Test BenQ PD2700Q – günstiger Grafik-Monitor
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Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Hoch"
60 Hz, Overdrive „Hoch“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Premium"
60 Hz, Overdrive „Premium“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

In der höchsten Overdrive-Stufe (AMA: „Premium“) erreicht der BenQ PD2700Q sehr flotte Schaltzeiten. Eine halbe mittlere Bildwechselzeit von 5,1 ms ist schon spieletauglich. Auch die Signalverzögerung ist mit 8,1 ms kurz, so dass die Latenz insgesamt 13,2 ms beträgt.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des BenQ PD2700Q arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Der BenQ PD2700Q hat zudem zwei Stereo-Lautsprecher mit je 1 Watt Ausgangsleistung integriert. Sie sind gut versteckt und nach außen praktisch nicht sichtbar, sodass wir an dieser Stelle keine Abbildung zeigen können.

Der Klang der kleinen Lautsprecher ist dabei erstaunlicherweise gar nicht mal schlecht. Offensichtlich wird das Gehäuse sehr gut als Resonanzraum genutzt. Hinsichtlich maximaler Lautstärke bleiben sie aber verständlicherweise doch eher schwachbrüstig und neigen dann auch zum Übersteuern.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des PD2700Q angeschlossen werden, der Ton wird wahlweise über die integrierten Lautsprecher wiedergegeben oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs klappt die Tonwiedergabe auch am DP.

Einen speziellen Filmmodus gibt es beim BenQ PD2700Q nicht, stattdessen wird die professionelle Bezeichnung der HDTV-Norm Rec. 709 verwendet. Für das Konsumieren von Videos kann man aber auch getrost im Standardmodus bleiben oder den sRGB-Modus verwenden. Wir haben das Gerät einfach in den kalibrierten Einstellungen belassen und damit unser Testvideo am PC betrachtet.

Dank der vollständigen Farbraumabdeckung bekommt man kräftige und glaubwürdige Farben, die der HDTV-Norm entsprechen. Besonders positiv sind uns aber vor allem der sehr gute Kontrast im Bild (düstere Szenen mit wenigen sehr hellen Elementen) und die gute Detailzeichnung aufgefallen.

Vorsicht ist am HDMI-Eingang aber hinsichtlich der Einstellungen geboten. Die automatische Erkennung des HDMI-Eingabebereichs hat bei uns nicht funktioniert und zu einem sichtbar zu dunklen Bild mit überzogenen Kontrasten geführt. Erst das manuelle Umschalten auf den vollen Eingabebereich (0–255) brachte ein passables Bild zum Vorschein.

Eine 24p-Wiedergabe war zumindest am PC in den Treibereinstellungen nicht verfügbar, auch nicht bei Zuspielen der Full-HD-Auflösung. Die 60-Hz-Wiedergabe wirkte zwar vergleichsweise flüssig, gelegentliche Mikroruckler sind aber nicht auszuschließen. Auch ist in den AMA-Werkseinstellungen bei schnell bewegten Bilddetails gelegentlich eine leichte Bildunschärfe wahrnehmbar. Das Hochregeln der AMA-Einstellung auf „Premium“ ist dennoch nicht zu empfehlen, da sonst Halo-Effekte um schnell bewegte Objekte sichtbar werden können.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Die Skalierung von Bildmaterial stellt für Software-Player mit ihren umfangreichen Konfigurationen am Computer in der Regel kein Problem dar. Externe BD-Player verfügen meist nicht über diese Qualitäten, sodass der Monitor diese Aufgabe übernehmen muss.

Filme im 21:9-Kinoformat werden beim BenQ PD2700Q mit breiten schwarzen Balken wiedergegeben und können nicht auf Vollbild skaliert werden. HD- und SD-Bildmaterial werden zunächst auf eine Vollbildwiedergabe gestreckt, können aber auch im richtigen Seitenverhältnis wiedergegeben werden.

Mit progressivem Material kommt der PD2700Q besser zurecht als mit Videomaterial im Interlaced-Zeilensprungverfahren. Die Wiedergabe von 3:2-Signalen ist ansprechend, auch wenn hier Mikroruckler erkennbar sind. Bei den in Europa verbreiteten PAL-2:2-Signalen werden Moiré-Effekte stärker sichtbar, und das Bild wirkt etwas unruhiger.

Overscan

Eine Overscan-Funktion bietet BenQ für den PD2700Q nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Für die Anpassung des Signallevels bietet der PD2700Q im erweiterten Bildmenü die Option „HDMI-RGB PC-Bereich“. Dort kann der Bereich der Farbskalen RGB (0–255) oder RGB (16–235) bestimmt und automatisch oder manuell angepasst werden. Wie bereits erwähnt, hat bei uns die automatische Erkennung nicht richtig funktioniert.

