Test BenQ SW240 – günstiger Grafik-Monitor überzeugt
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Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt dabei auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung „5“ ist gut gewählt und wurde von uns nicht verändert.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der BenQ SW240 die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Die Skalierungsfähigkeiten sind an sich eine Stärke von BenQ. Der SW240 patzt in diesem Aspekt allerdings gehörig. 16:9-formatige Auflösungen gelingen ihm mit der Option „Seitenverhältnis“ generell nicht. Bei der Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) kann man sich zwar noch mit der 1:1-Option behelfen, bei 720p-Auflösung wird das angezeigte Bild dann aber unsinnig klein. In der Option „Vollbild“ muss man wie in unserer Abbildung mit einer entsprechenden Verzerrung leben.

Selbst im nativen 16:10-Format gelingen nicht alle Auflösungen. Mit 480p und 576p bzw. 4:3-PC-Auflösungen hat der SW240 dagegen kein Problem.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Wer den BenQ SW240 als Grafikmonitor verwendet, wird ihn üblicherweise auch nur in der nativen Auflösung betreiben und braucht wegen der Skalierungsschwächen nicht besorgt sein. Die Schärfe ist bei nativer Auflösung erwartungsgemäß sehr gut. Alternativ sollte die Grafikkarte die Skalierung übernehmen.

 Signal Verzerrungsfreie, maximal
flächenfüllende Wiedregabe
Unskalierte Wiedergabe
SD (4:3), zum Beispiel 480p  ja  ja
576p ja ja
HD (1080p) ja (1:1) ja
HD (720p) nein ja
PC (5:4) nein ja
PC (4:3) ja ja
PC (16:10) nicht bei 1080 x 1050
PC (16:9) nein ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Monitor eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Hardware-Kalibration:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Insbesondere in den Grafiken zur Abdeckung des sRGB-Farbraums ist deutlich zu sehen, dass der BenQ SW240 diesen nicht nur vollständig abdeckt, sondern deutlich darüber hinausgeht. Mit einer fast vollständigen Abdeckung von ISO Coated v2 (FOGRA39L) kann der SW240 auch die druckbaren Farben sehr gut reproduzieren. Selbst der sehr große Farbraum von ECI-RGB v2 wird mit 91 % schon gut abgedeckt – das ist auf jeden Fall bemerkenswert.

Im reinen Zahlenvergleich ist hier nicht ersichtlich, dass der BenQ SW240 sogar seinen größeren Bruder, den SW271, beim Farbraum noch übertrifft. Vergleicht man aber die Grafiken, ist das angesichts der größeren Ausdehnung des Monitorfarbraums zur rechten Seite hin gut zu sehen. BenQ hat den SW240 ganz offensichtlich auch stärker in Richtung DCI-P3-Farbraum optimiert. Laut Hersteller wird dieser ebenfalls zu 95 % abgedeckt.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit „Palette Master Element“ zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 95 % 99 %
Adobe RGB 96 % 99 %
ECI-RGB v2 91 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 99 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Adobe RGB
Helligkeit: 55
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500
RGB: 100/100/100
Color-Gamut: Adobe RGB
DUE Priority: k. A
Schärfe: 5
Reaktionszeit: AMA ein

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Auch in unseren Messungen zeigt der BenQ SW240 bereits in den Werkseinstellungen eine erstklassige Graubalance. Der Weißpunkt ist mit 6900 K nur geringfügig kühler als die gewünschten 6500 K. Das durchschnittliche Gamma liegt punktgenau bei 2,2.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Der BenQ SW240 besitzt ab Werk auch mehrere vorkonfigurierte Bildmodi für verschiedene Farbräume: sRGB, Adobe RGB, Rec. 709 und DCI-P3. Für benutzerdefinierte Einstellungen kann der Farbraum separat ausgewählt werden.

Im sRGB-Modus ist die Graubalance wie gehabt erstklassig, und den Weißpunkt messen wir unverändert mit 6900 K. Die Abweichungen bei den Buntfarben (Delta-E94-Average: 0,99) sind ebenfalls sehr gering. Lediglich bei der Farbraumabdeckung bleiben Wünsche offen. Sie liegt dennoch bei immerhin 95 %.

Das Gamma verläuft eher linear und könnte für den sRGB-Modus noch besser an die Normkurve angepasst sein. In Summe ist es auf jeden Fall bereits ab Werk ein sehr ansprechendes Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Adobe-RGB-Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Im Adobe-RGB-Modus verbessern sich die Messwerte der Graustufen nochmals und sind wirklich exzellent. Die Farbtemperatur bleibt unverändert bei 6900 K. Das Gamma liegt im Durchschnitt exakt beim Soll von 2,2. Auch der Kurvenverlauf ist wie gewünscht annähernd linear.

Bei den Farben zeigt sich ein ähnliches, wenn auch leicht verbessertes Bild wie beim sRGB-Modus. Die Abweichungen bei den Buntfarben (Delta-E94-Average: 0,88) sind im Durchschnitt kaum der Rede wert. Die Farbraumabdeckung schöpft mit 96 % das Potenzial des Gerätes noch nicht vollständig aus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

1 KOMMENTAR

  1. Was ich bei ca. 1:45 im Video sehe, scheint alle aktuelleren IPS-Displays zu übertreffen. Das Bild verändert sich anscheinend nicht stärker als bei meinem alten Eizo mit S-PVA. Im Grunde kein stumpfes Glänzen erkennbar. Vielleicht muss ich doch nicht erst auf OLED-Monitore warten. Der könnte wirklich was für mich sein. Oder gibt es da noch andere, die das vergleichbar gut können?

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