Test BenQ SW240 – günstiger Grafik-Monitor überzeugt

BenQ beweist mit dem PhotoVue SW240, dass ein guter Grafikmonitor keinesfalls teuer sein muss

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Einleitung

Mit dem PhotoVue SW240 komplettiert BenQ seine Wide-Color-Gamut-Display-Serie für die Bildbearbeitung noch um ein 24-Zoll-Display im 16:10-Format für den Einstiegsbereich. Während die Geräte mit vorangestelltem PV-Kürzel stärker auf die Bedürfnisse in der Video-Postproduction abgestellt sind, richtet sich die PhotoVue-Serie vor allem an Fotografen.

Dazu gehören ein blickwinkelneutrales IPS-Panel mit WUXGA-Auflösung (1920 x 1200), ein erweiterter Farbraum und die Fähigkeit zur Hardware-Kalibrierung. Der Farbraum des Gerätes soll den Adobe-RGB-Farbraum zu 99 %, den sRGB-Farbraum zu 100 % sowie den DCI-P3-Farbraum zu 95 % abdecken.

Die dabei eingesetzte AQCOLOR-Technologie von BenQ, das 10-Bit-Farb-Display und die 3D-Look-up-Table (LUT) mit 14 Bit sollen eine besonders präzise Farbwiedergabe ermöglichen. Das Gerät ist bereits ab Werk vorkalibriert und verspricht ein Delta E <= 2. Die Hardware-Kalibrierung des SW240 mit der zugehörigen Software „Palette Master Element“ dient zusätzlich dem Feintuning des Bildverarbeitungs-Chips, ohne die Ausgangsdaten der Grafikkarte zu verändern.

Umfassende Ergonomiefunktionen und zahlreiche Anschlüsse sind bei BenQs Grafikmonitoren selbstverständlich. Eine Blendschutzhaube, die Farbverfälschungen und Spiegelungen durch Fremdlicht reduziert, ist als optionales Zubehör zum Preis von 99 Euro inkl. MwSt. im Handel erhältlich.

BenQ SW240 – günstiger Grafik-Monitor überzeugt

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Hands on Video BenQ PhotoVue SW240

BenQ gewährt für den PhotoVue SW240 drei Jahre Garantie inklusive Vor-Ort-Austausch-Service. Der Monitor war zum Zeitpunkt der Testerstellung bereits etwas unter dem UVP für 445 Euro inkl. MwSt. und Versand im Handel erhältlich.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im BenQ SW240 Datenblatt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang beschränkt sich primär auf die übliche Basisausstattung, also Netz-, USB-3.0-Hub- und DP-Kabel (DP auf Mini DP). Ferner wurde ein nur noch selten anzutreffendes DVI-Kabel beigelegt. Den sonst bei Geräten der SW- bzw. PhotoVue-Serie üblichen externen OSD-Controller besitzt der BenQ SW240 nicht.

Die Treiber und ein Standard-Farbprofil wurden auf unserem Testrechner unter Windows 10 bei der ersten Inbetriebnahme automatisch installiert. Beides ist aber zusammen mit dem Handbuch auch auf der beiliegenden CD enthalten.

Lieferumfang des BenQ SW240
Lieferumfang

Bei der Möglichkeit zur Hardware-Kalibrierung handelt es sich zweifellos um ein maßgebliches Feature des BenQ SW240. Daher überrascht es schon, dass die dazu notwendige Software – wie schon bei anderen BenQ-Grafikmonitoren – auf der CD fehlt. Laut Handbuch soll die Software mal beiliegen, mal aus dem Internet besorgt werden. Im Netz war sie auf jeden Fall relativ schnell zu finden.

Optik und Mechanik

Mit seiner 24-Zoll-Diagonalen und einem Gesamtgewicht von 6,7 kg ist das Display des BenQ SW240 noch recht handlich, und auch sonst ist die Montage einfach und schnell erledigt. Das Standbein wird auf der Display-Rückseite eingerastet und kann per Knopfdruck wieder gelöst werden. Danach muss nur noch die Bodenplatte aufgesteckt und mit einer Flügelschraube fixiert werden.

Einfaches Einklinken und Lösen des Standbeins am Display per Push-Button
Einfaches Einklinken und Lösen des Standbeins per Push-Button

Die Verarbeitung des BenQ SW240 wirkt zwar nicht ganz so massiv wie bei den größeren Grafikmonitoren von BenQ – beispielsweise dem SW271 –, hinterlässt aber auf jeden Fall einen sehr ordentlichen und robusten Eindruck.

Aufstecken der Bodenplatte am Monitorarm
Aufstecken der Bodenplatte
Werkzeugfreie Montage des Fußes mit Flügelschraube am Monitorarm
Werkzeugfreie Montage mit Flügelschraube

Das Design ist passend zu einem Arbeitstier eher schlicht gehalten und verzichtet auf ablenkende Schnörkel. Die Oberfläche der anthrazitfarbigen Kunststoffverschalung ist leicht angeraut, hinterlässt kaum Fingerabdrücke und verspricht einen pflegeleichten Dauereinsatz.