Bewertung

ab 314,00 €
4.2

(GUT)
10%
BenQ PD2700Q 68,58 cm (27 Zoll) Monitor (LED, WQHD, 2560 X 1440 Pixel, 100% REC.709, 100% sRGB, IPS-Technologie) schwarz
(3753 Kundenrezensionen)
349,00 €
Preis: 314,00 €
(Stand von: 20.10.2021 04:05 - Details
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Fazit

Mag auch ein 27 Zoll großer WQHD-Monitor mit IPS-Panel und 10 Bit Farbtiefe aus der qualitativ und preislich eher höher angesiedelten PD-Serie zu einem Preis von nur 325 EUR zunächst etwas misstrauisch stimmen, so hat sich der BenQ PD2700Q in unserem Testparcours doch ausgesprochen wacker geschlagen.

Auch nach 18 Monaten und ein Firmware-Update später, hat der preisgünstige Grafik-Monitor nichts von seinen Stärken eingebüßt. Am Ende ist die Wertung im Gesamtergebnis mit unserer Beurteilung von Dezember 2016 identisch, auch wenn die Wertung nicht in jedem Punkt übereinstimmt.

Die Verarbeitung wirkt optisch zwar etwas kostenoptimiert, ist aber dennoch grundsolide und kann mit umfangreichen Ergonomiefunktionen sowie einer dazu passenden leichtgängigen Mechanik überzeugen.

Graubalance, Farbwerte und Farbraumabdeckung sind bereits ab Werk ausgezeichnet und lassen sich mittels Kalibrierung auf ein sehr gutes Niveau bringen. Die einzige ernstzunehmende Schwäche zeigt der BenQ PD2700Q bei der Bildhomogenität – konkret bei der Helligkeitsverteilung aufgrund eines deutlich sichtbaren Hotspots in der Bildmitte.

Inwieweit das individuell zu einem K.-o.-Kriterium wird, wissen Vertreter der anvisierten Zielgruppe selbst am besten. Aus unserer Sicht ist eine schlechte Farbhomogenität auf jeden Fall viel gravierender als eine nicht völlig gleichmäßige Helligkeitsverteilung.

So oder so muss man auch das Preis-Leistungs-Verhältnis in Betracht ziehen, und das ist beim BenQ PD2700Q ausgezeichnet. Das gilt erst recht, wenn man an den BenQ PD2700Q weniger die hohe Messlatte eines Grafikmonitors, sondern mehr die eines Allrounders anlegt. Im Unterhaltungsbereich kann der PD2700Q mit einem ausgezeichneten Kontrast und einer durchaus ansprechenden Gaming-Tauglichkeit punkten.

Lediglich der Ausrutscher bei der Helligkeitsverteilung verwehrt schlussendlich eine beinahe sehr gute Gesamtwertung.

 

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2 KOMMENTARE

  1. In diesem Test ist ein krasser Widerspruch. Im Fazit:
    „Angesichts des beworbenen und eher spezialisierten Einsatzzwecks für Grafiker und Designer mag man auch den für Gamer wenig erfreulichen hohen Input-Lag leicht verzeihen.“

    Welcher? Denn möchte man diesen wissen, liest man unter „Latenzzeit“ dann:
    „In der höchsten Overdrive-Stufe (AMA: „Premium“) erreicht der BenQ PD2700Q sehr flotte Schaltzeiten. Eine halbe mittlere Bildwechselzeit von 5,1 ms ist schon spieletauglich. Auch die Signalverzögerung ist mit 8,1 ms kurz, so dass die Latenz insgesamt 13,2 ms beträgt.“

    Ja, was denn nun? Besonders bei der Latenzzeit sollte PRAD sich mal ein objektives Bewertungsschema überlegen. Mal sind gleiche Werte des Input Lags erfreulich schnell, dann wieder völlig für Gaming ungeeignet. Da scheint man sich bei den Testern nicht einig zu sein und jeder bringt seine subjektive Meinung ein. Legt hier doch einfach mal ein Schema fest und überarbeitet dann auch entsprechend die älteren Tests, weil es so völlig verwirrend ist, wenn man Monitore nach dem Kriterium vergleichen möchte.

    • Hallo Florian, danke für den Hinweis.
      Ich habe mir das noch einmal angeschaut, da gibt es tatsächlich eine nachvollziehbare Unstimmigkeit.
      Bei diesem Gerät hatte ich irrtümlich die falschen Messdaten zu den Reaktionszeiten vom Labor erhalten (mit einem sehr hohen Input-Lag und dadurch bedingt einer Latenzzeit von 40 ms statt 13,2 ms). In den subjektiven Tests war von dieser eindeutig schlechten Latenz nichts zu sehen, allerdings testen wir Grafikmonitore auch nicht exzessiv in Gaming-Szenarien.
      Der Fehler bei den Messdaten wurde nach Abgabe, aber vor Veröffentlichung noch entdeckt und in der Schlussredaktion von den Kollegen durch die richtigen Daten ersetzt. Die Textpassagen zur Bewertung wurden aber nicht alle richtig angepasst. Daher die Diskrepanz. Das Anpassen den betreffenden Passagen holen wir dank Deines Hinweise noch nach.

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