Test EIZO EV3285-BK – Premium 4K-Monitor
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Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des EIZO EV3285
Coating des EIZO EV3285
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der EIZO EV3285 besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des EV3285 bei horizontalen Blickwinkeln von +/-60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Das von EIZO verwendete hochwertige IPS-Panel schneidet auch hier auf jeden Fall überdurchschnittlich gut ab. Das mag subjektiv mit an der hervorragenden Graubalance liegen, auf jeden Fall ist die Blickwinkelneutralität exzellent. Bei extremeren Blickwinkeln sind wie üblich vor allem ein Helligkeits- und Kontrastverlust festzustellen. Beides fällt aber geringer als bei vielen anderen IPS-Panels aus.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des Panels vom Eizo EV3285
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Farbtemperatur scheint auch bei extremen Blickwinkeln weitgehend unverändert. In dunklen Bildbereichen kann allerdings durch die beim Schwarzbild gezeigte generelle Aufhellung ein gewisser Detailverlust nicht völlig vermieden werden.

Der EIZO EV3285 ist zwar kein spezieller Grafikmonitor, aber auf jeden Fall auch für die großflächige Bearbeitung bzw. Wiedergabe farbkritischer Inhalte sehr gut geeignet.

Interpolation

Ein separater Schärferegler ist beim EIZO EV3285 nicht vorhanden. Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Interpolationsfähigkeit des EV3285 ist – wie von EIZO gewohnt – ausgezeichnet. Das gilt sowohl für die Skalierungsmöglichkeiten als auch für die Umsetzung. Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich. Erfreulich ist zudem, dass in allen getesteten Auflösungen problemlos eine verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Darstellung möglich ist.

 Signal Verzerrungsfreie, maximal
flächenfüllende Wiedergabe
Unskalierte Wiedergabe
SD (4:3) ja ja
HD (1080p) ja ja
HD (720p) ja ja
PC (5:4) ja ja
PC (4:3) ja ja
PC (16:10) ja ja
PC (16:9) ja ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Der EIZO EV3285 deckt den sRGB-Farbraum, wie vom Hersteller versprochen, nahezu vollständig ab. In Richtung Gelb sehen wir aber auch eine signifikante Überdeckung. Im sRGB-Modus sieht der Farbraum praktisch identisch aus und ist nicht speziell auf den Grenzen des sRGB-Farbraums gekappt worden. Eine Rolle spielt das außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen, wenn Farbgenauigkeit gefordert ist. Bezogen auf den primären Einsatzzweck des EIZO EV3285 sehen wir darin keinen Nachteil.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 98 % 98 %
Adobe RGB 72 %
ECI-RGB v2 65 %
DCI P3 RGB 75 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 89 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: User1
Helligkeit: 85
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 93/95/100
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: Standard

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "User1"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „User1“

Die Graubalance ist beim EIZO EV3285 bereits in der Werkseinstellung exzellent. Das Gamma verläuft annähernd linear und liegt im Durchschnitt exakt beim Soll von 2,2. Lediglich die Farbtemperatur ist nach unseren Messungen mit 6900 K einen Tick zu kühl.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Im sRGB-Modus ist die Graubalance identisch gut. Schaut man in die Grafik, mögen die Abweichungen für einen EIZO an bestimmten Stellen hoch erscheinen. Das Maximum liegt bei 5,2 – eine Abweichung, die vermutlich nur für geübte Augen spürbar ist. Mit der leichten Überdeckung des Farbraums sind die Abweichungen auch gut zu erklären.

Im Durchschnitt sind die Abweichungen bei den Buntfarben nichtsdestoweniger gut (Delta-E94-Average: 1.83). Der Gammaverlauf wurde perfekt an die Normkurve angepasst und liegt auch im Durchschnitt exakt beim Soll.
Für einen unkalibrierten Monitor, der eigentlich fürs Büro gedacht ist, ist das auf jeden Fall bereits ein sehr ansprechendes Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

5 KOMMENTARE

  1. Der „Preis (incl. MwSt. in Euro): ab 775,00 €“ der am Ende des Bewertungsfazits ist sicher ein Druckfehler? Im Netz ist er in der Regel ca. 500 € teuerer. Oder wo wird dieser EIZO Monitor für 775 € angeboten?

    • Die Preise stammen direkt von Amazon. Leider gibt es dort auch mal eine falsche Einstellung. Heute ist der Preis korrekt.

  2. Habe Anfang des Monats einen EV3285-WT gekauft und bin im Großen und Ganzen mit dem Bild auch sehr zufrieden… Allerdings ist das Spaltmaß an der unteren Bildschirmkante irgendwie seltsam – ganz links und ganz rechts schließt die weißte Plastikleiste ziemlich bündig mit dem eigentlichen Panel ab, in der Mitte ist dann zwischen dem Panel und dieser Leiste etwas über einem Millimeter Platz. Laut einem EIZO Reparaturservice Mitarbeiter ist das wohl bauartbedingt, da die Kunden immer größere Monitore am Besten ohne Rahmen haben möchten.
    Haben Sie das bei Ihrem Testgerät auch bemerkt?
    Ich werde noch einmal eine Mail zu EIZO schicken…

  3. Auf Seite 2/6 fehlt etwas Text:
    „Beim Anschließen dicker USB-Sticks kann es im seitlichen Erker etwas eng werden. Die Kabel vom Kartenl“

    • Danke für den Hinweis, das wurde korrigiert. Der Satz lautet: Beim Anschließen dicker USB-Sticks kann es im seitlichen Erker etwas eng werden. Die Kabel vom Kartenleser, von externen Festplatten etc. lassen sich dafür ganz gut verstecken.

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