Test Gigabyte G24F: Schneller Gaming-Monitor zum kleinen Preis
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24 Zoll großer IPS-Monitor mit 170 Hz zeigt beim Gaming Spitzenleistungen und besticht mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis

Ghosting und Bewegungsunschärfe

So weit, so gut. Aber wie sieht es mit der Reaktionszeit aus? Für die visuelle Beurteilung der Reaktionszeiten setzen wir BlurBusters UFO-Test ein.

Gigabyte gibt uns fünf verschiedene Overdrive-Modi zur Auswahl. Die Namensgebung ist etwas ungewöhnlich, sodass nicht sofort klar ist, welcher Modus mehr oder weniger Overdrive bedeutet. Aber anhand der UFO-Bilder ist ziemlich offensichtlich, dass der Speed-Modus viel zu viel Overdrive einsetzt und damit übers Ziel hinausschießt. Gucken wir uns also die verbleibenden Modi genauer an.

Die übrigen Modi allerdings sehen bei 170 Hz sehr gut aus. Bei der maximalen Bildwiederholfrequenz sind „Smart OD“, „Picture Quality“ und „Balance“ gleichermaßen gute Optionen. Bei 144 Hz zeigt der Balance-Modus allerdings deutlich sichtbare Artefakte durch Überschwingen (Korona), sodass „Smart OD“ und „Picture Quality“ die bessere Wahl sind. Dasselbe gilt für 120 Hz. Bei 60 Hz ist „Smart OD“ oder sogar „Off“ zu bevorzugen. „Smart OD“ ist also über alle Bildwiederholfrequenzen hinweg so gut wie perfekt und daher die offensichtliche Wahl.

Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 170 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 170 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 144 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 144 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 120 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 120 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 60 Hz
Overdrive und Bewegungsunschärfe bei 60 Hz

Der Name „Smart OD“ lässt vermuten, dass es sich hier um eine Art Adaptive Overdrive handelt, und das scheint angesichts der Performance tatsächlich der Fall zu sein. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum dies nicht der Standardmodus ist und warum Gigabyte sich stattdessen für „Balance“ entschieden hat.

Vergleich mit anderen Monitoren bei maximaler Bildwiederholrate
Vergleich mit anderen Monitoren bei maximaler Bildwiederholrate

Sei es drum! Der Overdrive-Modus ist natürlich schnell gewechselt, und was dann wirklich zählt, ist die Frage, wie der Gigabyte G24F im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. Zunächst betrachten wir alle Kandidaten mit ihrer jeweiligen maximalen Bildwiederholrate, was dem G24F einen kleinen Vorteil in Sachen Bewegungsunschärfe verschafft. Dieser Vorteil ist etwa gegenüber dem LG 24GN600 sichtbar, der lediglich mit 144 Hz antritt. Der Gigabyte und der LG sind ebenbürtig, wenn es um Ghosting geht. Aber der G24F sieht dank seiner 170 Hz ein bisschen schärfer aus als der LG. Das Gleiche gilt im Vergleich mit dem ASUS VG249Q und dem BenQ EX2510. Wenn wir nun alle Monitore bei 144 Hz vergleichen, verliert der G24F seinen Bewegungsunschärfe-Vorteil. Nun liefern alle der hier gezeigten Modelle eine recht identische Performance ab.

Vergleich mit anderen Monitoren bei 144 Hz
Vergleich mit anderen Monitoren bei 144 Hz

Natürlich haben wir die drei konkurrierenden Monitore nicht zufällig ausgewählt: Das Trio zählt zu den schnellsten derzeit erhältlichen 24-Zoll-Vertretern mit IPS. Ganz offensichtlich gehört der G24F auch dazu, oder anders ausgedrückt: Er ist einer der schnellsten aktuell erhältlichen 24-Zöller mit IPS. Auch wenn er diesen Titel mit ein paar anderen Bildschirmen teilen muss, ist das dennoch eine ordentliche Leistung. Wenn wir zudem berücksichtigen, dass der G24F anders als seine Konkurrenten sogar 170 Hz erreicht und daher von etwas weniger Bewegungsunschärfe profitiert, ist er sogar noch ein klein wenig überlegen.

Vergleich mit anderen Monitoren mit Backlight-Strobing
Vergleich mit anderen Monitoren mit Backlight-Strobing

Der G24F bietet zudem einen Modus zur weiteren Reduktion von Bewegungsunschärfe durch Backlight-Strobing, den Gigabyte eigenartigerweise „Aim Stabilizer“ nennt. Dieser deaktiviert die Helligkeits- und Overdrive-Optionen im Menü des Monitors und ist generell nicht zu empfehlen. In diesem Modus können wir massives Überschwingen und zudem rote Schatten um die Umrisse des UFOs bewundern. Lange Rede kurzer Sinn: Der „Aim Stabilizer“ ist nicht zu empfehlen.

Bewertung

ohne Wertung
ohne Wertung
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Keine Angaben
4.3

(GUT)

Fazit

Abgesehen von ein paar kleinen Eigenheiten ist der Gigabyte G24F ein hervorragender Monitor, sogar eine absolute Top-Empfehlung in seiner Klasse. Vor allem für den gemischten Einsatz mit dem Schwerpunkt auf Gaming ist der Proband eine hervorragende Wahl. Er ist einer der schnellsten IPS-Monitore seiner Klasse, Adaptive Sync funktioniert einwandfrei, und seine Bildwiederholfrequenz ist mit 170 Hz sogar etwas höher als bei anderen Displays seiner Preisklasse. Zudem ist der G24F mit einem Straßenpreis von rund 200 Euro sehr erschwinglich.

Werfen wir noch kurz einen vergleichenden Blick auf die härteste Konkurrenz: Der ASUS VG249Q ist ebenfalls ein hervorragender Monitor für den Spagat zwischen Gaming und Alltagseinsatz. Doch mit dem Gigabyte G24F bekommt er starke Konkurrenz. Beides sind großartige Monitore, die sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe liefern: Beispielsweise hat der ASUS VG249Q integrierte Lautsprecher, der G24F aber nicht. Dafür bietet der G24F ein etwas höheres Kontrastverhältnis und verwendet einen Joystick für eine angenehmere Navigation durch das Menü. Insgesamt duellieren sich die beiden Modelle so ausgeglichen, dass man getrost den aktuellen Straßenpreis als Kaufkriterium nutzen kann und mit keinem der beiden etwas falsch macht.

Testlogo Gigabyte G24F

Hinweis in eigener Sache: Der Monitor Gigabyte G24F wurde über den Einzelhandel bezogen.

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