Ansicht des BenQ SW240 von vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht des BenQ SW240 von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht des BenQ SW240 von vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht des BenQ SW240 von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Funktional ist das Design auf jeden Fall gut durchdacht. Neben der Öffnung für das Kabelmanagement ist der Tragegriff am oberen Ende des Standbeins äußerst praktisch bei kleinen Transporten von einem zum nächsten Schreibtisch.

Praktischer Tragegriff am oberen Ende des Standbeins
Praktischer Tragegriff am oberen Ende des Standbeins

Positiv fällt auch der für einen Grafikmonitor relativ schmale Rahmen oben und an den Seiten auf. Der BenQ SW240 eignet sich damit auch gut für das Zusammenstellen von Multi-Monitor-Setups.

Ansicht des Monitors mit Drehung nach links
Ansicht Drehung nach links
Ansicht des Monitors mit Drehung nach rechts
Ansicht Drehung nach rechts

Wie von BenQ gewohnt, ist der Umfang der Ergonomiefunktionen vollumfänglich sowie mechanisch sehr gut und leichtgängig umgesetzt: 14 cm Höhenverstellung, Drehung nach rechts und links um 45°, Neigung von -5° bis +20° und last but not least auch die Möglichkeit, das Display um 90° in das Hochformat zu schwenken.

Ansicht seitlich des BenQ SW240
Ansicht seitlich
Ansicht des BenQ SW240 seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
BenQ SW240 Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
BenQ SW240 Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Die Balance aus Stabilität und leichter Verstellbarkeit ist wie bei anderen Grafikmonitoren von BenQ sehr gut. Lediglich die Bodenplatte ist beim SW240 relativ leicht geraten. Das ist aber in der Praxis nur bei der Einhandbedienung eventuell auffällig (siehe Video).

Standbein des Monitors
Standbein

Das Netzteil ist beim BenQ SW240 in das Gehäuse integriert. Zur (rein passiven) Lüftung sind auf der Rückseite entsprechende Öffnungen vorhanden, die bei passendem Lichteinfall auch ein Stück weit den Blick in das Geräte-Innere zulassen. Eine Erwärmung konnten wir trotz der sommerlichen Hitzewelle selbst in diesem Bereich nicht feststellen.

Lüftungsschlitze auf der Displayrückseite
Lüftungsschlitze

Zumindest etwas Farbe ins Spiel bringt der BenQ SW240 bei der blau ausgekleideten Öffnung im Standbein, die dem Bündeln der Anschlusskabel dient.

Öffnung im Standbein zur Kabelführung
Öffnung im Standbein zur Kabelführung

Im Lieferumfang nicht enthalten, aber optional bestellbar gibt es zum BenQ SW240 eine spezielle Lichtschutzblende. Im Rahmen sind zum Einhaken entsprechende Schlitze vorhanden. Die Blende hat wie bei anderen Geräten von BenQ oben auch einen Durchlass für das Kolorimeter.

Monitor mit Lichtschutzblende (Screenshot Handbuch BenQ)
Monitor mit Lichtschutzblende (Screenshot Handbuch BenQ)

Technik

Betriebsgeräusch

Soweit für uns ersichtlich, ist der BenQ SW240 komplett passiv belüftet. Auch sonst sind uns keine Betriebsgeräusche aufgefallen. Sowohl im Standby als auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 21,8 W
Betrieb typisch 19 W
140 cd/m² k. A. 16 W
Betrieb minimal k. A. 11,5 W
Energiespar­modus (Standby)  0,5 W < 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off)  0,5 W <0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen typischen Verbrauch von 19 Watt. Nach unseren Messungen liegt selbst der Maximalverbrauch bei höchster Helligkeitseinstellung mit 21,8 Watt nur geringfügig darüber. Das Ausschalten über den Soft-off-Button kann man sich getrost sparen, da der Monitor bereits im Standby unter 0,3 Watt bleibt. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der BenQ SW240 nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 16 Watt an, die Effizienz ist also auch im Arbeitsalltag erstklassig. Bei dieser Helligkeit ergibt sich ein Wert von 1,5 cd/W.

Anschlüsse

Bei den Video-Anschlüssen sind alle relevanten Digitaleingänge (DVI, HDMI, DisplayPort) vorhanden, allerdings auch nur je einmal. Über den USB-3.0-Hub werden zwei USB-Ports und ein SD-Kartenleser versorgt. Beides ist in einem kleinen Erker am linken Rand der Rückseite untergebracht und auch von vorn gut zu erreichen.

Anschlüsse des BenQ SW240
Anschlüsse
USB-3.0-Hub und SD-Kartenleser
USB-3.0-Hub und SD-Kartenleser

1 KOMMENTAR

  1. Was ich bei ca. 1:45 im Video sehe, scheint alle aktuelleren IPS-Displays zu übertreffen. Das Bild verändert sich anscheinend nicht stärker als bei meinem alten Eizo mit S-PVA. Im Grunde kein stumpfes Glänzen erkennbar. Vielleicht muss ich doch nicht erst auf OLED-Monitore warten. Der könnte wirklich was für mich sein. Oder gibt es da noch andere, die das vergleichbar gut können?

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