Test BenQ PD2700Q – günstiger Grafik-Monitor
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 99 % 100 %
Adobe RGB 74 %
ECI-RGB v2 67 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 90
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: normal
RGB: 100/100/100
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: hoch

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die Graubalance ist beim BenQ PD2700Q bereits in den Werkseinstellungen ausgezeichnet. Der Weißpunkt ist mit 6900 K zwar etwas kühler als die gewünschten 6500 K, aber nahe genug dran, sodass es kaum auffällt. Der Gammawert liegt im Durchschnitt bei 2,17 mit einem weitgehend linearen Verlauf.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Der BenQ PD2700Q verfügt über einen ausgewiesenen sRGB-Modus und kann auch hier auf Anhieb überzeugen. Die Graubalance ist wie gehabt ausgezeichnet (Delta-C-Average: 0.45, Delta-C-Range: 0.69). Auch die Farbabweichungen bleiben im Durchschnitt unter einem Delta E von 2 (Delta-E94-Average: 1.71). In der Grafik sieht man allerdings auch ein paar Ausreißer, die aber noch im Rahmen bleiben. Die Abdeckung des sRGB-Farbraums ist aus dem Stand mit 99 % ausgezeichnet.

Die Gammakurve entspricht zwar nicht ganz der Normkurve, für einen unkalibrierten Monitor ist das Ergebnis aber ansprechend. Im Durchschnitt liegt das Gamma sogar punktgenau bei 2,20. Wer seinen Monitor nicht kalibriert, sollte sich für diesen Modus entscheiden.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 32
Kontrast: 50
Gamma eingestellt: 2,2
Gamma gemessen: 2,18
Farbtemperatur: Benutzerdefiniert
RGB: 100/97/93
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: hoch

Profilvalidierung

Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der BenQ PD2700Q zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance wie auch die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Nach der Kalibrierung sind keinerlei Auffälligkeiten mehr zu erkennen. Auch der Gammaverlauf ist nahezu perfekt an die Norm angepasst. Insgesamt ist das Ergebnis sowohl bei den Farbwerten als auch bei den Grauwerten erstklassig.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den BenQ PD2700Q haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird für GtG eine Reaktionszeit von 12 bzw. 4 ms genannt. Für seine „AMA“ genannte Overdrive-Funktion besitzt der BenQ PD2700Q drei Reglerpositionen („Aus“, „Hoch“, „Premium“). In der Werkseinstellung ist die Option „Hoch“ aktiviert.

Schaltzeitendiagramme

Im Folgenden sind die Schaltzeitendiagramme für die verschiedenen Reglerpositionen zu sehen. Sie zeigen unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Mit der Werkseinstellung (AMA: „Hoch“) ist die Abstimmung genauso neutral wie mit abgeschaltetem Overdrive. Die Reaktionszeiten verschlechtern sich sogar messbar, liegen aber dennoch bereits in einem befriedigenden Bereich. Außerdem kommt im Gegenzug der CtC-Wert erst durch Einschalten des Overdrives in einen guten Bereich. Das Abschalten ist daher nicht zu empfehlen.

Vielmehr lassen sich die Reaktionszeiten in der höchsten Stufe (AMA: „Premium“) deutlich verbessern, ohne die Bildqualität allzu sehr zu beeinträchtigen. In der Stellung „Premium“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 11,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,1 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sehr flotte 10,2 ms. Auch der CtC-Wert ist spätestens jetzt mit 6,4 ms sehr gut.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Akzeptable Schaltzeiten
Akzeptable Schaltzeiten
Keine Überschwinger
Keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Hoch“

60 Hz (Overdrive „TF60“): Primär Verbesserung des CtC-Wertes
Primär Verbesserung des CtC-Wertes
Nach wie vor völlig neutrale Abstimmung
Nach wie vor völlig neutrale Abstimmung

60 Hz, Overdrive „Premium“

Sehr schnelle Schaltzeiten
Sehr schnelle Schaltzeiten
Überschwinger sichtbar, aber in einem akzeptablen Bereich
Überschwinger sichtbar, aber in einem akzeptablen Bereich

2 KOMMENTARE

  1. In diesem Test ist ein krasser Widerspruch. Im Fazit:
    „Angesichts des beworbenen und eher spezialisierten Einsatzzwecks für Grafiker und Designer mag man auch den für Gamer wenig erfreulichen hohen Input-Lag leicht verzeihen.“

    Welcher? Denn möchte man diesen wissen, liest man unter „Latenzzeit“ dann:
    „In der höchsten Overdrive-Stufe (AMA: „Premium“) erreicht der BenQ PD2700Q sehr flotte Schaltzeiten. Eine halbe mittlere Bildwechselzeit von 5,1 ms ist schon spieletauglich. Auch die Signalverzögerung ist mit 8,1 ms kurz, so dass die Latenz insgesamt 13,2 ms beträgt.“

    Ja, was denn nun? Besonders bei der Latenzzeit sollte PRAD sich mal ein objektives Bewertungsschema überlegen. Mal sind gleiche Werte des Input Lags erfreulich schnell, dann wieder völlig für Gaming ungeeignet. Da scheint man sich bei den Testern nicht einig zu sein und jeder bringt seine subjektive Meinung ein. Legt hier doch einfach mal ein Schema fest und überarbeitet dann auch entsprechend die älteren Tests, weil es so völlig verwirrend ist, wenn man Monitore nach dem Kriterium vergleichen möchte.

    • Hallo Florian, danke für den Hinweis.
      Ich habe mir das noch einmal angeschaut, da gibt es tatsächlich eine nachvollziehbare Unstimmigkeit.
      Bei diesem Gerät hatte ich irrtümlich die falschen Messdaten zu den Reaktionszeiten vom Labor erhalten (mit einem sehr hohen Input-Lag und dadurch bedingt einer Latenzzeit von 40 ms statt 13,2 ms). In den subjektiven Tests war von dieser eindeutig schlechten Latenz nichts zu sehen, allerdings testen wir Grafikmonitore auch nicht exzessiv in Gaming-Szenarien.
      Der Fehler bei den Messdaten wurde nach Abgabe, aber vor Veröffentlichung noch entdeckt und in der Schlussredaktion von den Kollegen durch die richtigen Daten ersetzt. Die Textpassagen zur Bewertung wurden aber nicht alle richtig angepasst. Daher die Diskrepanz. Das Anpassen den betreffenden Passagen holen wir dank Deines Hinweise noch nach.

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