Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau
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Einstiegsmodell in die Welt der 24 Zoll großen Grafikmonitore mit großem Farbraum und Hardware-Kalibrierung überrascht bei der Bildqualität mit Bestwerten auf Referenz-Niveau

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, DCI-P3

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Hardware-Kalibration auf den nativen Farbraum im Vergleich zu verschiedenen Zielfarbräumen.

Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Der EIZO CS2400S besitzt mit sRGB und Adobe RGB bereits zwei Farbraum-Presets ab Werk. Wie bereits beim OSD ausgeführt, sind diese Presets den gleichnamigen Presets, die bei Grafikmonitoren anderer Hersteller zu finden sind, von Haus aus überlegen. Im Prinzip handelt es sich nämlich um vollwertige Hardware-Kalibrierungen mit hinterlegtem ICC-Profil, die jederzeit nachjustiert werden können.

Ziel der Presets ist es, den nativen Farbraum möglichst genau auf den Zielfarbraum zu begrenzen, sodass man auch außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen ein verlässliches Ergebnis erhält. Wie man anhand der Grafiken unschwer erkennen kann, gelingt das dem EIZO CS2400S mit außerordentlicher Präzision. Die bunte Schnittmenge ist derart deckungsgleich mit dem Ziel, dass man ein schwarzes Gitter (Ziel) und ein weißes Gitter (Monitorfarbraum) kaum noch erkennen kann.

Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums im Adobe-RGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums im Adobe-RGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums im Adobe-RGB-Preset, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums im Adobe-RGB-Preset, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach der Hardware-Kalibration mit ColorNavigator zusammen:

Farbraum Hersteller-Angabe Abdeckung im
Werks-Preset
Abdeckung nach
Kalibrierung
sRGB 100 % 97 % 99 %
Adobe RGB 99 % 98 % 99 %
ECI-RGB v2 k. A 87 %
DCI-P3 RGB 95 % 97 % 96 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 99 % 99 %

Messungen vor Kalibration und Profilierung

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "User"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „User“

Ein Blick auf die Grafik der Graustufen-Messwerte verrät, wie so unser subjektiver Eindruck bereits so außerordentlich gut war. Der EIZO CS2400S kann schon ab Werk mit einer ausgezeichneten Graubalance überzeugen. Alle weiteren von uns erfassten Parameter korrelieren gut mit den jeweiligen Einstellungen im OSD. Die Gamma-Kurve verläuft perfekt linear.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Im sRGB-Modus ist die Graubalance unverändert exzellent (Delta-C-Average: 0,16; Delta-C-Range: 0,53). Auch die Farbtemperatur messen wir exakt wie im Monitor-OSD eingestellt bei 6500 K. Das Gamma mag zwar im Durchschnitt mit 2,15 geringfügig unter der Norm liegen, der Kurvenverlauf ist aber perfekt angepasst.

Bei den Farben wird der große native Farbraum äußerst präzise auf den Zielfarbraum zurechtgeschnitten. Ein durchschnittliches Delta E94 von nur 0,58 ist ein ausgezeichneter Wert für die Farbabweichungen. Selbst das Maximum beträgt nur 1,08.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Adobe-RGB-Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "Adobe RGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Praktisch das gleiche Bild finden wir im Adobe-RGB-Preset. An den exzellenten Werten zur Graubalance ändert sich im Rahmen der Messgenauigkeit überhaupt nichts. Der Gammaverlauf ist entsprechend der Norm perfekt linear. Auch der Durchschnittswert legt mit 2,19 praktisch eine Punktlandung hin.

Bei den Farbabweichungen ermitteln wir das durchschnittliche Delta E94 mit nur 0,28 und die Maximalabweichung mit genau 1. Das sind exorbitant gute Werte, die definitiv auf Referenzniveau liegen.

Entsprechende Inhalte können mit den Werks-Presets also bereits ohne weitere Maßnahmen sehr ansprechend auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Hardware-Kalibration

Im Gegensatz zu Standardmonitoren bieten professionelle Displays von EIZO die Möglichkeit zur Hardware-Kalibration. Die dazu notwendige Software heißt bei EIZO ColorNavigator und gehört generell zum Lieferumfang.

Dabei handelt es sich um ein mächtiges Kalibrationswerkzeug, das professionellen Ansprüchen gerecht wird und dennoch einfach zu bedienen ist. Hat man die Softwarelösungen anderer Hersteller erlebt, ist der ColorNavigator schon für sich genommen ein ausschlaggebender Grund, zu einem EIZO-Display zu greifen.

Bei der Hardware-Kalibrierung werden die Kalibrierungseinstellungen via USB-Verbindung direkt im Monitor vorgenommen. Daher enthält das anschließend vermessene Profil auch keine Kalibrierungsdaten mehr, die bei einer Software-Kalibration bei jedem Systemstart in die LUT der Grafikkarte geschrieben werden. Eine Hardware-Kalibration ist dagegen von dem Computer und der Grafikkarte völlig unabhängig.

Das ermöglicht eine deutlich höhere Präzision bei der Kalibration und vermeidet gleichzeitig die unerwünschte Beschneidung von Farbabstufungen. Während bei einer Software-Kalibration die Anzahl möglicher Farbwerte durch die RGB-Anpassung über die RGB-Gain-Regler des OSDs beschnitten wird, bleiben bei einer Hardware-Kalibration die maximal möglichen 256 Farbstufen pro Farbkanal voll erhalten.

Neben den entsprechenden Hardware-Voraussetzungen im Monitor selbst ist dazu auch eine herstellerspezifische Software nötig. Die Anwendung, die mit den Kolorimetern mitgeliefert wird, ist dazu meist nicht in der Lage. Bei einem Grafik-Display ist das notwendige Zusammenspiel von Hard- und Software also ein ganz wesentliches Qualitätskriterium.

Die Software haben wir bereits beim Test des EIZO CG279X sehr ausführlich beschrieben. Wer sich dies im Detail anschauen möchte, wird in dem verlinkten Test alle Informationen finden.

Für die nachfolgenden Messungen wurde der EIZO CS2400S aus ColorNavigator heraus kalibriert (Color-Gamut „Native“, Gamma 2,2, Farbtemperatur „6500 K“, DUE „Uniformity“) und profiliert.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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1 Gedanke zu „Test EIZO CS2400S: Einstiegs­modell auf Referenz-Niveau“

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