Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau
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Einstiegsmodell in die Welt der 24 Zoll großen Grafikmonitore mit großem Farbraum und Hardware-Kalibrierung überrascht bei der Bildqualität mit Bestwerten auf Referenz-Niveau

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
Reaktionszeit 60 Hz

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Signalverzögerung fällt beim EIZO CS2400S mit 11 ms noch ganz ordentlich aus. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 17,2 ms aber schon sehr langsam. Insgesamt macht das 28,2 ms.

Dass der EIZO CS2400S kein Gaming-Monitor ist, war von vornherein klar. Allerdings schneidet der Proband selbst im Vergleich zu anderen ColorEdge-Geräten eher behäbig ab.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des EIZO CS2400S leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Helligkeit für ein längeres Arbeiten davor geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Der EIZO CS2400S hat zwar einen kleinen Pieper an Bord, der aber nur für die akustische Rückkopplung bei der Bedienung der Touchtasten dient. Ansonsten besitzt er weder eingebaute Lautsprecher noch einen analogen Audio- bzw. Kopfhörerausgang. Tonsignale per HDMI oder DisplayPort zuzuspielen, hat daher wenig Sinn. Bei Verwendung externer Quellen (wie zum Beispiel einem BD-Player) müssen sie also in der Lage sein, Bild- und Tonsignale getrennt auszugeben.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des EIZO CS2400S angeschlossen werden. Die Tonsignale müssen allerdings vom Zuspieler getrennt und anderweitig ausgegeben werden, da der Proband selbst keinerlei Tonwiedergabe bzw. Tonweitergabe unterstützt.

Das 16:10-Format entspricht zwar keiner gängigen Videonorm, einen echten Nachteil hat man angesichts der guten Ausleuchtung des EIZO CS2400S im Vergleich zu 16:9-Monitoren mit Full HD allerdings nicht. Bei der Filmwiedergabe wird einfach oben und unten ein Teil des Bildschirms nicht genutzt.

Die exzellente Bildqualität des EIZO CS2400S macht sich natürlich auch beim Anschauen von Videos positiv bemerkbar. Puristen können den nativen Farbraum exakt auf die HDTV-Norm trimmen. Für alle anderen stellt der erweiterte Farbraum mit kräftigeren und zugleich in den Hauttönen immer natürlich bleibenden Farben einen echten Mehrwert dar. Viele Filme wirken damit einfach noch brillanter.

Der Kontrast ist auch bei kleinen, hell leuchtenden Elementen vor dunklem Hintergrund ausgezeichnet. Zur Kontrastwahrnehmung tragen ferner die leuchtkräftigen Farben ganz erheblich bei.

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Sofern noch erforderlich, kann der EIZO CS2400S auch alle älteren Videoauflösungen von 480p bis 720p selbstständig verzerrungsfrei zur maximal möglichen Größe skalieren. Die 24p-Wiedergabe beherrscht er ebenfalls – allerdings nur am HDMI-Eingang und bei 1080p-Zuspielung. Am DisplayPort konnten wir in Verbindung mit dem NVIDIA-Grafikkartentreiber generell nur 60 Hz einstellen. Via HDMI gilt das Gleiche für alle PC-Auflösungen. Wählt man eine HDTV-Auflösung, sind generell auch 60, 59 und 50 Hz möglich.

Lange Kamerafahrten wirkten auch am PC bei 60 Hz bereits außerordentlich flüssig. Mit 24p war die Wiedergabe dann derart smooth, wie wir das sonst selbst bei 24p-Monitoren eher selten zu Gesicht bekommen.

Bewertung

ca. 779,00 €
4.7

(SEHR GUT)

Fazit

EIZO selbst versteht den CS2400S als günstigsten Einstieg in die High-End-Liga der Grafikmonitore mit erweitertem Farbraum, der zugleich „Perfektion out of the box“ bieten soll. Während man in der CG-Serie auch nichts anderes erwartet als Perfektion – sie haben in der Branche schlicht unangefochten Referenzstatus –, ist die Leistung in der CS-Serie doch immer wieder überraschend. Es ist einfach frappierend, wie der Hersteller es ein ums andere Mal schafft, den Wettbewerb auch in dieser Preisklasse teils sehr deutlich auf Abstand zu halten.

Der EIZO CS2400S ist dafür das beste Beispiel. Die Messwerte zur Bildqualität sind durch die Bank derart gut, dass man bereits beim Einstiegsmodell wirklich von Referenzniveau sprechen kann. Das gilt nicht nur für die Graubalance, die Farbabweichungen und die Bildhomogenität, sondern ebenso für die Blickwinkelneutralität. Selbst die Qualität der Ausleuchtung liegt ganz am oberen Ende in diesem Preissegment. Sie wird nur noch durch das True-Black-Panel der CG-Serie übertroffen.

Der EIZO CS2400S ist ganz klar als Grafikspezialist konzipiert. Zum erstklassigen Allrounder fehlt es ihm dennoch nur an einer schnelleren Bildaufbauzeit – dafür noch deutlicher als beim Vorgänger. In allen anderen Bereichen ist es EIZO gelungen, einen bereits sehr guten Monitor nochmals deutlich zu verbessern. Das gilt auch für den Energieverbrauch, der um satte 25 % gesenkt werden konnte und trotz des Leistungsniveaus mit vielen Büromonitoren mithalten kann. Mit USB-C ist das Gerät jetzt auch bei der Konnektivität auf der Höhe der Zeit.

Ob ein 24-Zoll-Monitor mit WUXGA- bzw. Full-HD-Auflösung noch zeitgemäß ist, muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden. Wenn man aus Platzgründen keinen 27-Zöller unterbringt – beispielsweise als Zweit-Display für das Tethered-Shooting im Fotostudio –, liegt man mit dem EIZO CS2400S in jedem Fall richtig.

Geht es um den Hauptmonitor für die EBV, würden wir allerdings auch ambitionierten Amateuren empfehlen, einen Blick auf den EIZO CS2731 zu werfen und den höheren Anschaffungspreis als langfristige Investition zu sehen. Mit einer 27-Zoll-Diagonalen und WQHD-Auflösung arbeitet es sich doch deutlich komfortabler.

Allen, die ganz bewusst nach einem Grafikmonitor mit einer 24-Zoll-Diagonalen suchen, können bedenkenlos zugreifen. Der EIZO CS2400S erhält auf jeden Fall eine Empfehlung der Redaktion. Angesichts der gebotenen Leistung ist das Gerät beim Preis-Leistungs-Verhältnis fast schon ein Schnäppchen.

Testlogo CS2400S

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den CS2400S leihweise von EIZO zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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1 Gedanke zu „Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau“

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