Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau
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Einstiegsmodell in die Welt der 24 Zoll großen Grafikmonitore mit großem Farbraum und Hardware-Kalibrierung überrascht bei der Bildqualität mit Bestwerten auf Referenz-Niveau

OSD

Das EIZO-OSD mag auf den ersten Blick etwas nüchtern wirken. Tatsächlich gehört es übergreifend zum Besten, was wir in unseren Tests gesehen haben. Es ist doch immer wieder frappierend, wie der Hersteller es schafft, einen rundum professionellen Funktionsumfang so klar und einfach zu strukturieren, dass selbst Neueinsteiger sofort intuitiv zurechtkommen.

Mit einem beliebigen Tastendruck erscheint die Schnellauswahl. Hier kann man Signalquelle und Farbmodus unmittelbar ändern oder in das Hauptmenü springen. Ferner gibt es zwei Funktionstasten, die man mit einer Auswahl an sinnvollen Funktionen frei belegen kann.

OSD: Einstieg mit Schnellauswahl (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Einstieg mit Schnellauswahl (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Die Farbmodi der ColorEdge-Geräte von EIZO unterschieden sich gravierend von den bei Allround-Monitoren üblichen Bildmodi. Sie führen meist hinter wenig aussagekräftigen Bezeichnungen im Hintergrund alle möglichen „Optimierungen“ durch, die eine definierte und reproduzierbare Darstellung von Inhalten unmöglich machen.

Insgesamt gibt es satte zehn Speicherplätze, die auch allesamt mit selbst definierten Zielen hardwarekalibriert und entsprechend umbenannt werden können. Bei den drei Presets ab Werk ist der User-Modus frei konfigurierbar. Die Presets für sRGB und Adobe RGB entsprechen selbsterklärend den Zielvorgaben der entsprechenden Farbräume.

OSD: Viel Speicherplatz für die Hardware-Kalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Viel Speicherplatz für die Hardware-Kalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Doch auch im Vergleich zu gleichnamigen Presets bei (Grafik-)Monitoren anderer Hersteller gibt es drei wesentliche Unterschiede. Zum einen können die Helligkeit und sogar die Farbtemperatur frei im OSD angepasst werden. Bei vielen anderen sRGB-Modi ist bereits die Helligkeit gesperrt und teils auf ein so niedriges Niveau justiert, dass der Modus in der Praxis kaum zu gebrauchen ist.

Zweitens wird von der zugehörigen Software ColorNavigator auch bei den Werks-Presets automatisch ein ICC-Farbprofil erstellt und in der Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen bzw. ausgetauscht. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Farbmodus per Maus über das Taskleisten-Icon von ColorNavigator oder direkt per OSD auswählt. In jedem Fall wird auch automatisch im Hintergrund das Profil in der OS-Farbverwaltung gewechselt, sodass man in Farbmanagement-fähigen Anwendungen immer mit dem korrekten Profil unterwegs ist.

Drittens ist eine Vorkalibrierung ab Werk, die andere Hersteller bei der Bewerbung ihrer Geräte verständlicherweise stark in den Vordergrund stellen, schön und recht. Nur leider altern alle Displays im Laufe der Zeit und ändern dann auch ihre Farbeigenschaften. Die Vorkalibrierung ab Werk ist also nach einigen Jahren nur noch mehr oder weniger genau. Bei allen halbwegs aktuellen ColorEdge-Geräten von EIZO in Verbindung mit dem ColorNavigator 7 können aber auch die Werks-Presets per Hardware-Kalibrierung jederzeit nachjustiert werden.

OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Das Hauptmenü besteht aktuell aus sechs Hauptebenen – gereicht hätten sogar nur fünf. Die Option, um von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale wunschgemäß zu skalieren, befand sich früher unter „Signal“ und hat jetzt mit „Screen“ unnötigerweise einen eigenen, ansonsten leeren Menüpunkt spendiert bekommen.

Davon abgesehen ist der Funktionsumfang der einzelnen Menüpunkte logisch und selbsterklärend. Jede Eingabe wird prompt und ohne jegliche Verzögerung ausgeführt. Das gilt vor allem auch für das Umschalten verschiedener Farbmodi bzw. Farbraum-Emulationen. So macht die OSD-Bedienung wirklich Spaß!

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In der Praxis nutzt man das OSD dennoch höchst selten, da sich das Umschalten zwischen den Farbmodi bzw. unterschiedlichen Kalibrierungszielen am bequemsten über den ColorNavigator erledigen lässt.

OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Das Admin-Menü erreicht man nur über eine spezielle Tastenkombination beim Einschalten des Gerätes. Die hier getroffenen Einstellungen sind bei einem kompletten Zurücksetzen des Monitors nicht betroffen.

Wichtig ist hier vor allem die Priorität des DUEs. Die DUE-Priority kann man allerdings auch ohne Umweg über das Admin-Menü im ColorNavigator einstellen. Dann erhält man zudem den wichtigen Warnhinweis, dass nach einer Veränderung dieser Einstellung auch die Kalibrierung erneut durchgeführt werden muss.

OSD: Administrator-Menü (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Administrator-Menü (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Vor allem helle Gegenstände werden beim Annähern an das Display aber überdurchschnittlich schnell und deutlich sichtbar.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: „User“
Helligkeit: 100 cd/m²
Kontrast: Nicht vorhanden
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 2000/1947/1727
Color-Gamut: Nativ
DUE Priority: Uniformity
Schärfe: Nicht vorhanden
Reaktionszeit: Nicht vorhanden

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet. Die DUE-Priority stand dabei auf „Uniformity/Farbkonstanz“.

Graustufen

Die Graustufen sind bereits ab Werk außerordentlich neutral. Auch zwischen linker und rechter Bildschirmhälfte sind keinerlei Unterschiede zu erkennen. Die hellsten Stufen sind vollständig zu erkennen und die dunkelsten Stufen bis einschließlich Stufe 5.

Bei stärker abweichenden Blickwinkeln hellt sich der Bildschirm insgesamt etwas auf. Dadurch mindert sich der Kontrast geringfügig. Verluste in der Detailzeichnung konnten wir in den Graustufen dadurch aber nicht feststellen.

Graustufendarstellung vom IPS-Panel des EIZO CS2400S
Graustufen

Auch feine Grauverläufe wirken extrem gleichmäßig und fließend und lassen keinerlei Farbschimmer und Banding-Effekte erkennen. Lediglich bei Testbildern, bei denen der Grauverlauf den ganzen Bildschirm ausfüllt (von Schwarz am linken Rand bis zu Weiß am rechten Rand) ist der Verlauf in der Vertikalen in den dunkelsten Bereichen am Rand links nicht ganz auf CG-Niveau. Das liegt an den Aufhellungen in den Ecken, die wir gleich später bei der Ausleuchtung sehen.

Insgesamt ist der subjektive Eindruck zum EIZO CS2400S bereits bei der Graustufen-Darstellung aber erstklassig und hebt sich selbst von Grafikmonitoren anderer Hersteller positiv ab.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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1 Gedanke zu „Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau“

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