming-Szenarien.
      Der Fehler bei den Messdaten wurde nach Abgabe, aber vor Veröffentlichung noch entdeckt und in der Schlussredaktion von den Kollegen durch die richtigen Daten ersetzt. Die Textpassagen zur Bewertung wurden aber nicht alle richtig angepasst. Daher die Diskrepanz. Das Anpassen den betreffenden Passagen holen wir dank Deines Hinweise noch nach.

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